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Blazenko Lackovic (am Ball) und der HSV haben erst ein Ligaspiel verloren © imago

Die Badener treten mit üblen Erinnerungen in Hamburg an und werden sarkastisch. HSV-Keeper Bitter stöhnt über "harte Wochen".

Von Marcus Giebel und Jakob Gajdzik

München - Die Rhein-Neckar Löwen haben sich in Norddeutschland eingenistet.

Zwischen der mit 27:30 verlorenen Champions-League-Partie beim THW Kiel und dem heutigen Auftritt in der Toyota HBL beim HSV (Mi., ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) residiert das Team aus Mannheim in Bad Bramstedt.

Im Holsteiner Auenland bündeln Trainer Gudmundur Gudmundsson und seine Profis die Kräfte, um in den Wochen der Wahrheit nicht schon alle Meisterschaftschancen zu verspielen.

Nach zwölf Saisonspielen haben die Löwen fünf Verlustpunkte auf dem Konto - bei einer Niederlage in Hamburg wäre dies auch der Rückstand auf Spitze. (DATENCENTER: Ergebnisse Tabelle)

Lund: "HSV ist Favorit"

Umso mehr stehen die Badener beim zweiten Teil ihrer Nord-Expedition unter Druck. Und das ohne Ivan Cupic, der nach einer Knie-Operation ebenso ausfällt wie die Langzeitverletzten Gudjon Valur Sigurdsson und Michael Müller.

Nur wenige sind so optimistisch wie Oliver Roggisch. "Wir kommen mit großem Mut und wollen in Hamburg punkten. An einem guten Tag können wir jeden schlagen", demonstriert das Abwehr-Ass eine breite Brust.

Teamkollege Börge Lund setzt dagegen auf Understatement: "Der HSV ist der Favorit."

Kein Omeyer zwischen den Pfosten

Eine realistische Einschätzung angesichts der jüngsten Resultate: Währen die Löwen lediglich zwei der vergangenen fünf Auswärtsspiele in der Liga gewannen, hat der HSV in eigener Halle zuletzt nacheinander Berlin, Flensburg und Kiel in die Knie gezwungen.

"Das ist wieder ein Spitzenteam, wieder eine volle Halle und wieder ein emotionales Spiel", erstarrt Manager Thorsten Storm da angesichts der Pleite in Kiel und mehr als 11.000 erwarteten Zuschauern fast vor Ehrfurcht.

Seinen Humor hat er immerhin nicht verloren. "Mut macht, dass Hamburg einen anderen Torhüter hat", spielt er auf den überragenden THW-Keeper Thierry Omeyer an.

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Bitter: "Harte Wochen für uns"

Der HSV ist zwischen den Pfosten jedoch nicht unbedingt schlechter besetzt. In dieser Saison wechseln sich Johannes Bitter und Per Sandström ab.

Der DHB-Schlussmann betont bei SPORT1: "Die Löwen sind eine hervorragende Mannschaft, die selbst ebenfalls Titelansprüche haben und ich denke mit diesem Kader auch zu Recht."

Er sieht in dem Spiel "die nächste große Herausforderung. Momentan ballt sich das bei uns alles, das sind schon harte Wochen. Bislang haben wir uns allerdings gut angestellt und uns schadlos gehalten."

HSV auf den Punkt konzentriert

Sein Trainer Martin Schwalb fasst sich mit der Zielsetzung für heute Abend kurz: "Wir wollen die Tabellenführung verteidigen - ohne Wenn und Aber."

Die Profis haben die Parole verstanden und sind heiß darauf, einen der drei Verfolger schon früh in der Saison abzuschütteln.

"Wir dürfen uns keine Nachlässigkeiten erlauben, müssen jeden Gegner so angehen wie Kiel. Das ist der nächste Höhepunkt", mahnt Michael Kraus.

Pascal Hens schlägt in die gleiche Kerbe: "Wir müssen von Beginn konzentriert sein."

HSV im direkten Duell vorn

Sieben der bisherigen zwölf Duelle haben die Hanseaten für sich entschieden, viermal jubelten die Löwen. In der Vorsaison gewann der HSV zweimal deutlich, in der Fremde 34:30, zu Hause gar 37:26.

Das Pokalfinale war hingegen eine nervenaufreibende Angelegenheit: Der HSV siegte erst nach Verlängerung mit 34:33.

Nicht nur aufgrund des bis dato letzten Vergleichs sagt Schwalb: "Wir sind gewarnt. Für die Löwen geht es um enorm viel. Bei einer Niederlage hätten die schon sieben Minuspunkte - so viele wie wir am Ende der letzten Saison."

Das genügte zwar zur Vizemeisterschaft - doch diesmal wollen beide Klubs mehr: Die Schale soll endlich her!

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