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Bob Hanning (r.) war bis 2004 Assistent von DHB-Coach Heiner Brand © imago

Füchse-Manager Bob Hannig würde sich den Tabellenstand nach dem sensationellen Berliner Sieg gegen den THW am liebsten einrahmen.

Berlin - Ein Sensationssieg gegen den Rekordmeister und Titelverteidiger THW Kiel, 9000 begeisterte Zuschauer und erstmals seit dem Aufstieg 2007 sogar Tabellenführer: Die Füchse Berlin mischen die Toyota HBL derzeit gehörig auf.

"Dieser Moment kommt in die Trophäensammlung", sagte Berlins Geschäftsführer Bob Hanning nach dem 26:23 (14:11) gegen Kiel.

Als einzige Mannschaft sind die Berliner nach fünf Siegen in fünf Spielen noch ohne Minuspunkt. Hanning: "Auf so etwas warten wir seit fünf Jahren."

Erstklassig seit 2007

Damals startete Hanning mit seinen Mitstreitern das Projekt Bundesliga-Handball in der Hauptstadt, professionalisierte die Strukturen der Abteilung des damaligen Zweitligisten Reinickendorfer Füchse - 2007 stieg die Mannschaft in die höchste deutsche Spielklasse auf.

Mittlerweile logiert Hanning mit seinem Büro am exklusiven Gendarmenmarkt in Berlin Mitte und hat in dieser Saison auch sein Team in neue Sphären geführt.

"Berlin hat einen großen Schritt nach vorne gemacht", sagte auch Kiels Meistertrainer Alfred Gislason nach der durchaus verdienten Niederlage im ausverkauften "Fuchsbau" Max-Schmeling-Halle: "Sie sind kontinuierlich besser geworden."

Verstärkungen für den Europacup

Platz zwölf stand im ersten Jahr zu Buche, im vergangenen Jahr verpassten die Füchse den Europapokal nur um zwei Tore - nun soll erstmals der Einzug in den internationalen Wettbewerb geschafft werden.

[kaltura id="0_u42g81yl" class="full_size" title="Christophersen im Interview"]

Gezielt wurde die Mannschaft verstärkt. In Sven-Sören Christophersen wechselt von der HSG Wetzlar ein deutscher Nationalspieler an die Spree, zusätzlich kamen der kroatische Olympiasieger Denis Spoljaric und der Isländer Alexander Petersson, Zweiter bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking.

Fokus auf der Jugendarbeit

Gleichzeitig arbeitet der Verein aber auch verstärkt im Nachwuchsbereich.

Die B-Jugend wurde in diesem Jahr Deutscher Meister, Johannes Sellin erzielte gegen Kiel 43 Sekunden vor Schluss das entscheidende 25:23 - er wurde in der eigenen Jugend ausgebildet (STENOGRAMME: 4. Spieltag).

Chance im Konkurrenzkampf

Doch klar ist auch: In Berlin ist die Konkurrenz aus sportlicher Sicht groß. Die Chance, einen Handball-Boom auszulösen, war dennoch nie größer als jetzt.

Die Hertha arbeitet gerade am Projekt Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga, die Eisbären suchen in der Deutschen Eishockey Liga noch nach ihrer Form, und von den Basketballern von ALBA wird sowieso mindestens die deutsche Meisterschaft erwartet.

"Das Umfeld und die Fans wollen mehr von diesem Niveau", sagte Trainer Dagur Sigurdsson.

Zuschauer ziehen mit

Sympathien haben sich die Füchse bei den Berliner Fans auf jeden Fall erworben.

Schon beim 14:11-Halbzeitstand wurden die Gastgeber mit Standing Ovations gefeiert, die letzten fünf Minuten verbrachte ein Großteil der Zuschauer ebenfalls stehend.

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