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Filip Jicha (am Ball) kam 2007 vom TBV Lemgo zum Rekordmeister nach Kiel © getty

Die verletzungsgeplagten Kieler können mit einem Sieg gegen Wetzlar die Rhein-Neckar Löwen von der Tabellenspitze verdrängen.

Von Eric Böhm

München - Der Rekordmeister geht auf dem Zahnfleisch.

Vor seiner Partie am 11. Spieltag der Toyota HBL gegen die HSG Wetzlar (Di., ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) plagen den THW Kiel große Personalsorgen.

Mit einem Sieg könnte sich der Titelverteidiger die Tabellenführung von den Rhein-Neckar Löwen zurückholen.

Im zweiten Spiel des Abends empfängt der TV Großwallstadt den HSV Hamburg (ab 20.45 Uhr LIVE auf SPORT1 im TV).

Bangen um Omeyer

Die Probleme im THW-Rückraum sind bekannt, den Kielern droht vor ihrem ersten Heimspiel seit 30 Tagen aber auch der Ausfall von Star-Keeper Thierry Omeyer.

Neben den Langzeitverletzten Daniel Narcisse (Kreuzbandriss) und Kim Andersson (Knorpelschaden im Knie) fällt auch Christian Zeitz nach seinem Außenbandriss weiter aus.

Der Linkshänder hofft allerdings auf ein Comeback im Spitzenspiel beim HSV.

Omeyer hat zwar lediglich einen Überlastungsschaden im linken Fuß erlitten. Sein Einsatz gegen den Tabellenvierzehnten ist dennoch fraglich.

Immerhin kehrt Aron Palmarsson nach Adduktorenproblemen zurück. Auch Scharfschütze Filip Jicha steht nach einer Grippe wohl wieder zur Verfügung.

"Kiel hat die beste Mannschaft der Welt"

Wetzlars Kapitän Timo Salzer sieht in der "Zebra"-Misere nicht unbedingt ein Vorteil für das eigene Team.

"Entscheidend ist doch, wer trotzdem noch dabei ist", sagte Salzer den "Kieler Nachrichten": "Kiel hat die beste Mannschaft der Welt."

Die Hessen konnten zuletzt im April 2003 einen Punkt aus Kiel entführen und wollen auf den 30:27-Sieg bei Ahlen-Hamm aufbauen.

Chaos bestimmt die Saison

Abseits des Parketts erlebt die HSG momentan die wahrscheinlich turbulenteste Saison ihrer Klubgeschichte.

Nach der letzten Spielzeit verließen mit Nationalspieler Sven-Sören Christophersen (Berlin), Michael Allendorf (Melsungen) und Avishay Smoler (Lemgo) drei absolute Stützen den Verein.

Außerdem trat Aufsichtsratschef Hardo Reimann zurück, Geschäftsführer Sascha Schnobrich wurde entlassen und vor zwei Wochen verabschiedete sich zu allem Überfluss Trainer Michael Roth nach Melsungen.

Noch kein neuer Trainer

Co-Trainer Jochen Beppler und der ehemalige Bundesligaspieler Gennadij Chalepo betreuen momentan den hinterlassenen Scherbenhaufen.

Ein neuer Trainer ist bisher noch nicht verpflichtet worden.

"Es ist noch keine Entscheidung gefallen. Wir führen Gespräche mit mehreren Kandidaten", sagte Aufsichtsratssprecher Manfred Thielmann der "Wetzlarer Neuen Zeitung."

HSV weiter ohne Hens

Den HSV plagen solche Probleme vor dem Auftritt beim TV Großwallstadt nicht.

Am Wochenende wurde die SG Flensburg-Handewitt abgeschossen, der Klub steht punktgleich mit den Kielern auf Platz drei ,und der neue Trainer ist mit Per Carlen wohl auch bereits gefunden.

Das Spiel wird allerdings kein Spaziergang für die Hamburger, denn der TVG hat bisher nur gegen Kiel ein Heimspiel verloren. Zudem fallen Pascal Hens (Muskelfaserriss) und Krzysztof Lijewski (Schulter-OP) weiter aus.

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Schwalb zuversichtlich

Trainer Martin Schwalb tritt die Reise nach Aschaffenburg dennoch zuversichtlich an.

"Eines ist klar: Der Sieg vom Samstag ist überhaupt nichts wert, wenn wir in Großwallstadt nicht Gas geben", gibt er die Marschroute vor.

Der Coach hat insbesondere vor der Frankenstolz-Arena Respekt.

"Wir gehen mit großer Sorgfalt und Konzentration an dieses Spiel heran, denn unser Ziel sind die zwei Punkte. Wir wissen, dass der TVG ein gutes Team hat, das besonders in eigener Halle stark auftrumpfen kann. Da müssen wir dagegenhalten", sagte Schwalb.

TVG bleibt locker

Nach den Pleiten gegen Kiel und bei den Löwen droht Großwallstadt die dritte Niederlage in Folge. Trotzdem leben die Verantwortlichen eine gewisse Lockerheit vor.

"Die Favoritenrolle und der Druck liegen bei der Konkurrenz, nicht bei uns. Wir haben keinen Grund, uns zu verstecken", sagte Team-Manager Uli Wolf.

In der letzten Saison verlor der Traditionsverein aber beide Spiele gegen den HSV.

Die Hamburger hätten nichts dagegen, die Serie fortzusetzen.

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