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Thorsten Storm spielte in der Bundesliga für Flensburg und den THW Kiel © imago

Thorsten Storm kontert die Kritik des Bundestrainers an der Löwen-Personalpolitik und wirft Brand mangelnden Respekt vor.

Von Andreas Kloo

München - Thorsten Storms Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Heiner Brand hatte die Personalpolitik der Rhein-Neckar Löwen via "SportBild" heftik kritisiert:

"Für den Aufbau einer Spitzenmannschaft ist Geduld erforderlich und nicht stetiger Wechsel", hatte der Bundestrainer gestichelt.

Der Löwen-Manager wirft Brand nun in der gleichen Zeitschrift mangelnden Respekt vor und giftet zurück: "Besserwisserei bringt keinen weiter. Das kann hier auch keiner mehr hören."

Storm ist der Meinung, Brand habe grundsätzlich nicht das Recht, seinen Klub zu kritisieren, da ihm dazu der nötige Einblick fehle.

Storm vermisst Brands Nähe

"Wenn etwas schwer nachzuvollziehen ist, muss man sich erst einen richtigen Eindruck verschaffen. Und das wiederum geschieht nur durch entsprechende Nähe. Die hat Heiner Brand zu den Löwen nicht", hält der 45-Jährige fest.

Dabei kann Brand seine Kritik an den Löwen durchaus mit objektiven Fakten untermauern.

In der Tat haben die Badener vor der Saison neun Spieler abgegeben und mit Gunnarsson, Schmid, Lund und Cupic vier Neue geholt.(126233DIASHOW: Handball-Wechselbörse).

THW Kiel als Schuldiger ausgemacht

Doch Storm nennt auch einen Schuldigen für die inkonsequente Personalpolitik: den THW Kiel.

Die Bestechungsaffäre ließ im Frühjahr 2009 einen geplanten Mega-Deal der Löwen platzen, wie Storm erzählt: "Trainer Noka Serdarusic, Nikola Karabatic und Vid Kavticnik hatten zugesagt. Dann geriet Kiel in den Verdacht, Schiedsrichter bestochen zu haben und wir mussten die Verträge zerreißen."

Serdarusic sagte angeblich aus gesundheitlichen Gründen ab, trainiert aber jetzt den slowenischen Klub RK Celje und das Nationalteam Sloweniens. Karabatic und Kavticnik wechselten schließlich nach Montpellier.

"Unsere Zeit wird kommen"

Storm sieht ohnehin seine Aufbauarbeit bei den Löwen nicht genügend gewürdigt. "Als ich hier anfing, war die Geschäftsstelle in einem Hinterhofkeller", blickt er auf das Jahr 2007 zurück, als er den Job bei den Löwen antrat.

Drei Jahre später sei die Lage ganz anders. "Hier musste eine neue Basis gelegt werden, auf dem Feld, aber auch im Umfeld und in der Struktur. Beides haben wir nun. Unsere Zeit wird kommen", prognostiziert Storm selbstbewusst.

Forderung an den Bundestrainer

Vom Bundestrainer fordert er darüber hinaus noch mehr Engagement für den Handball in Deutschland. "Er ist der einzige A-Promi, den der Handball in Deutschland hat. Mit seinem Namen und seinen Kontakten könnte der Handball und die Liga noch viel besser dastehen."

Es bleibt abzuwarten, ob Brand auf diese Vorwürfe eine Antwort parat hat. Runde drei im Duell Brand gegen Storm bahnt sich bereits an.

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