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Neuzugang von BSV Bjerringbro-Silkeborg: Kreisläufer Milutin Dragicevic © imago

Nach Narcisses Ausfall hat der THW Kiel seine Schockstarre überwunden: Mut macht vor allem die Power des neuen Kreisläufers.

Von Christian Paschwitz

München - Die Hiobsbotschaft um Daniel Narcisse traf die Spieler des THW Kiel bis ins Mark.

"Beim Abendessen am Freitag standen wir alle unter Schock. Wir haben nicht darüber gesprochen, daran gedacht haben alle", räumte Filip Jicha ein.

Erst in der Bundesliga-Rückrunde und damit frühestens im Dezember wird Narcisse dem Abonnement-Meister wieder zur Verfügung stehen.

Beim Heide-Cup in Lüneburg hatte sich Kiels Rückraum-Shooter das vordere Kreuzband gerissen. Wieder einmal.

Jicha macht Narcisse Mut

Doch auf die Schockstarre folgte beim THW alsbald die Aufbruchstimmung - und der Mutmacher für Narcisse.

"Er hatte schon einmal einen Kreuzbandriss und konnte danach auch wieder springen wie ein Junger, er wird es diesmal auch schaffen", so Jicha in den "Kieler Nachrichten".

Bis es soweit ist, müssen die Kieler indes ohne ihren französischen Olympiasieger auskommen, wegen seiner Sprungkraft "Air France" genannt. Bereits am Montag soll Narcisse in seiner Heimat operiert werden.

Derad schließt Nachverpflichtung aus

An der Förde setzen sie nun trotzig auf das vorhandene Kollektiv.

Bei SPORT1 erklärte THW-Geschäftsführer Uli Derad, trotz des Ausfalls von Narcisse vorerst nicht auf dem Transfermarkt tätig zu werden. 126233(DIASHOW: Handball-Wechselbörse)

"Natürlich werden uns die individuellen Fähigkeiten von Daniel fehlen. Aber ansonsten sind wir gut besetzt. Die Jungs sind in der Lage, den Ausfall gemeinsam zu kompensieren", so der Manager.

Lehrstunde für Kielce

Der Turnier-Sieg am vergangenen Wochenende war dafür immerhin schon einmal ein kleiner Fingerzeig.

Im Finale deklassierte das Team von Trainer Alfred Gislason den polnischen Spitzenclub KS Vive Kielce mit 40:24 (19:11).

Zeitweise geriet die "kleine Generalprobe" für die Champions League-Vorrunde, in der beide Mannschaften ebenfalls aufeinander treffen, zu einem Scheibenschießen.

Gislason: "Weiter als im Vorjahr"

Bemerkenswert dabei: "Wir sind eingespielt und deutlich weiter als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr", meinte Gislason hinterher nach dem dritten Sieg im dritten Turnier-Spiel.

Zuvor hatten die Kieler auch den spanischen Erstligisten CAI Aragon (39:25) und den TV Großwallstadt (39:20) im Spaziergang geschlagen.

Das lag nicht zuletzt auch an Milutin Dragicevic, neben Abwehr-Speziaist Daniel Kubes einziger Neuzugang.

Dragicevic unaufhaltsam

Der vom dänischen BSV Bjerringbro-Silkeborg gekommene Kreisläufer bewies vor allem im Auftaktspiel gegen Aragon eindrucksvoll, wie wertvoll er in dieser Saison werden kann.

Das Kraftpaket leistete sich bei zwölf Treffern gegen Aragon gerade mal einen Fehlversuch - was auch Jicha nachhaltig verwunderte.

"Eine richtige Maschine"

"Besonders Milutin hat mich beeindruckt, das ist eine richtige Maschine", meinte der THW-Routinier über den 100 Kilogramm schweren Serben.

Viel Respekt zollte Dragicevic auch Aragons Demetrio Lozano.

"Der ist unglaublich", lobte der Ex-Kieler. "Der hat Kraft, ist wendig und kaum zu stoppen."

Spitzname "Herkules"

Dragicevic, Spitzname passenderweise "Herkules", sieht seine Rolle vorerst noch bescheiden, obwohl sich abzeichnet, dass er angesichts der Personalsituation mehr als nur in die Bresche springt.

"Ich möchte ein Teil dieses Teams werden und meinen Platz in der Mannschaft finden", äußert sich der 27-Jährige diplomatisch.

Der ist ihm gewiss, interpretiert Dragicevic seine Rolle weiterhin so fulminant.

Erstes HSV-Duell im Supercup

Aus Kieler Sicht am besten schon in zwei Wochen beim Supercup in München (24. August).

Dann trifft der TWH erstmals in dieser Saison auf Erzrivale HSV Hamburg

Die Hanseaten wurden beim Heide-Cup zwar nur Fünfter, zeigten sich aber zumindest beim 40:14 (20:5) gegen Königsklassen-Klub KIF Kolding ebenso in starker Frühform.

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