vergrößernverkleinern
Der schwedische Kreisläufer Marcus Ahlm spielt seit 2003 für den THW Kiel © getty

Die Verletzungsprobleme bei Kiel werden vor der Partie gegen die Löwen immer dramatischer. Die "Zebras" bleiben optimistisch.

Von Hardy Heuer

München - Die Personaldecke beim THW Kiel wird immer dünner.

Vor dem dritten Spiel innerhalb von elf Tagen gegen die Rhein-Neckar Löwen (Mi., ab 20.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) bleibt den "Zebras" das Verletzungspech treu.

Als wäre der THW mit den Langzeitverletzten Kim Anderson und Daniel Narcisse nicht schon genug gestraft, hat es nun zwei weitere Spieler getroffen.

Beim hart umkämpften 30:30 am Freitag in der Champions League gegen die Löwen erwischte es Kapitän Marcus Ahlm und Christian Sprenger.

Ahlm fällt lange aus

Rechtsaußen Sprenger verließ angeschlagen das Spielfeld. Eine Kerspintomographie zeigte einen gequetschten Schleimbeutel als Ursache für die Schwellung am Fuß auf.

Bei Ahlm ergab die Untersuchung ein erschreckenderes Ergebnis.

Der schwedische Kreisläufer brach sich gegen die Löwen mehrfach die Mittelhand und fällt daher mindestens bis zum Jahresende aus.

Die Diagnose ist ein Schock für den THW, der in den letzten Wochen auch auf Christian Zeitz aufgrund eines Bänderrisses verzichten musste.

Frust bei Manager Derad

"Wir reisen ohne drei Top-Leute an und verlieren im Spiel zwei weitere Leistungsträger durch Verletzungen", beklagte sich Manager Uli Derad.

"Trotzdem holen wir einen Punkt", lobte er anschließend seine Mannschaft (STENOGRAMME 13. Spieltag).

Der Grund, warum Kiel trotz der vielen Ausfälle Siege einfährt, sind für Derad die "großartige Moral und Leistungsbereitschaft der Mannschaft".

Die Kräfte schwinden

Dennoch erkennt man an den letzten Leistungen der Kieler, dass ihnen aufgrund der dünnen Personaldecke so langsam die Puste ausgeht.

Gegen den SC Magdeburg gab es am letzten Spieltag ein knappes 25:22, davor erkämpfte sich der THW in der Champions League ein 30:27 gegen die Löwen und am Freitag schafften die "Zebras" im Rückspiel nach einer grandiosen Aufholjagd gerade noch den Ausgleich.

Wichtig für den Erfolg sind nun Spieler wie Filip Jicha oder Dominik Klein, die die Ausfälle kompensieren müssen.

Aber auch bei ihnen schwinden die Kräfte. "Alle Spieler sind derzeit müde, auch ich", erklärte Jicha.

Jicha muss derzeit jedes Spiel durchspielen. Gegen die Löwen kann Trainer Alfred Gislason nur auf neun Feldspieler zurückgreifen.

Vollgas ohne Handbremse

Am Mittwoch muss Kiel (22:4 Punkte) jedoch unbedingt gewinnen, um den Abstand zu Tabellenführer HSV Hamburg (24:2 Punkte) nicht abreißen zu lassen (DATENCENTER: Ergebnisse Tabelle).

"Zum Ausruhen bleibt keine Zeit", stellte Jicha klar. Mitspieler Klein geht optimistisch in die Partie am Mittwoch:

"Wir haben zwar einige Verletzte, aber Sorgen mache ich mir deshalb keine. Wir werden auch am Mittwoch Vollgas ohne Handbremse geben."

Letzte Chance für die Löwen

Die Statistik spricht zumindest für den THW. 13 der 15 Partien gegen die Badener gewannen die Kieler, die letzten acht Aufeinandertreffen gingen allesamt an den Rekordmeister.

Die Mannheimer werden gegen Kiel jedoch alles in die Waagschale werfen.

Denn nachdem der Rückstand auf den HSV bereits auf fünf Punkte angestiegen ist, kämpfen die Löwen um ihre letzte Titelchance.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel