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Evgeny Vorontsov droht mit TuSEM Essen der Zwangsabstieg © imago

Das Treffen mit der HBL-Führung sollte ein erster Schritt aus der Krise sein, die stuft die Lage aber als dramatisch ein.

Essen - Die Handball-Bundesliga hat den von der Insolvenz bedrohten Bundesligisten Tusem Essen erneut zu schnellem Handeln aufgefordert.

Nach einem Treffen der neuen Tusem-Geschäftsführung sagte HBL-Chef Frank Bohmann, der "Handlungsdruck ist größer denn je und die Lage sehr dramatisch".

Die neue Geschäftsführung des von der Insolvenz bedrohten Bundesligisten TuSEM Essen hat jedoch weiter die Hoffnung, die Saison in der Eliteliga zu Ende spielen zu können.

"Eine prekäre Situation in jeder Hinsicht"

Ungeachtet der Tatsache, dass sie "ein finanzielles Desaster" vorgefunden hätten, sei man zuversichtlich, dies erreichen zu können, sagte Niels Ellwanger, der gemeinsam mit Michael Keusgen und Thomas Vomfell die neue Geschäftsführung beim dreimaligen Meister bildet.

Ein sportlicher Abstieg sei für den aktuellen Vorletzten wohl noch das Beste, um dann einen Wiederaufbau in der zweiten Liga zu starten. "Wir wollen die derzeitige Situation hinter uns bringen und etwas Gutes, Großes aufbauen", so Ellwanger.

Allerdings habe man nach dem Rückzug des bisherigen Geschäftsführers Horst-Gerhard Edelmeier am vergangenen Sonntag "eine prekäre Situation in jeder Hinsicht" vorgefunden.Mitte der kommenden Woche will das neue Führungstrio ein Konzept zur Rettung des TuSEM vorlegen.

Edelmeier zieht sich zurück

Auch die Spieler, die teilweise auf bald drei Monatsgehälter warten, haben der neuen Führung bis dahin Zeit eingeräumt.

Der auch von HBL-Chef Bohmann für seine Amtsführung scharf kritisierte Edelmeier hat sich inzwischen auch als Gesellschafter der TuSEM HSB GmbH zurückgezogen.

Sein Kapital habe er aber nicht abgezogen.

Deutlich mehr als 50 Gläubiger

Bislang war man davon ausgegangen, dass dem Klub langfristig eine Million Euro fehlt, die neue Geschäftsführung bestätigt aber, dass die Etatlücken weit größer sind.

"Deutlich mehr als 50, aber weniger als 100" (Keusgen) Gläubiger stehen bei dem Verein Schlange. Es gibt Außenstände bei Krankenkassen oder der Berufsgenossenschaft.

Eine Insolvenz, die nach derzeitigem Stand nach wie vor nicht vom Tisch ist, würde für die Essener den zweiten Zwangsabstieg nach 2005 bedeuten.

Vor drei Jahren wurde der Klub wegen Lizenzverstößen in die Drittklassigkeit zurückgestuft.

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