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Bob Hanning (l.) und Dagur Sigurdsson sind seit 2009 das Erfolgsduo der Füchse © getty

Die Füchse Berlin sind das Team der Stunde. Ihr Chef prophezeit ihnen aber, dass sie in Hamburg "keine Chance" haben werden.

Berlin - Sie sind so etwas wie der FSV Mainz 05 des Handballs. Und die Füchse Berlin fühlen sich in dieser Rolle pudelwohl. (die Stenogramme des 7. Spieltags)

Sieben Spiele, sieben Siege, große Euphorie und rosige Aussichten: Der Tabellenführer aus der Hauptstadt mischt vor dem viel erwarteten Gastspiel beim HSV Hamburg (So., 17.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) die Bundesliga auf (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Der Traum geht eine Woche weiter. Wir wissen, dass das derzeitige Tabellenbild eine schöne Momentaufnahme ist. Auf die sind wir sehr stolz", sagt Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning.

Wie groß die Euphorie ist war zuletzt beim Sieg gegen Großwallstadt spürbar. 9000 Zuschauer in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle feierten ihre neuen Helden bereits Minuten vor dem Schlusspfiff mit Standing Ovations.

Auch der Glamour-Faktor stimmt

Und auch der Glamour hat längst im Füchse-Bau Einzug gehalten: Schauspielerin Simone Thomalla jubelte ihrem Freund, Nationalkeeper Silvio Heinevetter, am Sonntag zum wiederholten Mal von der Tribüne aus zu.

Hanning denkt in solchen Momenten grinsend an die Anfänge des Berliner Handball-Abenteuers zurück. "Als wir vor fünf Jahren anfingen, haben wir 10.000 Freikarten verteilt. In die Halle kamen dann 400 Besucher", berichtete der 42-Jährige.

Die Entwicklung der Hauptstädter ist in der Tat bemerkenswert. "Im zweiten Jahr haben wir 17 Dauerkarten verkauft. 15 an den Fanklub und zwei an meine Eltern, die im Ruhrgebiet leben", ergänzte Hanning.

Füchse sind finanziell gesund

Als "Bob, der Baumeister" darf sich Hanning in der Hauptstadt feiern lassen. Der frühere Co-Trainer der Nationalmannschaft lebt Handball 24 Stunden am Tag und hat in den vergangenen fünf Jahren eine schlagkräftige Truppe geformt - ohne finanzielle Drahtseilakte.

"Unser größter Hauptsponsor ist die Einsparung. Wir sind die Sparfüchse und machen keine Schulden. Das steht über allem", sagt der gebürtige Essener Hanning.

Gislason hat Respekt

Das Team mit dem erfrischenden Stil hat sich einem Zuschauermagneten gemausert und fordern inzwischen die arrivierten Spitzenklubs heraus.

Rekordmeister THW Kiel (26:23) wurde ebenso vom Berliner Überraschungsteam besiegt wie Champions-League-Teilnehmer SG Flensburg-Handewitt (26:25).

"Sie haben wirklich einen großen Schritt nach vorne gemacht", lobte jüngst Kiels Coach Alfred Gislason.

Spitzenspiel am Sonntag

Am Sonntag wartet beim Auswärtsspiel bei "Vize" HSV Hamburg, wo Hanning zwischen 2002 und 2005 als Coach gearbeitet hatte, die nächste Reifeprüfung auf die Mannschaft des jungen isländischen Trainers Dagur Sigurdsson.

Vor diesem Spiel stapelt Hanning bemerkenswert tief.

Im "Hamburger Abendblatt" sagt er seinem Team eine Niederlage voraus. "Gar nichts" lasse ihn daran glauben, nach dem Spiel noch Erster zu sein: "Wir werden in Hamburg keine Chance haben. Wir sind Realisten genug, zu sehen, dass der HSV in einer anderen Liga spielt, auch wenn wir diese Liga derzeit anführen."

Womöglich ist das ernst gemeint - womöglich versteht sich "Bob, der Baumeister" aber auch nur gut auf Kriegslisten.

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