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Bob Hanning ist seit Juli 2005 Manager und Mitgründer der Berliner Füchse © getty

Liga-Vize Bob Hanning beschwert sich über miserable Zustände in der Chefetage der Toyota HBL und fordert mindestens eine Million.

Von Annette Bachert

München ? Die Toyota HBL ist die beste Liga der Welt. Etwa "270 der weltweit besten 300 Handballer" spielen laut dem Vizepräsident der HBL, Bob Hanning, in den höchsten beiden Spielklassen Deutschlands.

Trotzdem verkaufe sich die Liga weit unter Wert, die Zustände in der Führungsetage seien "wie in einem Dorfklub", und Geschäftsführer Frank Bohmann "wie ein Gemischtwarenhändler".

Das sagt Hanning in einem Interview mit der "Sport-Bild" und fordert die Professionalisierung der Spielklasse. Als Gründe für die Misstände sieht der Manager der Füchse Berlin vor allem die zu dünn besetzte HBL-Spitze und daraus resultierende fehlende Zeit, das "sensationelle Produkt" entsprechend zu vermarkten.

Bohmann sollte mehr "gestalten"

Bohmann sollte sich nicht um Bandenwerbung und TV-Verträge kümmern, sondern mehr "gestalten", meint Hanning.

Anstatt größtenteils ehrenamtliche Mitarbeiter zu beschäftigen schlägt Hanning vor, hauptamtliche Spitzenkräfte einzustellen. Er fordert mindestens eine Million Euro zusätzlich für die Liga-Verwaltung.

Und die soll in der Hauptsache von den Vereinen kommen. Schließlich würden die nahezu jährlich ihre Etats erhöhen, immer höhere Gehälter zahlen und die Top-Spieler von den besten Mannschaften Europas holen.

"Danach viel mehr Geld"

"Zumindest in den ersten drei Spielzeiten", kalkuliert Hanning mit 700.000 Euro von den 36 Bundesliga-Vereinen, bis zu eine halbe Million könne aus Einsparungen im Liga-Etat dazukommen. "Danach müssen wir so weit sein, dass die Liga den Klubs viel mehr Geld zahlt."

Die Champions-League-Teilnehmer Kiel, Hamburg und Rhein-Neckar Löwen sollten 70.000 zahlen, die Berliner hätten "kein Problem damit, 30.000 Euro zuzusteuern". Von den Zweitligisten hofft er auf 5000 Euro, notfalls müssten Darlehen her.

Desweiteren beklagt Hanning den mangelnden Einfluss der Liga. "Wir sind wir nicht genug, haben keinerlei Einfluss. Weder im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), noch im Europäischen verband EHF, nicht im Weltverband IHF", so Hanning, "das ist alles traurig und nicht zielführend!"

Einen Rücktritt als Vizepräsident der Toyota HBL schloss er nicht aus: "Ich habe keinerlei persönliche Ambitionen. Mir geht es nur um die Sache. Ich will nicht erleben, dass die Leute sagen: Die haben die stärkste Liga der Welt und nicht daraus gemacht."

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