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Karol Bielecki kam 2007 vom SC Magdeburg zu den Löwen © imago

Beim Saisonauftakt der Löwen saß Karol Bielecki 60 Minuten auf der Bank. Gegen Göppingen soll er nun wohl sein Comeback geben.

Von Martin Hoffmann

München - Er stand keine Sekunde auf dem Spielfeld. Er sagte auch kein Wort zur Presse.

Und dennoch war er es, über den beim Liga-Auftakt der Rhein-Neckar Löwen alle sprachen.

Karol Bielecki, der Mann, der im Juni bei einem Spielunfall auf einem Auge erblindet ist und der seinen Sport trotzdem weiter auf Top-Niveau betreiben will.

Beim Duell mit HSV-Bezwinger Frisch Auf Göppingen (ab 19.55 Uhr im LIVESTREAM) soll der Pole nun sein mit Spannung erwartet Pflichtspiel-Comeback in der Toyota HBL geben.

Spekulationen ausgelöst

In Balingen durfte er das noch nicht. Trainer Ola Lindgren gewährte dem Polen bei dem 31:30-Sieg nicht eine einzige Minute Einsatzzeit - was logischerweise Spekulationen auslöste (Die Stenogramme des 1. Spieltags).

Ist Bielecki doch noch nicht so fit, wie von seinem Klub fortlaufend versichert wird?

Fehlt das Vertrauen in den Rekonvaleszenten, der das Spiel mit seiner nun eingeschränkten Sehkraft zu einem guten Teil neu erlernen muss?

"Taktische Gründe"

Oder will Lindgren ihn einfach noch schützen vor dem potenziell auch schädlichen Zuschauer- und Medieninteresse, das Bielecki mit seiner dramatischen Verletzungsgeschichte ausgelöst hat?

Zumal er in Balingen vom Publikum "wie ein Zirkuspferd" gemustert wurde, wie es die "Rhein-Neckar-Zeitung" formulierte.

Lindgren weist all diese Interpretationen zurück. "Das hatte taktische Gründe", kommentierte er den Verzicht auf Bielecki, "einzig und allein taktische Gründe."

Aufholbedarf in der Abwehr

Grzegorz Tkaczyk sei gegen Balingens 3-2-1-Abwehr die bessere Wahl im linken Rückraum gewesen.

Und mit acht Toren rechtfertigte dieser auch die Haltung seines Coachs in Sachen Bielecki: "Es gab keinen Grund, ihn einzusetzen."

Gegen Göppingen soll Bielecki aber nun wohl auflaufen, wenn auch nur im Angriff, nicht in der Abwehr: "Da muss Karol weiter an sich arbeiten, um sein eingeschränktes Sichtfeld zu kompensieren", so Lindgren.

Respekt vor Frisch Auf

Der Löwen-Coach kann sich gegen Göppingen keine Experimente leisten, der Respekt vor Frisch Auf ist groß, nicht erst seit dem Sieg gegen Vize-Meister Hamburg (VIDEO-ANALYSE).

"Göppingen gehört unter die ersten fünf Mannschaften der Bundesliga. Der Verein hat sich aus meiner Sicht hervorragend entwickelt. Dort macht man gute Arbeit", würdigt Manager Thorsten Storm das Team von Trainer Velimir Petkovic.

Gier nach dem nächsten Coup

Das würde den nächsten Überraschungscoup nur zu gerne folgen lassen.

"Mit drei Toren gewinnen" würde sein Team bei den Rhein-Neckar Löwen, sollte es die Leistung vom Sonntag wiederholen, meint Rückraumspieler Michael Thiede in der "Südwest Presse".

Teamkollege Christian Schöne ist vor dem abendlichen Duell vorsichtiger: "Die Rhein-Neckar-Löwen sind eine erfahrene Mannschaft. Wir fahren dort als Außenseiter hin."

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