vergrößernverkleinern
Andrei Klimovets und der von Storm gerüffelte Serhij Schelmenko (l.) haben die Spitze aus den Augen verloren © getty

Manager Thorsten Storm hat auf die sportliche Talfahrt der Rhein-Neckar Löwen reagiert und seine Stars hart angegriffen.

Von Liane Killmann

München - Vor der Saison sahen Experten die Rhein-Neckar Löwen noch im Kreis der Meisterschaftskandidaten.

Doch nach neun Begegnungen findet sich das Team um die Weltmeister Oliver Roggisch, Christian Schwarzer und Henning Fritz nur im Mittelfeld der Liga wieder.

Vor der Begegnung bei der MT Melsungen (19.30 Uhr LIVESCORES) hat sich Manager Thorsten Storm erneut lautstark zu Wort gemeldet und seine Stars hart angegriffen. "Letztlich sind die Spieler und ihre Leistungen verantwortlich für diese sportliche Entwicklung", sagte der 44-Jährige im Interview mit "handball-world.com".

Storm forderte die Löwen-Stars dazu auf, nicht weiter nach Ausreden zu suchen, sondern stattdessen Antworten auf dem Parkett zu geben.

"Schnauze voll"

Im Anschluss an die Heimpleite gegen Gummersbach vor zwei Wochen hatte Storm schon einmal vom Leder gezogen, er habe "die Schnauze voll von der Puderzucker-Generation".

Er prangerte die Zufriedenheit einiger gut bezahlter Akteure an, die von zu viel Hummer und Kaviar zu satt seien.

Die Rückraumspieler Serhij Schelmenko und Mariusz Jurasik beispielsweise hätten neue Vertragsangebote bisher als zu gering abgelehnt. "Die Vorstellungen der Spieler und unsere Einnahmen liegen zu weit auseinander", so Storm.

Er rät beiden, sich statt um Summen zu pokern lieber mit ansprechenden Leistungen auf dem Parkett zu empfehlen. Ein Bemühen auf dem Spielfeld, so Storm, habe er nicht erkennen können.

Personelle Änderungen möglich

Storm schließt personelle Konsequenzen nicht mehr aus. "Da muss einfach mehr kommen, ansonsten muss man hier vielleicht auch etwas verändern", nimmt der Manager die Mannschaft in die Verantwortlichkeit. Diesmal würde es wohl Spieler treffen.

Ein früher Trainerwechsel - Wolfgang Schwenke kam nach nur vier Spieltagen für Juri Schewtsow - brachte nicht die erhoffte Wende. Momentan stehen nur 10:8 Punkte und Platz neun zu Buche, deutlich zu wenig für die Ansprüche der Löwen.

Auch Schwenke kein Zauberer

Der Manager nimmt seinen jungen Trainer in Schutz: "Niemand kann zaubern. Auch Wolfgang Schwenke nicht." Man sei allerdings mit Schwenkes Arbeit sehr zufrieden.

Storm hakt das Saisonziel auch noch nicht gänzlich ab, doch die Spitze ist weit enteilt. "Von der Meisterschaft hat bei uns keiner gesprochen, aber Platz drei wird nun sicher schwer für uns", sagt der Manager.

Nächstes Jahr ohne Champions League?

Damit würde man die erneute direkte Qualifikation für die Königsklasse verpassen. Die Auftritte der Löwen in der Champions League sind in diesen Wochen die einzigen Lichtblicke für die badischen Handballfans.

Zu allem Überfluss droht im DHB-Pokal ein frühes Aus. Im Achtelfinale müssen die Löwen nach Flensburg, zum derzeitigen Tabellenzweiten. In der derzeitigen Verfassung wäre das wohl eine einseitige Partie.

Der laute Zwischenruf des Managers soll die satten Löwen wohl rechtzeitig aus ihren Träumen reißen. Statt sich gedanklich schon mit den Pokalwettbewerben zu beschäftigen, sollen sich die Spieler auf ihre Pflichten im Ligabetrieb konzentrieren.

Bei der MT Melsungen, derzeit 13. der Bundesliga, muss dringend ein Sieg her.

Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren!

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel