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In der vorletzten Saison trug Filip Jicha noch das blaube TBV-Trikot. Jetzt spielt er bei Kiel © getty

Spitzenspiel in Kiel: Tabellenführer THW empfängt den Dritten TBV Lemgo. Die Ostwestfalen wollen sich oben festsetzen.

Von Eva Fischer und Matthias Becker

Lemgo/München - Zehn Spiele, neun Siege - der TBV Lemgo hat sich in der neuen Saison die Worte von Manager Volker Zerbe zu Herzen genommen.

Der hatte vor der Saison eine Leistungssteigerung der Mannschaft im Vergleich zum Vorjahr und eine wesentlich größere Konstanz gefordert.

Und die wird von Spieltag zu Spieltag sichtbar, so dass der Auftritt des TBV bei Meister THW Kiel (So., ab 15 Uhr LIVESCORES) das Prädikat "Spitzenspiel" trägt.

Drei wegweisende Partien

Mit Tabellenplatz drei hat Lemgo schon dieses Jahr seinen Anspruch auf einen Champions-League-Platz angemeldet, auch wenn dies immer noch kein erklärtes Saisonziel ist.

Nach zweiwöchiger Bundesliga-Pause sind die Spieler nach Aussage des sportlichen Leiters Daniel Stephan "alle mit guter Laune und Erfolgserlebnissen von ihren Nationalmannschaften zurückgekehrt".

Diese positive Grundstimmung kann Trainer Markus Baur aber auch gut gebrauchen. Schließlich geht es für die Ostwestfalen in den kommenden zwei Wochen mit den Spielen in Kiel, gegen Göppingen und in Nordhorn darum, sich in der Spitzengruppe festzusetzen.

Selbstvertrauen aus Berlin-Sieg

In Kiel will man am 35:27-Sieg bei den Füchsen Berlin anknüpfen. "Für die Mannschaft war es wichtig, dass wir das Spiel gegen die Füchse nach der Niederlage gegen Hamburg so überlegen gewonnen haben", blickt Stephan auf den 10. Spieltag zurück.

Dadurch sei man nicht in einen Abwärtstrend gekommen, sondern habe "der Niederlage auf eine sehr souveräne Art und Weise sofort einen Sieg vor 15.000 Zuschauern hinterher geschoben."

"Der THW ist das Nonplusultra"

Mit dem THW wartet nun aber die wahrscheinlich schwerstmögliche Aufgabe. Seit dem Unentschieden im Saisonauftaktspiel gegen Dormagen hat der Rekordmeister keine Schwäche mehr gezeigt.

"Der THW ist das Nonplusultra. Sie sind Favorit auf den Meistertitel und haben erst einen Punkt abgegeben. Wir werden natürlich versuchen, die Kieler zu kitzeln, um vielleicht einen Punkt zu entführen", erklärt Stephan, sagt aber auch: "Natürlich ist klar, dass wir als großer Außenseiter in die Partie gehen, aber diese Rolle gefällt uns. Wir sind selbstbewusst und gut gerüstet."

Personalsorgen beim THW

Den Kielern dürfte unterdessen nicht nur das Selbstbewusstsein des Gegners, sondern auch die eigene Personalsituation Gedanken machen.

Neben dem Norweger Börge Lund (Achillessehne) muss der THW auch auf Olympiasieger Nikola Karabatic verzichten. Bei dem Franzosen wurde ein Überlastungsschaden in der rechten Schulter diagnostiziert, der ihn zu einer zweiwöchigen Pause zwingt.

Immerhin kann Kiels Trainer Alfred Gislason aber auf einen neuen Torhüter zurückgreifen. Nach der Meniskusverletzung von Andreas Palicka verpflichtete der Klub den schwedischen Nationalspieler Herdeiro Lucau vom Erstligisten IF Guif Eskilstuna, der ab sofort spielberechtigt ist.

Lob von Gislason

Für einen Kieler wird das Spiel gegen den TBV auch ein Treffen mit der Vergangenheit Filip Jicha wechselte 2007 aus Ostwestfalen an die Ostsee. Ob da auch die Bilanz Lemgos gegen Kiel eine Rolle spielte? Die letzten zwölf Pflichtspiele hat der THW gegen den TBV allesamt gewonnen.

Dennoch ist Coach Gislason vorsichtig. "Kompliment an Markus Baur, in Lemgo entwickelt sich etwas Großartiges", lobt der Isländer in den Kieler Nachrichten seinen Kollegen und macht vor allem die wieder gewonnene Abwehrstärke für den Aufschwung des Gegners verantwortlich.

Zu tief stapeln will Gislason dann aber auch nicht: "Gewinnen wollen und können wir trotzdem, dafür müssen wir aber sehr gut spielen."

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