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Alfred Gislason betreute zwischen 2006 und 2008 das Nationalteam Islands © getty

Kiels Coach Alfred Gislason beschimpft wegen der Terminflut die Verbände. Die heutigen Stars "werden 2016 völlig kaputt sein".

München - Die ersten Spiele stehen erst am Monatsende an, doch Alfred Gislason hat jetzt schon einen dicken Hals.

Angesichts des nach wie vor rappelvollen Terminplans geht der Trainer des THW Kiel auf den Weltverband IHF und den europäischen Verband EHF los.

"Mein Eindruck ist, dass IHF und EHF nur an sich und ihre Fernsehgelder denken - aber die Spieler interessieren sie einen Scheißdreck", schimpft der Isländer im Interview mit dem "Handballmagazin". "Jeder versucht, das Beste für sich herauszuholen, aber es wird zu viel gespielt."

Die Zeit drängt

Wie Bundestrainer Heiner Brand fordert er eine Entzerrung des Wettkampfkalenders. "Es ist langsam völlig absurd, was von den Spielern verlangt wird."

Er schlägt vor, Europa- und Weltmeisterschaften nicht mehr im Zweijahresrhythmus, sondern nur mehr alle vier Jahre anzusetzen: "Dann hätte man einen humaneren Rhythmus."

Gislason drängt dabei auf eine rasche Umsetzung. "Es heißt, man könnte das erst 2016 ändern. Die Spieler, die im Moment auf ihrem Zenit sind, werden dann eh völlig kaputt sein", warnte er vor körperlichem Verschleiß.

Auch Gummersbach und Lemgo auf der Rechnung

Im Meisterrennen, das für die Kieler am 29. August mit der Partie gegen den Aufsteiger Friesenheim startet, erwartet Gislason anders als in der vorigen Saison keinen Zweikampf.

Vielmehr würden diesmal neben dem HSV Hamburg auch die SG Flensburg-Handewitt, die Rhein-Neckar Löwen, der TBV Lemgo sowie der VfL Gummersbach mitmischen. Der THW müsse für die Mission Titelverteidigung "außergewöhnliche Leistungen bringen". (126233DIASHOW: Handball-Wechselbörse)

Er selbst hat noch lange nicht genug: "Ich möchte gern in der Liga bleiben, bis ich 60 bin. Bevor ich abkratze, werde ich sowieso kaum vom Handball wegkommen", formuliert er es drastisch. Mit 60 Jahren wolle er dann noch einmal als Nationaltrainer arbeiten.

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