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Nationalspieler Tobias Reichmann spielt seit 2009 beim THW Kiel © imago

Verletzungsgeplagte Kieler wollen sich nach der Niederlagen gegen die Löwen über die Zeit retten. Hamburg zieht weiter davon.

München - Titelverteidiger THW Kiel geht am Stock und hinkt dem Nordrivalen HSV Hamburg im Meisterrennen der Toyota HBLschon vier Punkte hinterher.

"Die lange Verletztenliste tut uns richtig weh", sagte THW-Geschäftsführer Uli Derad nach der 26:29-Niederlage des Rekordmeisters bei den Rhein-Neckar Löwen angesichts des Ausfalls von gleich fünf Nationalspielern. (STENOGRAMME 14. Spieltag)

Das Fehlen von Hochkarätern wie Daniel Narcisse (Kreuzbandriss), Filip Jicha (Rückenprobleme), Kim Andersson (Knie-OP), Marcus Ahlm (Mittelhandbruch) und Christian Sprenger (Fußverletzung) konnte auch der mit Stars gespickte Champions-League-Sieger nicht mehr kompensieren.

Jicha hat Verständnis für Kollegen

"Es war für die, die übrig geblieben sind, sehr schwer", sagte der tschechische Torjäger Jicha bei SPORT1, der die dritte Saisonniederlage des THW von der Bank tatenlos verfolgte. (DATENCENTER: Ergebnisse Tabelle)

Zwar haben die Kieler aufgrund ihrer finanziellen Möglichkeiten ihren ausgedünnten Kader mit dem französischen Olympiasieger Jerome Fernandez und dem schwedischen Nationalspieler Robert Arrhenius während der Saison noch einmal aufgestockt, doch der große Qualitätsverlust wurde auch durch diese (Not)-Maßnahmen nicht aufgefangen.

Die Hinrunde ist zwar noch nicht abgeschlossen, doch weitere Niederlagen darf sich die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason nicht mehr erlauben, will sie den HSV nicht noch weiter enteilen lassen.

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"Müssen irgendwie den Dezember überstehen"

"Wir müssen irgendwie den Dezember überstehen", meinte Jicha. Nach der WM-Pause im Januar will Kiel, seit 2005 ununterbrochen deutscher Meister, dann angreifen.

Das Ziel sei, Spiel für Spiel zu gewinnen. Dann schaue man am Ende der Saison, wo man stehe, sagte Derad.

Einbruch zum Ende

Bei den Löwen hielt der THW bis zur 45. Minute sogar noch gut mit, doch dann schwanden die Kräfte.

Es mangelte an Alternativen auf der Bank, so stand am Ende die erste Pleite des THW gegen die Löwen nach zuvor acht Begegnungen ohne Niederlage (sieben Siege).

Ex-Nationalspieler Christian Zeitz gab zwar einen Monat nach seinem Bänderriss im Sprunggelenk sein Comeback, doch war der Weltmeister von 2007 noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte.

Hamburg nun Top-Favorit

Vizemeister Hamburg träumt nach seinem überzeugenden 33:29-Erfolg bei Altmeister VfL Gummersbach (Video) unterdessen vom ersten Titel, und die Konkurrenz schiebt dem Pokalsieger auch die Favoritenrolle zu.

"Der HSV ist aufgrund der Resultate für mich der Top-Favorit", erklärte Geschäftsführer Bob Hanning von den Füchsen Berlin. Die Berliner sind mit nur einem Verlustpunkt mehr auf dem Konto derzeit erster Verfolger des Spitzenreiters.

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