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Gegen Kiel feierte der HSV bereits seinen vierten Supercup-Erfolg © getty

Dem Prestige-Sieg im Supercup über den THW Kiel folgt die Kampfansage. Lackovic spricht von "Potenzial für alle drei Titel".

Aus München berichtet Julian Meißner

München - Der Hamburger Jubel fiel verhalten aus nach der Titelverteidigung im Supercup, aber als Muntermacher für die am Mittwoch beginnende Saison in der Toyota HBL nahm der Vizemeister den 27:26 (13:11)-Sieg über den THW Kiel gerne an.

"Es ist immer schön, den ersten Titel der Saison zu gewinnen", meinte Pascal Hens im Gespräch mit SPORT1: "Es ist nicht einfach, den THW Kiel zu schlagen. Wir sind froh, dass wir das heute geschafft haben. Der Sieg ist gut fürs Selbstvertrauen."

Sein Kollege im linken Rückraum, der Kroate Blazenko Lackovic fügte an: "Wir wissen nun, wo wir stehen und sind auf dem richtigen Weg. Aber die Saison ist lang. Und letztes Jahr haben wir auch den Supercup geholt und dann am Ende 'nur' den DHB-Pokal gewonnen."

Diese Jahr wolle man "einen Schritt mehr machen", so Lackovic: "Heute haben wir bewiesen, dass wir das Potenzial haben, in Richtung aller drei Titel anzugreifen."

Müde "Zebras"

Dem Pokalsieger war ein Blitzstart ins Duell mit dem Meister gelungen. Über die gesamte Spielzeit dominierten die Hanseaten den Rivalen von der Förde und retteten den verdienten Sieg am Ende mit etwas Glück über die Zeit.

Dabei wirkten die "Zebras" nach intensiver Vorbereitung müde und ließen sowohl offensiv als auch in der Abwehr noch viel Luft nach oben.

THW-Trainer Alfred Gislason sagte: "Ich bin sehr enttäuscht und natürlich nicht zufrieden mit unserer Leistung. In der Vorbereitung hatten wir zuvor deutlich besser gespielt. Heute haben wir uns hingegen viele technische Fehler und Fehlwürfe geleistet und es nicht geschafft, unser Spiel zu zeigen."

Fehlende Konsequenz

Dass es am Ende noch einmal eng wurde, lag vor allem an der fehlenden Konsequenz der Hamburger, die ihre frühe Führung (4:0/6.) lange hielten und beim 26:21 (54.) schon wie der sichere Sieger aussahen.

Doch der THW kämpfte sich noch einmal heran, vergab allerdings durch ein Stürmerfoul des zweitbesten Kieler Werfers Christian Zeitz (6) in den Schlusssekunden die Möglichkeit zum Ausgleich.

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Nur Filip Jicha (7/3) traf häufiger als Zeitz, der die Aufgabe im rechten Rückraum aufgrund der Verletzung Kim Anderssons erneut alleine zu lösen hatte.

Mäßiger Einstand von Kraus

Hens analysierte: "Am Ende haben wir vergessen aufs Tor zu gehen. Du schaust auf die Uhr und denkst, das reicht schon. Wenn du das machst, ist es schon zu spät, gerade gegen den THW. Das war nicht gut, aber am Ende haben wir doch verdient gewonnen."

Unter seinen Möglichkeiten blieb Neuzugang Michael Kraus, der bei seinem ersten Pflichtspiel für die Hamburger in der Startformation stand.

Der Schwabe deutete jedoch an, dass er möglicherweise der bislang fehlende Baustein bei der Jagd des HSV auf den Meistertitel sein könnte und sprach nach der Partie von einem "schönen Gefühl".

Ersatz für Lijewski

"Mimi ist sehr gut integriert und kann mit seiner Vorbereitung absolut zufrieden sein", meinte Hens: "Mit seiner Explosivität kann er noch sehr wichtig werden für uns."

[kaltura id="0_lqdgeu2l" class="full_size" title="Hamburgs Kampfansage auf dem Parkett"]

Bezeichnend war, dass Kraus seine beiden Treffer gegen Kiel aus dem rechten Rückraum erzielte, der Position, die sich nach dem Ausfall Krzysztof Lijewskis zur Problemzone im Hamburger Angriff entwickeln könnte.

Mit dessen Bruder Marcin hat HSV-Coach Martin Schwalb nur noch einen Linkshänder für den Rückraum zur Verfügung.

Auftakt gegen Göppingen

"Nach Zlotys Operation haben wir viel so trainiert", erklärte Hens die Variante mit drei Rechtshändern: "Schon gegen Aalborg bei unserer Saisoneröffnung hat Mimi auf Halbrechts sehr gut gespielt. Mit seinem schnellen Armzug hat er auf der rechten Seite vielleicht sogar einen kleinen Vorteil."

In der Liga erwartet den HSV mit dem Auswärtsspiel bei Frisch Auf Göppingen am Samstag gleich ein echter Prüfstein.

Lackovic ist gewarnt: "Das Spiel in Göppingen wird eine heiße Kiste, das ist sicher. Sie haben letztes Jahr ihre Qualitäten gezeigt, besonders zu Hause. Da haben wir bei Frisch Auf zwei Punkte verloren." Seine Forderung: "Wir dürfen uns keinen Fehlstart leisten."

Trainer-Situation ungeklärt

Die Personalie des Hamburger Trainers nach der laufenden Saison ist unterdessen weiter ungeklärt.

Schwalb, der sich nach dem erfolgreichen "Schlussakt einer langen Vorbereitungszeit" vor allem um Kapitän Guillaume Gille (Finger ausgekugelt) und Torjäger Hans Lindberg (Knöchel) sorgte, rückt 2011 in die Geschäftsführung des HSV auf.

Die Ungewissheit und der Wirbel um den vermeintlich feststehenden Wechsel von Flensburgs Trainer Per Carlen an die Elbe sollte das Team aber nicht weiter beeinflussen, meinte Hens.

"Wir können daran nichts ändern", kommentierte "Pommes" die prekäre Situation: "Ich weiß nur, dass Schwalbe unser Trainer ist und wir viel vorhaben dieses Jahr. Was dann kommt, wird man sehen. Wir würden ihn jedenfalls gerne mit einem Titel verabschieden. Oder auch mehreren."

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