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Die SG Flensburg-Handewitt um Johnny Jensen (M.) fand kein Mittel gegen den SCM © getty

Mit dem höchsten Saisonsieg hängt der THW Kiel seinen Verfolger aus Flensburg ab. Essen freut sich über die ersten Punkte.

München - Sportliche Spannung an der Spitze, Überlebensangst im Tabellenkeller: Während Tabellenführer und Rekordmeister THW Kiel nach einem Patzer von Nordrivale SG Flensburg-Handewitt seinen Vorsprung ausbaute, sendete TuSEM Essen zwar ein kleines sportliches Lebenszeichen, muss aber weiter um die Existenz zittern.

Einen Tag nach dem ersten Saisonsieg beim 27:26 (13:12) am Samstagabend gegen GWD Minden kam am Sonntagmorgen um 10.00 Uhr die Gesellschafterversammlung des von der Insolvenz bedrohten Ex-Meisters zur Krisensitzung zusammen.

Der umstrittene Geschäftsführer Horst-Gerhard Edelmeier kündigte für den Beginn der Woche eine Entscheidung an: "Ich habe der Mannschaft gesagt, dass sie am Dienstag Auskunft erhält, wie es weitergeht."

Edelmeier bietet Rücktritt an

Dem "WDR" sagte Edelmeier, er habe seinen Rücktritt angeboten, "wenn man meint, das wäre ein guter Anfang. Wenn da jemand ist, der es machen will, soll er sich outen."

In Essen gilt Niels Ellwanger, stellvertetender Leiter der Handball-Abteilung, als heißer Kandidat auf die Nachfolge des ehrenamtlich agierenden Edelmeier. "Wir müssen völlig neue Strukturen aufbauen. Geschäftsführer ist ein absoluter Fulltimejob, es ist nicht möglich, das nebenher zu machen", sagte Manager Stefan Hecker.

400.000 Euro fehlen dem Klub kurzfristig, insgesamt ist es rund eine Million. Im Falle einer Insolvenz muss TuSEM zum zweiten Mal nach 2005 zwangsabsteigen, könnte die Saison bestenfalls noch zu Ende spielen.

Kiel großer Sieger

Da eine Insolvenz oder möglicherweise ein Rückzug des TuSEM kein gutes Bild auf die ganze Liga werfen würden, geriet die Spitze am Wochenende fast ins Hintertreffen.

Dort war der THW Kiel trotz Verletzungssorgen der große Sieger. Während die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason mit einem 43:22 (20:8) beim Stralsunder HV die Bilanz auf 19:1 Punkte schraubte, geriet Verfolger SG Flensburg-Handewitt (15:3 Punkte) beim 26:33 (13:16) beim glänzend aufgelegten SC Magdeburg überraschend unter die Räder.

Zudem zogen der TBV Lemgo (17:3 Punkte) mit einem 35:27 (17:12) bei den Füchsen Berlin sowie die HSG Nordhorn (17:3) mit einem 30:23 (14:12) beim TV Großwallstadt noch an den Flensburgern vorbei.

Gille fällt lange aus

Den fünften Sieg in fünften Pflichtspiel in Serie verbuchte der schwach gestartete HSV Hamburg (11:7). Die Hanseaten setzten sich 30:23 (16:12) gegen Frisch Auf Göppingen durch, müssen allerdings mehrere Wochen auf Olympiasieger Bertrand Gille verzichten. Der französische Kreisläufer erlitt im Training am Freitag einen Syndesmoseriss im rechten Sprunggelenk.

Auf den fünften Platz kletterte der VfL Gummersbach (14:6) nach einem etwas überraschenden 29:27 (15:13) bei den weiter im Mittelfeld steckenden Rhein-Neckar Löwen.

Im Tabellenkeller kam Aufsteiger Bayer Dormagen beim 27:24 (16:15) gegen HBW Balingen-Weilstetten zum zweiten Saisonsieg.

Remis und Vertragsverlängerung

Die HSG Wetzlar musste sich dagegen mit einem 30:30 (15:15) gegen MT Melsungen begnügen, konnte sich aber über einen Treuebeweis freuen.

Der griechische Rekord-Nationalspieler Georgios Chalkidis hat seinen Vertrag bei der HSG vorzeitig bis 2012 verlängert.

"Wir sind sehr froh, dass wir auch mit Giorgos langfristig planen können", sagter Wetzlars sportlicher Leiter Rainer Dotzauer: "Er ist das Herzstück unserer Defensive und gehört sicherlich zu den besten Abwehrspielern der Liga."

Der 31-jährige Kreisläufer spielt seit 2007 in Wetzlar

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