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Der Schwede Per Carlen wurde als Aktiver 1990 Weltmeister © getty

Die SG will gegen Melsungen den Anschluss an die Spitze halten, hat aber Probleme im linken Rückraum. Die MT spürt Aufwind.

Von Björn Seitner

München - In Flensburg ist man dieser Wochen im Stress, aber in einem positiven.

Maximal vier Tage Pause hat die SG Flensburg-Handewitt derzeit durch die Doppelbelastung aus Bundesliga und Champions League.

"Diesen Rhythmus müssen wir lernen", befiehlt Trainer Per Carlen, als Aktiver einst einer der besten Kreisläufer der Welt.

Wo er die SG in Zukunft hinführen will, weiß der 49-Jährige schon: "Wir wollen ein Spitzenklub sein und uns mit den besten Teams in Europa messen."

Damit es soweit kommen kann, muss sich der Tabellen-Sechste am 7. Spieltag der Toyota HBL erst einmal mit der MT Melsungen (ab 18.55 LIVE im TV auf SPORT1) messen - ehe dann Schlusslicht Wetzlar den TBV Lemgo empfängt (ab 20.45 LIVE im TV auf SPORT1).

Kein Pflichtsieg für Vranjes

Melsungen ist mit 0:10 Punkten Tabellenvorletzter - eine klare Sache könnte man meinen.

Doch nach der 25:26-Niederlage gegen die Berliner Füchse am 6. Spieltag dämpft Team-Manager Ljubomir Vranjes die Erwartungen: "In unserer aktuellen Situation wäre es vermessen, einen Pflichtsieg zu fordern, auch wenn wir natürlich Favorit sind." (VIDEO: Kompakt - Flensburg vs. Berlin)

Er sieht die Partie eher als ein Duell auf Augenhöhe, zumal sich bei der SG einige Baustellen auftun. (DATENCENTER: Der Toyota-HBL-Spielplan)

Problem: Linker Rückraum

Das Problem ist der linke Rückraum, da sich Lasse Boesen in einem Formtief befindet.

Ersetzen könnten den Schweden Petar Djordjic oder Thomas Mogense. Djordjic weißt mit seinen 20 Jahren aber noch nicht die nötige Reife auf, Mogense ist eher auf der Spielmacher-Position zu Hause.

Auch die beiden Neuzugänge Tamas Mocsai und Viktor Szilagyi sind noch nicht perfekt integriert. "Uns fehlt derzeit einfach die Entlastung für die rechte Seite", beklagt sich Trainer Carlen.

Lasse Svan Hansen, der dort die Außenposition besetzt, ist soeben mit einer Vertragsverlängerung bis 2015 belohnt worden.

Melsungen im Aufwind?

Flensburgs "Rechtslastigkeit" ist ein Problem, das eine Chance für die MT Melsungen sein könnte.

Trotz fünf Niederlagen in Serie sieht Trainer Matjaz Tominec sein Team im Aufschwung.

Zuletzt unterlag man mit 23:32 dem Deutschen Meister aus Kiel, hat aber 25 Minuten gut mitgehalten.

"Unsere Abwehr war aggressiv und vorne haben wir unsere Chancen endlich einmal verwertet", folgerte Tominec. Auch bei den Fans habe man mit dieser Leistung erstmal "gut Wetter gemacht".

Vasilakis will ran

"Flensburg ist eines der Topteams der Liga. Aber auf den einzelnen Positionen sind sie sicher nicht mit der Weltklassebesetzung der Kieler vergleichbar. Unser Ziel ist es auf jeden Fall, das Spiel möglichst lange spannend zu machen", sagte Rückraumspieler Alexandros Vasilakis.

Der Grieche, der verletzungsbedingt gegen Kiel fehlte, will gegen Flensburg wieder auf dem Platz stehen.

"Ich setze alles daran, gegen Flensburg wieder aufzulaufen", so Vasilakis.

Umstellungen brauchen Zeit

Den überraschend schwachen Start der MT führt Flensburg-Coach Carlen auf die Umstellungen in der Mannschaft zurück.

"Melsungen hat vier bis fünf neue Spieler, mit Matjaz Tominec einen neuen Trainer und ein neues System", so der SG-Trainer: "Das braucht Zeit."

Doch langsam aber sicher steht auch der Zwölfte des Vorjahres unter Druck.

Lemgo ist gewarnt

Das zweite Dienstagsspiel wirkt auf dem Papier wie eine klare Angelegenheit: Lemgo ist klarer Favorit gegen die in sechs Spielen punktlosen Hessen, deren Aufsichtsratschef Hardo Reimann am Tag des Aufeinandertreffens zurückgetreten ist.

TBV-Coach Volker Mudrow hat aber noch gut in Erinnerung, dass sein Team im Vorjahr "in wesentlich besserer Besetzung" mit 30:31 verlor.

In der "Gießener Allgemeinen" erwartet Mudrow einen Gastgeber, der "nach der Niederlage gegen Friesenheim alle Wut und Energie in dieses Spiel legen wird".

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