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Dan Beutler spielt seit 2003 bei der SG Flensburg-Handewitt © imago

Vor dem Derby gegen Kiel schwärmt Flensburgs Dan Beutler bei SPORT1 von der Atmosphäre und hofft auf ein Ende der THW-Dominanz.

Von Matthias Becker

München/Flensburg - Dan Beutler hat eine entscheidende Rolle gespielt, damals am 22. September 2007.

Beim 37:32-Erfolg der SG Flensburg-Handewitt gegen den Nordrivalen THW Kiel bot der schwedische Nationaltorhüter im Tor der Flensburger eine überragende Vorstellung.

Es war der bis heute letzte Derbysieg der SG.

Damit diese negative Serie ein Ende findet, brauchen die Flensburger im Bundesliga-Gipfel gegen den THW (ab 20.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) in der heimischen Campushalle wieder einen außergewöhnlichen Tag ihres Keepers.

Siegen die Flensburger, ziehen sie in der Tabelle - bei einem mehr absolvierten Spiel - am Erzrivalen vorbei und nach Minuspunkten gleich (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Im Interview mit SPORT1 schwärmt Dan Beutler von der Derby-Atmosphäre, spricht über eigene Stärken und Schwächen und hofft auf ein Ende der Kieler Dominanz.

SPORT1: Herr Beutler, Sie haben mit der SG schon viele Derby-Schlachten gegen den THW geschlagen. Gibt es einen Moment, der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Dan Beutler: Jedes Derby war ein großes Spiel und ich kann mich an fast alle erinnern. Aber das letzte Mal als wir Kiel zuhause geschlagen haben (2007, Anm. d. Red.), das war schon besonders stark.

SPORT1: Wie sehen Sie die Chancen dieses Mal?

Beutler: Natürlich ist der THW Favorit, das muss man ganz ehrlich sagen. Wir haben zuhause zwar schon vier Punkte abgegeben, aber eigentlich sind wir in der eigenen Halle sehr stark und haben auf jeden Fall die Chance, Kiel zu schlagen. Es wird ein sehr schweres Spiel, aber alles ist machbar.

SPORT1: Sie haben in dieser Saison erst zwei Mal mehr als 30 Gegentore bekommen. Ist so eine starke Abwehrleistung auch gegen den THW möglich?

Beutler: Wir müssen auf jeden Fall eine richtig gute Abwehrleistung bringen wenn wir gewinnen wollen. Die Abwehr muss ähnlich gut stehen wie gegen Berlin, sonst hat man keine Chance. Und ich muss im Tor einen sehr guten Tag erwischen.

SPORT1: Im Kieler Rückraum fehlen weiterhin Daniel Narcisse und Kim Andersson. Ist der THW mit der Verpflichtung von Jerome Fernandez schon wieder so gefährlich aus der Distanz wie vorher?

Beutler: Sie sind stark, aber so stark wie mit Narcisse und Kim sind sie nicht. Sie haben wieder einen Weltklassespieler eingekauft, das ist keine Frage. Aber mit den beiden Verletzten hätten sie mehr Wechselmöglichkeiten. So oder so sind die Kieler aber eine unglaublich starke Mannschaft.

[kaltura id="0_iv96jdoz" class="full_size" title="Kiel fertigt G ppingen ab"]

SPORT1: Mit einem Heimsieg würden sie mit dem THW nach Minuspunkten wieder gleichziehen. Sind die Kieler diese Saison verwundbarer als letzte, kann man etwas näher rankommen?

Beutler: Das glaube ich schon, ja. Wir hoffen, dass wir die Mannschaft sind, die das schaffen kann. Kiel hat viele Verletzte und ein paar neue Spieler und ist ein bisschen schwächer als letztes Jahr, auch wenn sie immer noch eine Weltklasse-Mannschaft sind. Ich hoffe, dass nicht nur wir, sondern auch andere Mannschaften sie schlagen können. Dass eine Mannschaft über so lange Zeit so dominant ist, ist nicht gut.

SPORT1: Wie weit ist die SG denn dieses Jahr, was ist möglich?

Beutler: Das ist schwer zu sagen, denn dieses Jahr spielen wir auch in der Champions League. Wir haben viele junge Spieler und es kostet viel mehr Kraft, in der Champions League zu spielen und das sind viele nicht gewohnt. Das hat uns auch die Punkte zuhause gekostet. Man braucht einen großen Kader, wenn man in Champions League und Bundesliga oben mitspielen will. Und den haben wir nicht, wenn man das mit Hamburg und Kiel vergleicht. Das wird uns auch noch Punkte kosten.

SPORT1: In der Offensive hakt es ein wenig. Täuscht der Eindruck von außen?

Beutler: In der Offensive hatten wir zu Beginn ein paar Probleme, das stimmt. Aber ich finde, dass wir inzwischen stärker geworden sind. Die Doppelbelastung kostet uns viel Kraft und da dauert es ein bisschen, sich daran zu gewöhnen.

SPORT1: Zwei Heimspiele haben sie schon verloren. Wären die Fans versöhnt, wenn die Mannschaft gegen den THW punktet?

Beutler: Ja, natürlich. Dann wären die beiden Niederlagen davor vergessen. Wenn man Kiel zuhause schlägt, ist das für jede Bundesliga-Mannschaft etwas Besonderes ? und für uns ist es auch noch ein Derby, wo es immer sehr hitzig zugeht.

SPORT1: Sie haben schon häufig im Derby im Tor gestanden. Wie schaffen Sie es, in dieser aufgeheizten Atmosphäre in der Campushalle kühlen Kopf zu bewahren?

Beutler: Man muss sehr gut vorbereitet sein, im Spiel aber auch ein bisschen Glück haben. Als Torwart bin ich in so einem Spiel sehr abhängig von der Abwehr, da muss ich viel Hilfe bekommen.

SPORT1: Die Stimmung in den beiden Städten ist vor dem Derby traditionell aufgeheizt. Wie ist das eigentlich zwischen den Spielern: Gibt es da persönliche Rivalitäten oder sogar Feindschaften?

Beutler: Nein, ich habe viele gute Freunde in Kiel und spiele mit einigen schon länger in der Nationalmannschaft zusammen. Für uns Spieler ist das ein normales Bundesligaspiel, aber die Stimmung ist schon etwas Besonderes. Das muss man selbst erlebt haben. Das findet aber viel zwischen den Städten statt?

SPORT1: ...überträgt sich aber nicht auf die Spieler.

Beutler: Wir wollen jedes Bundesligaspiel gewinnen und die Punkte gegen Kiel sind zwei besondere ? aber persönliche Rivalität herrscht nicht.

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