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Krzysztof Lijewski gewann mit dem HSV 2009 den Supercup gegen den THW Kiel © getty

Mit der anstehenden OP bei Krzysztof Lijewski erleidet nach Kiel auch der zweite Meisterschaftsanwärter HSV einen Rückschlag.

Von Julian Meißner

München - Dem Schock beim THW Kiel folgte der Schock beim HSV Hamburg: Innerhalb weniger Tage haben die beiden ersten Anwärter auf den Meistertitel einen schweren Rückschläg in der finalen Phase ihrer Saisonvorbereitung hinnehmen müssen.

Erst riss sich THW-Star Daniel Narcisse das vordere Kreuzband des linkes Knies, am Montag folgte die niederschmetternde Diagnose für Hamburgs Krzysztof Lijewski.

Der Linkshänder muss sich wegen einer beginnenden Instabilität in der Wurfarmschulter einer Arthroskopie unterziehen und droht mehrere Monate auszufallen.

"Das wäre natürlich ein schwerer Rückschlag für uns", fürchtet Hamburgs Sportlicher Leiter Christian Fitzek im Gespräch mit SPORT1: "Am Mittwoch wird er operiert, dann wissen wir mehr."

Zwei Linkshänder bleiben

Trainer Martin Schwalb sagte: "Der Ausfall von Krzysztof noch vor Beginn der Saison ist eine regelrechte Hiobsbotschaft. Wir werden alles versuchen, damit er so schnell wie möglich wieder mit von der Partie sein kann."

Der Saisonstart wird jedenfalls ohne den Polen stattfinden. Beim Prestigeduell im Super Cup in München (24.8., 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) gegen den THW werden mit Krzysztofs Bruder Marcin und Flügelspieler Hans Lindberg aller Voraussicht nach nur zwei Linkshänder im HSV-Kader stehen.

Kein Blitztransfer geplant

"Das ist ganz schlecht für uns und schwer zu kompensieren", sagt Schwalb, der einen Blitztransfer laut "Hamburger Morgenpost" aber ausschloss.

Stefan Schröder quält sich nach seinem Kreuzbandrisss Ende Mai im letzten Hamburger Heimspiel gegen Hannover noch in der Reha und wird erst wieder im Herbst einsatzfähig sein.

Im Training müsse man deshalb nun "experimentieren", so Schwalb.

Alle Augen auf Kraus

Dafür wird Nationalspieler Michael Kraus beim Duell zwischen Meister und Pokalsieger sein offizielles Debüt im HSV-Dress geben. Der 26-Jährige war im Juli nach langem Transferpoker 126233vom TBV Lemgo an die Elbe gewechselt.

"Mimi ist ein Top-Handballer und ein sehr guter Mensch. Er wird sich in unsere Mannschaft integrieren", ist sich Fitzek sicher: "Hamburg ist für ihn eine große Chance."

Schließlich sei er im Star-Ensemble der Hanseaten nur einer von vielen. Kraus, der in der Vergangenheit Probleme mit der Disziplin an den Tag legte, soll vom Kollektiv des Teams zu Höchstleistungen getrieben werden.

Fitzek: "Er kommt in eine funktionierende Mannschaft und muss sich durchsetzen."

Trainerfrage weiter offen

Unklarheit herrscht beim HSV weiter - zumindest nach außen - was die Trainerfrage nach der kommenden Saison angeht.

Schwalb rückt 2011 ins Management auf, sein Nachfolger ist offenbar schon gefunden.

Als perfekt meldeten Hamburger Medien bereits eine Verpflichtung des Flensburger Coaches Per Carlen, der zudem seinen Sohn Oscar mitbringen würde.

Noch nichts unterschrieben

Sinn würde die Rochade machen, schließlich wechselt Krzysztof Lijewski im nächsten Sommer zu den Rhein-Neckar Löwen und hinterlässt eine Lücke im rechten Rückraum.

Doch die Hamburger dementierten umgehend, auch Per Carlen sprach von "totalem Quatsch".

Fitzek erklärte am Dienstag in München, es habe "eine Menge Missverständnisse" gegeben: "Die Spekulationen sind ins Uferlose geschossen."

Namen wie Talant Duschebajew und Noka Serdarusic waren ins Spiel gekommen.

Der Sportchef beharrt aber darauf, es sei noch nichts unterschrieben. Nur soviel stehe fest: "Wir werden den neuen Trainer im Februar bekannt geben."

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