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Der THW Kiel um Christian Zeitz (l.) trennte sich letzte Saison 27:27 und 30:32 von Lemgo © imago

Lemgo weist in den letzten zwei Jahren eine positive Bilanz gegen Kiel auf. Beim THW spielt ein Ex-Nationalspieler groß auf.

Von Rainer Nachtwey

München/Kiel - Zehn Tore gegen Friesenheim, acht gegen den DHC Rheinland: Christian Zeitz ist derzeit in bestechender Form (STATISTIK: Stenogramme des 2. Spieltags).

Der Weltmeister von 2007 rangiert in der Torschützen-Liste auf Platz drei hinter Hans Lindberg (28) und Marcin Lijewski (19). Allerdings haben die beiden Hamburger jeweils drei Spiele absolviert, der Kieler Rückraumschütze nur zwei (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Im Duell mit Ex-Meister TBV Lemgo (So., ab 17 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und LIVESCORES) will der Linkshänder nicht nur sein Trefferkonto aufbessern, sondern zudem mit dem THW eine Sieglos-Serie gegen den Angstgegner stoppen.

Fans sind Ansporn genug

Neun Punkte gaben die Kieler in den letzten beiden Spielzeiten ab, fünf davon - also mehr als die Hälfte - an Lemgo.

Einen zusätzlichen Schub verspürt Zeitz trotzdem nicht. "Motivation sollte jeder mitbringen, um dieses Spiel gewinnen zu wollen", sagt er bei SPORT1. "Wir spielen in eigener Halle mit den Fans im Rücken. Das muss Anreiz genug sein."

Trainer musste auf Zeitz bauen

Einen Anreiz der besonderen Art erlebte Zeitz in der vergangenen Spielzeit. Hinter Kim Andersson erhielt er im rechten Rückraum wenig Einsatzzeit, schien bereits auf dem Abstellgleis zu landen.

Dann aber musste sich der Schwede einer Knie-OP unterziehen, Zeitz sprang in die Bresche und erfüllte seine Aufgabe glänzend. "Für mich persönlich war es positiv in der Hinsicht, dass ich mehr Spielanteile bekommen habe und der Trainer einfach auf mich bauen musste", sagt er.

OP war notwendig

Anderssons Pech war Zeitz' Glück - und das des THW.

Ohne Andersson, aber mit einem starken Zeitz, verteidigten die Norddeutschen die Meisterschale und holten sich zum zweiten Mal nach 2007 die Champions League.

"Die Operation war für Kim persönlich sicherlich nicht einfach, aber notwendig, weil er die Rückrunde nur unter Schmerzen spielen konnte. Letztendlich ging die Entscheidung zur OP von ihm aus", sagt der THW-Profi.

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Viel Training in der Sommerpause

Seit jener Zeit läuft es bei Zeitz, er spielt überragend und lässt Kiel selbst die Ausfälle von Andersson und Daniel Narcisse verschmerzen.

Ein besonderes Geheimrezept für seine Leistungen hat er nicht. "Ich habe in der Sommerpause sowohl Kraft als auch Ausdauer trainiert und bekomme meine Spielanteile", liefert er eine Erklärung.

Noch nichts Konkretes

Für seine derzeit starke Form soll der 29-Jährige nun auch entlohnt werden. Geschäftsführer Uli Derad kündigte bereits an, den im Sommer auslaufenden Vertrag verlängern zu wollen.

Allerdings relativiert Zeitz: "Bisher gibt es nichts Konkretes. Der THW hat seine Vorstellungen und ich habe meine. Jetzt kommt es darauf an, wie weit man sich näher kommt. Natürlich werde ich aber wie der THW auch andere Angebote einholen und mich dann entscheiden."

Mit einer starken Leistung im Härtetest gegen Lemgo dürfte Zeitz noch bessere Karten in der Hand haben.

Keine Tipps für Gislason

Etwas "mehr Spannung als sonst" verspürt Daniel Kubes vor dem Duell mit dem TBV, auch wenn das Spiel "nichts Besonderes" für den ehemaligen Lemgoer sein wird.

"Ich bin es mittlerweile gewöhnt, ich habe schon in mehreren Vereinen in Deutschland gespielt, aber es ist natürlich schön, alte Freunde wieder zu treffen", sagt Kubes im Gespräch mit SPORT1.

Vor der Partie gegen den Ex-Klub will er seine Kollegen kurz zur Seite nehmen, auf Tipps für Trainer Alfred Gislason verzichtet er hingegen. "Ich glaube, Alfred braucht das nicht."

Schnelles Spiel als Erfolgsrezept

Ein Erfolgsrezept hat der Tscheche allerdings parat. "Wir müssen aufpassen, dass der TBV nicht in einen Lauf kommt. Wenn sie viel Selbstvertrauen haben, sind sie zu allem in der Lage."

THW-Kollege Zeitz will dies durch konzentrierte Abwehrarbeit verhindern. "Wir müssen einfach gut in der Deckung stehen und unser schnelles Spiel durchbringen", weiß der Rückraum-Shooter.

Zerbe gibt sich zurückhaltend

Trotz der letzten Erfolge im direkten Duell geht Lemgos Geschäftsführer Volker Zerbe sehr zurückhaltend in die Begegnung.

"Es hilft uns nicht, auf den Ergebnissen der Vergangenheit herumzureiten. Der THW ist ganz klarer Favorit in dieser Partie, und wir versuchen, unsere personellen Probleme so gut es geht zu kompensieren", sagt der ehemalige Nationalspieler.

Preiß und Kehrmann fehlen

Trainer Volker Mudrow, der in Kiel auf Sebastian Preiß (Knie) und Florian Kehrmann (Wade) verzichten muss, ist hingegen sehr optimistisch. "Natürlich wissen wir, dass das ein ganz schwieriges Spiel werden wird, aber auch nach Kiel fahren wir, um zu gewinnen", sagt Mudrow.

"Wir haben die eine oder andere Idee, das Wichtigste ist aber, dass wir die Aufgabe mit einer positiven Einstellung angehen, entscheidend sind Attribute wie Leidenschaft und Kampfeskraft."

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