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Lars Christiansen ist mit 288 Spielen dänischer Rekordnationalspieler © getty

Beim emotionalen Abschied des Flensburger Dauer-Linksaußens endet bei der SG eine Ära. "Der Verein ist mein Leben", bekennt er.

Von Andreas Kloo

München - Spätestens als das überdimensionale Transparent mit der Nummer 15 über die Flensburger Nordtribüne wanderte, war klar: Hier geht eine Ära zu Ende.

14 Jahre lang war Lars Christiansen mit dieser Trikot-Nummer für die SG Flensburg-Handewitt in der Bundesliga aktiv. Ende der abgelaufenen Saison wechselte er in seine dänische Heimat zum KIF Kolding.

Nun verabschiedete er sich offiziell von den Flensburger Fans.

Dauerkarte bis 2017/72

"Der Verein ist mein Leben, ein Traum ist in den 14 Jahren in Erfüllung gegangen", sagte der Däne zur persönlichen Bedeutung der SG.

Der Abschied aus Flensburg fiel dem 38-Jährigen deshalb nicht leicht. Doch er muss sich nicht vollständig von seinem Team trennen. Der Verein schenkte ihm eine Dauerkarte bis zur Saison 2071/72.

Finish gehört Christiansen

Im Abschiedsspiel zwischen der aktuellen Flensburger Mannschaft und dem Team Dänemark durfte der Weltklasse-Linksaußen noch einmal seine ganze Klasse unter Beweis stellen.

Die letzten vier Treffer der Partie, die nicht ganz zufällig Unentschieden endete, erzielte der Mann des Tages allesamt selbst.

Teilweise auch unter großer Mithilfe der Kollegen: Bei einem Tor trugen Thomas Mogensen und Lasse Boesen den Publikumsliebling zum Wurfkeis.

Zu diesem Zeitpunkt hielt es die 6.000 Zuschauer in der Campushalle längst nicht mehr auf den Sitzen.

Auch beim Gegner beliebt

Nicht nur Heiner Brand ist überzeugt davon, dass eine herausragende Persönlichkeit Abschied genommen hatte. "Ich habe selten einen solchen Menschen wie Lars Christiansen gesehen", ließ der Bundestrainer, der selbst nicht vor Ort sein konnte, übermitteln.

Auch andere haben eine solch positive Meinung von Christiansen. So ist er auch bei den gegnerischen Fans überaus beliebt.

"Ich habe oft erlebt, dass Lars Christiansen selbst bei Spielen in gegnerischen Hallen gefeiert wurde", erzählte SG-Gesellschafter Manfred Werner bei der Ehrung Christiansens.

Eggert als sportlicher Ersatz

Sportlich ist Christiansen schwer zu ersetzen. Mit 2725 Treffern ist er hinter Kyung-Shin Yoon, dem 2908 Tore gelangen, zweitbester Bundesliga-Torschütze aller Zeiten.

"Er hinterlässt große Fußstapfen", muss auch Trainer Per Carlen eingestehen. "Mit Anders Eggert haben wir einen würdigen Nachfolger für die Position gefunden", ist er sich aber sicher.

Anders sieht es bei der menschlichen Lücke aus, die durch Christiansens Abgang entsteht: "Lars ist ein Vorbild für viele Spieler, von seiner Persönlichkeit wird er bestimmt schwer zu ersetzen sein", stellt Carlen fest.

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