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Lars Kaufmann hat bisher 90 Länderspiele bestritten und 224 Tore erzielt © getty

Im SPORT1-Interview spricht Nationalspieler Lars Kaufmann über seinen Wechsel, die Comeback-Pläne und Flensburgs neuen Trainer.

Von Barnabas Szöcs

München - Lars Kaufmann hat Fans wie Fachleute verblüfft.

Der Nationalspieler wechselt überraschend vom Bundesligisten FA Göppingen zum Konkurrenten SG Flensburg-Handewitt und hat einen Vierjahres-Vertrag bis 2015 unterschrieben.

Der Torjäger, erst 2009 vom TBV Lemgo nach Göppingen gewechselt, war in der vergangenen Runde mit 218 Toren der beste Feldtorschütze der Bundesliga.

"Lars ist einer der Top-Rückraumspieler in der Liga und der Nationalmannschaft. Unsere Mannschaft wird von seinen Qualitäten auf der Königsposition profitieren", meinte Flensburgs Geschäftsführer Holger Kaiser.

Wegen einer Schulterverletzung, die er im September bei einem Fahrradunfall erlitten hatte, muss Kaufmann derzeit verletzt pausieren. Sein Comeback ist für Ende des Jahres geplant.

Im Gespräch mit SPORT1 erläutert der gebürtige Görlitzer unter anderem seine Wechselentscheidung, spricht über das Comeback und Flensburgs neuen Trainer.

SPORT1: Herr Kaufmann, mit Ihrem kürzlich bekannt gewordenen Wechsel von Göppingen nach Flensburg haben Sie für Aufsehen gesorgt. Was sind die genauen Gründe für Ihre Entscheidung, in den hohen Norden zu gehen?

Lars Kaufmann: Mir lagen mehrere Angebote vor, unter anderem auch aus Flensburg. Für mich war die sportliche Herausforderung in Flensburg der Hauptgrund meiner Entscheidung. Flensburg ist meiner Ansicht nach auf einem etwas besseren Level als Göppingen. Ich habe mich bei FrischAuf super entwickelt, aber die etwas größere Chance eines Titelgewinns sehe ich sportlich in Flensburg.

SPORT1: Also der nächste logische Schritt in Ihrer Karriere?

Kaufmann: Wer sich im Handball etwas besser auskennt, wird meine Entscheidung verstehen. Natürlich herrscht von Göppinger Seite eine große Enttäuschung, aber damit muss man zurecht kommen. Ich gehe davon aus, dass sich alles bald wieder beruhigen wird.

SPORT1: Kam der Wechsel kurzfristig zustande? Oder war er von langer Hand geplant?

Kaufmann: Es war eine relativ enge Geschichte. Zwar habe ich mir seit einiger Zeit Gedanken gemacht, letztendlich war es aber eine sehr kurzfristige Entscheidung zwischen Göppingen und Flensburg.

SPORT1: Wird der Wechsel zur kommenden Saison irgendeinen Einfluss auf Ihr Spiel nehmen?

Kaufmann: Bis mein Vertrag ausläuft zählt für mich nur Göppingen, das ist klar. Ich werde genauso weiterspielen wie vorher, das war bis jetzt immer so. Selbst die Statistiken zeigen, dass ich, wenn ein Wechsel anstand, am Ende einer Saison immer sehr gute Spiele abgeliefert habe. Es ist auch gar nicht meine Mentalität, plötzlich locker zu lassen, denn es geht um mich und meine Entwicklung.

SPORT1: Und was wollen Sie mit Ihrem aktuellen Team noch erreichen?

Kaufmann: Wir sind noch im Europa-Pokal vertreten und können somit noch einen internationalen Titel holen. Wir haben in dieser Saison gute Chancen weit zu kommen.

SPORT1: Wie sehen die Vorgaben in der Toyota HBL aus?

Kaufmann: Unser Ziel ist wieder der sechste Platz, das ist realistisch. Wenn wir diesen Platz am Saisonende erreichen, haben wir erneut eine super Saison gespielt. Man hat beim Sieg gegen Magdeburg gesehen, was wir eigentlich leisten können. Da sollten wir ansetzen.

SPORT1: Momentan können Sie aufgrund einer Schulterverletzung nicht spielen. Wie läuft die Heilung?

Kaufmann: Sehr gut. Ich bin gut im Plan und auch sehr zufrieden, da hat sich einiges getan.

SPORT1: Können Sie schon einen Termin für Ihre Rückkehr aufs Feld nennen?

Kaufmann: Ich wäre zufrieden, wenn ich eventuell bereits Ende Dezember wieder einsteigen könnte. Das ist mein Ziel. Der Heilungsprozess aber verläuft sehr erfreulich.

SPORT1: Kommen wir noch mal zurück zu Flensburg-Handewitt. Welche Punkte waren Ihnen bei der Entscheidung besonders wichtig?

Kaufmann: Das Wichtigste ist die Qualität der Mannschaft, die sportliche Seite stand immer im Vordergrund. Aber auch das Umfeld am Meer hat mir ebenfalls ziemlich zugesagt.

SPORT1: Wie haben Team und Umfeld auf Ihren Wechsel reagiert?

Kaufmann: Der Mannschaft habe ich den Wechsel schon vor der offiziellen Bekanntgabe mitgeteilt. Das fand ich nur fair. Natürlich gab es verschiedene Reaktionen. Manche waren traurig, andere etwas enttäuscht, manche verstehen es. Trotz der unterschiedlichen Meinungen muss ich für mich wissen, welche Entscheidung ich letztlich treffe. In solchen Situationen enttäuscht man auch einige Menschen, das ist völlig klar. Für mich war es jetzt der richtige Schritt.

SPORT1: Welche Rolle spielt ihr neuer Trainer bei Flensburg? Ein Nachfolger für den scheidenden Per Carlén wurde bislang noch nicht genannt?

Kaufmann: (lacht) Natürlich spielt der Trainer für mich eine wichtige Rolle.

SPORT1: Also wissen Sie auch etwas über den neuen Coach von Flensburg?

Kaufmann: (lacht) Wenn ich mich mit zukünftigen Vereinen unterhalte, dann möchte ich natürlich auch wissen, wer der neue Trainer wird. Flensburg hat mir bereits Informationen über einen neuen Trainer gegeben, aber noch ist nichts hundertprozentig fest. Man hat mir aber bereits etwas zur Trainerfrage gesagt.

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