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Linksaußen Dominik Klein traf gegen Montpellier zweimal © getty

Mit starken Auftritten beim Schlecker-Cup sammelt der THW Kiel weiter Selbstvertrauen, muss aber einen neuerlichen Schock verkraften.

Von Andreas Kloo

München - Nikola Karabatic und Vid Kavticnik staunten nicht schlecht. Es war beeindruckend, was ihr Ex-Team aus Kiel im Finale des Schlecker-Cups zeitweise bot.

Montpellier AHB biss sich an der THW-Abwehr immer wieder die Zähne aus. Vorne spielten sich die Kieler in einen Torrausch und siegten schließlich mit 37:26.

Zuvor hatte der Champions-League-Gewinner bereits Erfolge über RK Zagreb (40:30) und Ademar Leon (36:26) gefeiert und somit den Titel aus dem Vorjahr verteidigt.

Den Berliner Füchsen gelang beim gleichen Turnier mit Rang fünf und einem abschließendem 34:30 gegen Leon ein Achtungserfolg.

Ahlm ratlos

THW-Kapitän Marcus Ahlm kann sich die starke Frühform selbst nicht so richtig erklären.

"Schwer zu sagen, warum wir unsere Spiele so hoch gewinnen", sagte Ahlm, mit sechs Treffern erfolgreichster Torschütze gegen Montpellier. "Trotzdem bin ich froh über unser Spiel, es macht viel Spaß."

Selbst vom weiter anhaltenden Verletzungspech lässt sich der THW Kiel nicht beirren.

Sprenger erneut verletzt

In der Partie gegen Leon knickte Rechtsaußen Christian Sprenger und zog sich am gerade erst operierten Sprunggelenk eine schwere Verstauchung zu. Damit fällt der Nationalspieler mindestens zwei Wochen aus.

Sein Einsatz beim Saisonauftakt gegen Friesenheim am 29. August ist somit fraglich. Beim Super Cup am 24. August gegen den HSV (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) fehlt er definitiv.

Die personelle Lage des THW ist also weiterhin alles andere als rosig. Daniel Narcisse fällt mit einem Kreuzbandriss die gesamte Vorrunde aus . Kim Andersson laboriert an einer Kniverletzung und bestritt bislang kein einziges Testspiel.(DATENCENTER: Der Bundesliga-Spielplan)

Derad zuversichtlich

Doch die Erfolge in der Vorbereitung machen den Norddeutschen Mut, dass sie diese Nackenschläge wegstecken. Trainer Alfred Gislason ist sich in den "Kieler Nachrichten" sicher, dass das Team besser spiele "als zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr."

Und Manager Uli Derad bestätigt bei SPORT1: "Die Mannschaft ist über die letzte Saison weiter zusammengewachsen." (Derad bei SPORT1: "Mehr Favorit geht nicht")

Dazu kommt laut Ahlm, dass das Grundgerüst der Mannschaft steht: "Wir müssen keine neuen Spieler im Rückraum integrieren."

Neuzugänge passen

Der Neuzugang aus Lemgo, Daniel Kubes, kam zuletzt vor allem in der Defensive zum Einsatz.

Und Kreisläufer Milutin Dragicevic zeigt keine Anpassungsprobleme. "Ich habe mich schnell wohl gefühlt in diesem Team. Die Mannschaft macht es mir aber auch leicht", berichtet der 27-jährige Serbe.

Trainer setzen auf Kiel

So verwundert es nicht, dass der THW bei den Bundesligatrainern auch vor der kommenden Saison wieder als absoluter Top-Favorit gilt: 17 der 18 Coaches nannten die "Zebras" in einer Umfrage der "Handballwoche" als Meisterschaftsfavoriten.

Da Mehrfachnennungen möglich waren, entfielen auf Vizemeister HSV Hamburg noch neun Stimmen. Auch der große Rivale zeigt sich bereits in guter Verfassung

HSV gewinnt Intersport Masters

Im Endspiel des Intersport Masters besiegte der Pokalsieger die Rhein-Neckar Löwen mit 32:31. Dabei drehte der HSV einen 15:18-Pausenrückstand. Hans Lindberg war mit acht Treffern bester Torschütze.

Zum ersten Kräftemessen zwischen den beiden Top-Teams kommt es dann beim Super Cup.

Dann wird sich zeigen, ob der Meister die personellen Ausfälle weiter so gut wegsteckt.

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