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Rückraumer Karol Bielecki (l.) spielt seit 2007 bei den Rhein-Neckar Löwen © getty

Vor dem Duell gegen Kiel lecken die Löwen ihre Wunden. Einen neuen Torwart präsentiert der Verein als Weihnachtsgeschenk.

Von Barnabas Szöcs

München ? Der Abpfiff in der Hamburger O2 World war für die Rhein-Neckar Löwen wieder einmal ein ernüchterndes Erlebnis.

Erneut hatten sie ein Spiel äußerst knapp verloren, wieder war es eine norddeutsche Mannschaft, die den Löwen den Erfolg in der Schlussphase vermieste.

Der Ärger von Löwen-Geschäftsführer Thorsten Storm war verständlich, denn seine Mannschaft hatte den Sieg gegen den HSV Hamburg aus der Hand gegeben.

"Nach solch einem Spiel ist natürlich Frust da, besonders, weil wir nicht viel verkehrt gemacht haben und sogar jubeln hätten können. Wir haben nur mit einem Tor Differenz verloren. Das schmerzt dann jeden einzelnen noch mehr, weil er weiß, dass es nur Kleinigkeiten waren."

"Wir haben kein psychisches Problem"

Bei der 31:32 (16:13)-Niederlage gegen den HSV Hamburg demonstrierte das Team von Trainer Gudmundur Gudmundsson vor allem in der ersten Halbzeit seine Stärken.

An Einstellung und taktischer Disziplin mangelt es der Mannschaft nach Ansicht von Thorsten Storm nicht:

"Wir haben eher ein physisches Problem, kein psychisches. Einige Spieler sind müde, aber da muss eben das Adrenalin helfen. Ich sehe kein psychisches Problem, weil die Mannschaft weiß, dass sie gut gespielt hat."

Kiel reist für zwei Spiele an

Viel Zeit zur Analyse haben die Badener indes nicht.

Der Tabellenfünfte erwartet in der Champions League bereits den THW Kiel (ab 19.15 Uhr LIVESCORES). Nur fünf Tage später wird sich dieses richtungweisende Duell in der Toyota HBL wiederholen.

Überschwängliche Freude oder Revanchegelüste für die 27:30 (9:17)-Niederlage im Champions-League-Hinspiel treten bei den Löwen jedoch nicht auf. (DATENCENTER: Ergebnisse Tabelle)

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Löwen mit realistischer Erwartung in der Königsklasse

"Eigentlich wären Partien gegen solch einen Gegner ein riesiger Reizpunkt", meint der ehemalige Spieler des THW Kiel, "aber jetzt ist es fast schon 'Business as usual'. Wir freuen uns auf die Spiele."

Als Kanonenfutter für die Norddeutschen sieht Storm die Löwen überhaupt nicht.

"Mit Kiel kommt die beste Mannschaft der Welt, das haben sie uns in der ersten Halbzeit gezeigt. Aber wir haben die zweite Hälfte mit fünf Toren gewonnen und bestätigt, dass wir uns weiterentwickelt haben. Wir werden alles versuchen, um zu gewinnen."

Angesichts des engen Spielplans, den Auftritten in drei Wettbewerben und der langen Verletztenliste der Löwen schraubt der 46 Jahre alte Geschäftsführer die Erwartungen in der Königsklasse herunter.

"Wir stehen in der Champions League mit dem zweiten Platz ganz gut da, unser Ziel ist Rang drei. Jetzt wollen wir es gegen Kiel schaffen."

"Wir haben den Anspruch, die Großen zu schlagen"

Nach den Nord-Pleiten gegen Flensburg und Hamburg scheint auch der Titel in der TOYOTA HBL in weite Ferne gerückt zu sein.

"Über Titel habe ich eigentlich von Anfang an nicht gesprochen, das mache ich nach außen grundsätzlich nicht. Wir haben den Anspruch, die Großen zu schlagen, aber ich sehe uns zurzeit auch nicht als Titelfavorit."

Ein anvisiertes Ziel gibt es bei den Badenern aber dennoch.

"Mit den drei Wettbewerben und den vielen Verletzungen wird es schwer genug, in der Bundesliga den dritten Platz zu schaffen. Mit sieben Minuspunkten sind wir schon etwas von diesem Rang entfernt. Unser Nahziel ist Platz drei."

Und den erreicht man laut Storm nur durch "erbarmungsloser Kampf, Zusammenstehen und einem gemeinsamen Blick nach vorne."

Wann endet der böse Fluch?

Trotz des bösen Omens glaubt der ehemalige Rechtsaußen an eine Verschiebung der Verhältnisse.

"Das Pendel wird irgendwann in die andere Richtung ausschlagen. Letztes Jahr haben wir die Spiele gegen Flensburg und Hamburg mit acht oder neun Toren Differenz verloren. Wir sind einen deutlichen Schritt weiter."

Die Antwort über den Nachfolger für Torwart Slawomir Szmal, der am Ende der Saison nach Polen zurückkehrt, will Storm noch in diesem Jahr geben.

"Die Verkündung wird sicherlich noch vor Weihnachten passieren, quasi als Weihnachtsgeschenk."

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