vergrößernverkleinern
Michael Kraus wechselte 2007 von Göppingen nach Lemgo © imago

Lemgos Spielmacher hängt in der Luft: Hamburg mag wohl nicht genug zahlen. TBV-Manager Volker Zerbe erklärt bei SPORT1 die Lage.

Von Michael Spandern

München - Ein Nationalspieler hängt in der Luft: In Lemgo will Michael Kraus nicht mehr spielen, und dem HSV Hamburg ist die geforderte Ablöse offenbar zu hoch.

Anfang Juni berichtete das "Hamburger Abendblatt", dass der TBV-Spielmacher unmittelbar vor der Unterschrift beim deutschen Pokalsieger stehe. Doch passiert ist seither nichts.

In der Lokalpresse war zu lesen, der Transfer sei geplatzt. Die Hamburger, die mit Top-Talent Domagoj Duvnjak und Guillaume Gille zwei Spielmacher in ihren Reihen haben, hätten keinen Bedarf.

HSV-Präsident Andreas Rudolph verkniff sich auf SPORT1-Anfrage jeden Kommentar zu der schwelenden Personalie.

Feilschen um eine sechsstellige Ablöse

Doch zu den Akten gelegt ist der Transfer längst nicht: "Wir sind in Gesprächen", bestätigte TBV-Manager Volker Zerbe SPORT1. Und er präzisiert: "Der HSV ist für uns derzeit der einzige Ansprechpartner."

Nach SPORT1-Informationen ist jedoch auch eine Rückkehr des Rückraumspielers zu FA Göppingen nicht ausgeschlossen.

Wie weit die verhandelnden Vereine auseinander sind, ließ Zerbe offen. Zunächst war von einer Ablöseforderung von 800.000 Euro zu lesen, zuletzt noch von 400.000.

Auch eine Beteiligung von Kraus ist wohl denkbar: "Es werden immer verschiedene Modelle erörtert", sagte Zerbe.

"Er hat seine Ziele genannt"

Fest steht: Allzu groß ist Lemgos Bemühen nicht, Kraus zur Einhaltung seines erst im Januar bis 2012 verlängerten Vertrags zu bewegen.

"Er hat seine Ziele genannt", erinnert Zerbe daran, dass Kraus im Herbst gesagt hatte, er wolle als DHB-Kapitän auch in der Champions League mitmischen und die Absicht habe, dies für Hamburg zu tun. Allerdings: Die Binde im Nationalteam hat er inzwischen abgelegt.

Die Chancen, dass Kraus am 12. Juli beim Trainingsauftakt des TBV noch ein Lemgo ist, sind für Zerbe genauso hoch wie die, dass der 26-Jährige den Trainingsauftakt beim HSV erlebt. (Alle Handball-News)

Doch sollte der Transfer nicht zustande kommen, "müsste er sich für uns einhundertprozentig einbringen".

Rückraum-Fuchs Schneider kommt

Zerbe betont, dass die Ostwestfalen unabhängig vom Kraus-Gezerre ihre Kaderplanungen vorantreiben.

So vermeldeten sie am Dienstag die Verpflichtung des Rückraum-Manns Sebastian Schneider von den Füchsen Berlin. Der 25-Jährige erhält einen Einjahresvertrag.

Unklar ist jedoch, ob der TBV den Esten Mait Patrail bereits in diesem Sommer aus Schaffhausen holt und nicht erst wie vereinbart 2011. Allerdings sei bei einer vorzeitigen Verpflichtung des 22-Jährigen "nicht nur Geld ein Faktor", erklärt Zerbe.

Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel