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Schwedisches Star-Tandem der SG: Oscar (l.) und Trainer Per Carlen © getty

Der mutmaßliche Schwalb-Nachfolger und Sohn treten mit Flensburg in Hamburg an und genießen Respekt. Der HSV will sich polstern.

Von Eric Böhm

München - Als wäre der Nordgipfel nicht schon brisant genug.

Das Topspiel des 10. Spieltages in der Toyota HBL zwischen dem Tabellendritten HSV Hamburg und der sechstplatzierten SG Flensburg-Handewitt (ab 20 Uhr LIVE auf SPORT1 im TV) erhält durch die Personalien Per und Oscar Carlen weiteren Zündstoff.

Der Papa, derzeit Trainer der Flensburger, ist der mutmaßliche Nachfolger von Martin Schwalb als HSV-Coach. In diesem Fall brächte er Spielmacher Oscar wohl gleich mit.

Das Vorspielen der Zwei an der Alster markiert in Hamburg zugleich den Start in die Topspielwochen.

Bekanntgabe im Februar

Bereits im Juli war bekannt geworden, dass Martin Schwalb zum 1. Juli 2011 seinen Trainerstuhl räumt und neuer Sportdirektor des HSV wird. Der neue Trainer steht zwar seit geraumer Zeit fest, soll aber erst zum Rückrundenstart im Februar vorgestellt werden.

Die Carlens sind aber bereits jetzt in Schwalbs Munde: Oscar "wird immer dynamischer, hat alle Wurfvarianten drauf, einen enormen Zug zum Tor und einen großen Kampfgeist", hebt er in der "Morgenpost" den 22-Jährigen heraus.

"Zu 100 Prozent wirst du ihn allerdings nie ausschalten können", erkennt Schwalb, der den Job vermutlich auf Torsten Jansen und Matthias Flohr verteilt.

Schlüsselmonat für HSV

Die sportliche Bedeutung ist immens: Die auswärts noch ungeschlagenen Flensburger wollen den Kontakt zur Spitzengruppe halten und ihr Saisonziel Champions-League-Quali nicht aus den Augen verlieren. Der HSV möchte nach Punkten zum Spitzenreiter Kiel aufschließen.

Ein Sieg wäre für den Vizemeister Gold wert, denn der November könnte zum Schlüsselmonat werden. Nach Flensburg empfängt der Vizemeister innerhalb von drei Wochen den THW Kiel und die Rhein-Neckar Löwen.

Dessen ist sich auch der aktuelle Trainer der Hamburger bewußt. "Mit einem Sieg gegen Flensburg sind wir nach der Pause in der Spur. Gelingt uns dann auch ein Erfolg in Großwallstadt, können wir mit 4:0 Punkten erhobenen Hauptes in das Duell mit dem THW Kiel gehen", gibt sich Schwalb zuversichtlich.

Christian Fitzek denkt noch weiter: "In der Rückrunde haben wir die Titelkonkurrenten alle auswärts. Dafür wäre ein Polster gut", zitiert das "Hamburger Abendblatt" den Sportlichen Leiter.

Hens fällt aus

Der Ausfall von Pascal Hens (Muskelfaserriss im Oberschenkel) kommt da zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt.

Immerhin ist Hens' angeschlagener Nationalmannschaftskollegen Torsten Jansen (Wadenprobleme) an Bord. Ob dagegen Michael Kraus dabei ist, entscheidet sich erst kurzfristig. Der Spielmacher konnte wegen Achillessehnen-Schmerzen nicht voll trainieren.

Im Tor wird wohl wieder Per Sandström beginnen. Johannes Bitter bleibt die Nummer 2, zeigte zuletzt gegen Melsungen nach seiner Einwechslung aber ansteigende Form.

Angeblich wollten Schwalb und Fitzek den Nationaltorhüter nicht halten - der Präsident Andreas Rudolph aber unbedingt. Nun steht Bitter vor einer Vertragsverlängerung.

Flensburg selbstbewusst

Die Flensburger kommen ihrerseits mit viel Selbstvertrauen nach Hamburg. Denn das neuformierte Team hat sich sehr schnell gefunden und will seine Auswärtsserie auch in Hamburg fortsetzen.

"Unsere Mannschaft hat in den letzten Jahren mehrfach eine super Leistung gegen den HSV gezeigt. Das werden wir auch am Samstag versuchen", sagte Teammanager Lubomir Vranjes.

Michael Knudsen wird dabei nicht helfen können. Der Kreisläufer muss mit einer Handverletzung passen.

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