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Oscar Carlen wechselte 2008 von Ystads IF HF zur SG Flensburg-Handewitt © getty

Durch Per Carlens Abgang scheinen in Flensburg auch die Tage von Sohn Oscar gezählt, wie der SG-Chef Kaiser andeutet.

Von Annette Bachert

München ? Der Zeitpunkt war etwas überraschend - die Tatsache an sich eher weniger:

Wenige Tage vor dem Knaller in der Toyota HBL gegen die Rhein-Neckar Löwen (So., ab 17.15 Uhr Live im TV auf SPORT1) hat die SG Flensburg-Handewitt Cheftrainer Per Carlen mit sofortiger Wirkung beurlaubt.

Gleichzeitig wurde mit Sportdirektor Lubomir Vranjes der Nachfolger präsentiert.

Eine Kurzschlussreaktion sieht anders aus. Vielmehr wirkt die Entscheidung wie eine Trotzreaktion, weil Carlen seinen 2011 auslaufenden Vertrag nicht verlängern wollte.

Schwere Situation für Oscar

So oder so: Immer wahrscheinlicher wird nun auch ein Vereinswechsel von Sohn Oscar. Dessen Vertrag in Flensburg läuft - wie der seines Vaters - zum Saisonende aus.

Schon länger halten sich die Gerüchte, dass die Carlens gemeinsam von der SG in die Hansestadt wechseln wollen.

Bei SPORT1 hatte der Linkshänder kürzlich erklärt: "Ich brauche noch Zeit. Alles hängt von der sportlichen Perspektive ab." Und die hat sich nun dramatisch verändert.

Lijewski macht Weg frei

Auch Flensburgs Geschäftsführer Holger Kaiser ist sich in der Hamburger "Morgenpost" sicher: "Für ihn wird die Situation nicht leichter."

Das hört sich nicht gerade danach an, als sei die weitere Zusammenarbeit zwischen dem Nord-Klub und dem schwedischen Shooter von großer Harmonie geprägt.

Dass der Hamburger Krysztof Lijewski ab Juli 2011 für die Rhein-Neckar Löwen auflaufen wird und damit beim HSV im rechten Rückraum ein Plätzchen frei wird, passt ohnehin ins Bild. HSV-Vizepräsident Dierk Schmäschke bestätigt: "Wir reden mit Oscar, das ist kein Geheimnis."

Nach dem Training am Freitag wollte sich der 22-Jährige nicht zu seiner Zukunft und zur Situation seines Vaters äußern.

Trennung "in aller Freundschaft"

Die Gründe für die überstürzt wirkende Trennung von Coach Carlen und dem Flensburger Management deutet auf atmosphärische Störungen hin.

Zumal: Nach der Heimniederlage gegen die Füchse Berlin hatte Kaiser den Trainer für die schlechte Leistung des Teams harsch kritisiert.

Gleichwohl: In einem offiziellen Statement der Flensburger ist von gegenseitigem Einvernehmen die Rede, in der "Morgenpost" spricht Kaiser gar von einer Entscheidung "in aller Freundschaft".

HSV schweigt beharrlich

Wie auch immer: Die Trennung nach knapp zwei Jahren befeuert nur die Gerüchte, dass Carlen im Sommer den Trainerposten von Martin Schwalb beim HSV Handball übernimmt.

Dessen Wechsel in die Geschäftsführung nach dieser Spielzeit steht schon lange fest.

Kommentieren wollte man dies beim DHB-Pokalsieger allerdings nicht.

"Es bleibt dabei, dass wir frühestens im Februar den neuen Trainer bekanntgeben werden, wenn überhaupt", so Schmäschke.

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