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Martin Schwalb gewann in der vergangenen Saison den DHB-Pokal mit dem HSV © imago

Ab 2011 wird der bisherige Coach Geschäftsführer beim HSV Hamburg. Und: Neuer Trainer könnte Ciudads Duschebajew werden.

Von Christian Paschwitz

München - Die Zäsur hatte sich angedeutet beim HSV Hamburg - doch nun kommt sie mit einem Paukenschlag:

Vorstand und Klub-Aufsichtsrat haben vereinbart, dass Trainer Martin Schwalb ab Juli 2011 neuer Geschäftsführer wird.

Das bestätigten die Hanseaten nun auch in einer offiziellen Mitteilung.

Hintergrund: Der Posten des Geschäftsführers der HSV-Handball-Spielbetriebsgesellschaft ist seit einem Jahr vakant, nachdem Piet Krebs den Verein verlassen hatte.

Kommt Duschebajew?

Schwalbs Trainer-Vertrag läuft am Saisonende aus - nahtlos daran soll er nach dann fünf Jahren auf der HSV-Bank nun das bestehende Vakuum ausfüllen.

Nicht weniger überraschend wiederum könnte Schwalbs Nachfolge ausfallen: Als heißester Kandidat gilt Talant Duschebajew, der laut Hamburger Medien bereits im Februar zum Start der Bundesliga-Rückrunde vorgestellt werden soll.

Der 42 Jahre alte frühere Weltklassespieler ist seit 2006 Coach des dreimaligen spanischen Champions-League-Siegers Ciudad Real und kennt die Bundesliga aus dem Effeff.

Auch Petkovic gehandelt

Als Profi spielte Duschebajew von 1997 bis 2001 bei TuS Nettelstedt und GWD Minden.

Vor allem aber: Der Russe mit spanischem Pass hatte zuletzt wiederholt Interesse an einem Engagement in der Bundesliga geäußert.

Als weiterer Kandidat wird Velimir Petkovic von Frisch Auf Göppingen gehandelt.

Rudolph gibt Präsidentenamt ab

Damit nicht genug der Strukturänderungen: HSV-Präsident Andreas Rudolph wird wie geplant sein Amt zum 30. Juni 2011 aufgeben.

Nachfolger wird der bisherige Vizepräsident Dierk Schmäschke - der Aufsichtsrat hat hierzu bereits grünes Licht signalisiert.

"Der HSV wird auch nach 2011 eine wichtige Rolle im deutschen und europäischen Handball spielen", wird der designierte Neupräsident zitiert. "Wir sind jetzt für die Zukunft gerüstet."

Kein Interesse an Aufsichtsratposten

In einer Pressemitteilung des Klubs heißt es zudem, Rudolph werde "auch über das Jahr 2011 hinaus sein Engagement beim HSV fortsetzen und dem Verein eng verbunden bleiben".

Wie genau dies ausfällt, ist derweil noch unklar.

Das Angebot, in den Aufsichtsrat zu wechseln, soll Rudolph abgelehnt haben.

Aber: Weiter als Gesellschafter

Dass der bisherige Klublenker die Fäden trotzdem in der Hand behalten dürfte, scheint logisch.

Denn: Rudolph wird weiter als Gesellschafter der Spielbetriebs GmbH fungieren, die Hamburger sponsern und ihnen als Berater zur Verfügung stehen.

Der jetzige Umbruch trägt sowieso die Handschrift des 55-Jährigen.

Unzufrieden übers Sportliche

Der Mäzen, der seit Dezember 2004 mehr als 20 Millionen Euro in den Klub investiert hat, gilt als sportlich unzufrieden, weil der HSV im Meisterschaftskampf nunmehr bereits zum sechsten Mal in Folge gegen den THW Kiel den Kürzeren zog.

Zuletzt sogar, obwohl Schwalbs Mannschaft fast die gesamte Rückrunde von der Tabellenspitze grüßte.

Ähnlich war's bei Fitzek

Dass Rudolph von einem Trainerwechsel schon zur kommenden Spielzeit absieht, mag demnach weniger daran liegen, dass Schwalb den Klub in den vergangenen fünf Jahren immerhin vom Mittelmaß an die europäische Spitze führte, sondern vielmehr an Rudolphs Wesen.

Auch in der Vergangenheit lag es dem Präsidenten fern, langjährige Wegbegleiter aus dem Amt zu kippen.

Schon bei Schwalbs Trainer-Vorgänger hatte Rudolph 2005 auf einen Rauswurf verzichtet, Christian Fitzek stattdessen zum Sportdirektor gemacht.

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