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Holger Glandorf hatte 2003 sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft © getty

Der Nationalspieler selbst bestätigt einen Wechsel, will das Ziel aber nicht preisgeben. Doch alles deutet auf Flensburg hin.

Von Annette Bachert

München - Holger Glandorf wird wohl in der nächsten Spielzeit nicht mehr für den TBV Lemgo auf dem Feld stehen.

"Ich gehe davon aus, dass ich in der nächsten Saison nicht mehr in Lemgo spielen werde. Spätestens in der kommenden Woche wird eine Entscheidung fallen, wohin die Reise geht", erklärte Glandorf der "Neuen Westfälischen Zeitung".

Angeblich hat der Linkshänder dem Ligakonkurrenten SG Flensburg-Handewitt bereits eine mündliche Zusage gegeben.

Dies will zumindest die "Sportbild" wissen.

SG-Geschäftsführer hält sich bedeckt

Geschäftsführer Holger Kaiser bestätigte in der Halbzeit des Flensburger Gastspiels in Gummersbach zumindest, dass ein Rückraumspieler seine Zusage für einen Wechsel gegeben habe.

"Es wird ein Spieler von internationaler Klasse sein, der uns richtig gut tut", so Kaiser im Gespräch mit SPORT1.

Den Namen wollte er noch nicht verraten, weil "wir mit dem Spieler vereinbart haben, dass wir erst in den kommenden Tagen eine Pressemitteilung rausgeben werden. Der Spieler möchte vorher mit seinem Verein sprechen."

Weitere Etat-Kürzung droht

Dennoch scheint dieser Wechsel aus mehreren Gründen sehr wahrscheinlich.

Zum einen droht dem TBV nach dieser Saison eine erneute Kürzung des Etats, nachdem der Verein bereits in diesem Jahr nur noch sechs Millionen zur Verfügung hatte.

Zum anderen sind der TBV und Glandorf seit seinem Wechsel im Februar 2009 wohl nie so richtig warm geworden.

"Ich füge mich nahtlos ein"

Zuletzt kritisierte Zerbe den Rückraum-Shooter harsch: "Leider hat er in seiner Zeit bei uns noch nicht konstant das abgerufen, das er zu Leisten im Stande ist."

Glandorf selbst konterte diese Kritik nur bedingt.

"Ich füge mich nahtlos in die Leistungen der Mannschaft ein: wenn sie gut spielt, läuft es auch bei mir ? umgekehrt leider genauso", so Glandorf.

Ist Glandorf das Geld nicht wert?

"Wir sind nicht gewillt und in der Lage, astronomische Spielergehälter zu zahlen", sagt TBV-Manager Volker Zerbe. Vor allem nicht für Spieler, mit denen man nicht zufrieden ist.

Und obwohl der deutsche Nationalspieler mit 39 Toren bester Torschütze aus dem Feld ist, konnte er seine Führungsqualitäten, die ihn noch in Nordhorn ausgezeichnet hatten, nicht zeigen. (DATENCENTER: Ergebnisse Tabelle)

Und damit auch sein angebliches Gehalt von 17.000 Euro netto nicht rechtfertigen.

Hauptsponsor kürzt Zahlungen

Die finanziellen Schwierigkeiten sind bei den Ostwestfalen zwar nicht unbedingt neu, aber so schlimm wie jetzt, war es bisher nicht. Dies verdeutlichte Manager Volker Zerbe kürzlich mit einer Art "Bettelbrief" in der "Lippischen Landeszeitung", in dem er die Unternehmer der Region um Unterstützung bat.

"Wir wollten hiermit wachrütteln und gleichzeitig die gesamte Region mitnehmen, um auch in Zukunft um die europäischen Plätze mitspielen zu können", sagte Zerbe.

Denn der Hauptsponsor Heristo will die Höhe der finanzielle Unterstützung kürzen. Und der derzeitige neunte Tabellenplatz ist auch nicht das beste Aushängeschild, um neue Sponsoren an Land zu ziehen und das so nötig gebrauchte Geld zu generieren.

Geld, mit dem man künftig Top-Spieler wie Glandorf in Lemgo halten will.

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