vergrößernverkleinern
Christian Zeitz absolvierte bisher 227 Spiele in der Toyota HBL © getty

Der Ex-Nationalspieler schwächt seine Attacke auf Heiner Brand vor dem Spiel der Kieler beim TVG ab. Lemgo trifft auf Lübbecke.

Von Eric Böhm

München - Er habe "keinen Waldbrand" entfachen wollen, sagt Christian Zeitz nun.

Getan hat er es trotzdem. Der Ex-Nationalspieler hat gezündelt mit seiner Rücktrittsanregung für Bundestrainer Heiner Brand - und Handball-Deutschland damit in Aufregung versetzt.

Nun richten sich alle Augen auf ihn, wenn zum Auftakt des 10. Spieltages in der Toyota HBL der THW Kiel nach Großwallstadt reist (ab 19 Uhr LIVE auf SPORT1 im TV), worauf der TBV Lemgo Lübbecke empfängt (ab 20.45 Uhr LIVE auf SPORT1 im TV).

Vor dem Auswärtsspiel des Tabellenführers rudert Zeitz nun etwas zurück.

Comeback-Rufe wurden laut

"Von mir aus kann Brand noch zehn Jahre Bundestrainer bleiben, meine Baustelle ist die Nationalmannschaft schon lange nicht mehr", sagte der Linkshänder den "Kieler Nachrichten".

Es sei ihm darum gegangen, die Spieler aus der Alleinhaftung für den schwachen Auftritt des Nationalteams gegen Österreich zu nehmen.

Zeitz hatte nach den Olympischen Spielen in Peking seinen Rücktritt erklärt, doch nach dem Österreich-Spiel waren die Rufe nach einem Comeback des Kielers laut geworden.

Es ist kein Geheimnis, dass es zwischen Brand und Zeitz schon vor dem Rücktritt atmosphärische Störungen gegeben hat. Der Bundestrainer hatte unter anderem wiederholt mehr taktische Disziplin eingefordert.

Im Gegenzug beklagte Zeitz immer wieder, er würde zum Sündenbock für Niederlagen abgestempelt, obwohl er sich immer wieder angeschlagen zur Verfügung gestellt hätte.

Zweiter nach Feldtoren

Die Verantwortlichen beim THW sind dagegen auf und neben dem Parkett sehr zufrieden mit dem Linkshänder.

Zeitz spielt bisher eine überragende Saison und ist gemessen an den Feldtoren (55) nach neun Spieltagen der zweitbeste Bundesliga-Torschütze.

Laut dessen Kieler Klubcoach Alfred Gislason hält sich Zeitz beim THW auch an taktische Vorgaben.

"Er hat im Training immer sehr gut gearbeitet, aber seit er mehr Spielanteile bekommt, hat er auch mehr Sicherheit", sagte Gislason.

Gislason erwartet Hexenkessel

Vor dem Spiel in Großwallstadt sind Zeitz und der THW um eine ruhige und konzentrierte Vorbereitung bemüht, denn der Coach konnte sein Team nach der elftägigen Pause erst am Montag wieder vollständig begrüßen.

Gislason erwartet in der Frankenstolz-Arena einen echten Hexenkessel: "Die Halle wird ausverkauft sein, zudem können sie gegen uns ohne Druck aufspielen", sagte der Trainer den "KN".

Außerdem ist Aron Palmarsson mit Aduktorenproblemen vom Länderspiel der Isländer zurückgekehrt.

Hammerwoche für den TVG

Für Großwallstadt ist das Gastspiel des Titelverteidigers der Auftakt zu einer echten Hammerwoche. Am Wochenende geht es zu den Rhein-Neckar Löwen, dann kommt der HSV Hamburg.

Der Manager des TVG ist allerdings zuversichtlich: "Kiel hat sich bei uns immer schwer getan."

Personell kann Trainer Michael Biegler bis auf Marius Liebald (Blinddarm) aus den Vollen schöpfen.

"Auch wenn das vermessen klingt: Zwei oder drei Punkte sind in diesen Spielen absolut drin", sagte Wolf der "Süddeutschen Zeitung".

Derby in Lemgo

In Lemgo steht dagegen das Ostwestfalen-Derby gegen die TuS N-Lübbecke auf dem Programm.

Der TBV will dabei den zweiten Sieg in Folge, um den Anschluss an die Europapokal-Plätze nicht verlieren.

Für Lübbecke ist das Lokalduell Spiel eins nach Patrick Liljestrand. Der Schwede und die TuS hatten sich in der vergangenen Woche auf die Trennung verständigt.

Teammanager Zlatko Feric wird das Team in Lemgo betreuen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel