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Florian Kehrmann trägt seit 1999 das Trikot des TBV Lemgo © imago

Lemgo will die Heim-Krise gegen Flensburg beenden. Kehrmann sieht einen Vorteil. In einen Teamkollegen setzt er hohe Erwartungen.

Von Björn Seitner und Marcus Giebel

München - Der TBV will die Kurve kriegen, die SG den Anschluss halten.

Vor der Partie zwischen den Ex-Meistern Lemgo und Flensburg-Handewitt (So., ab 17.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) am 14. Spieltag der Toyota HBL stehen beide Teams unter Druck.

Die Ostwestfalen als Tabellen-Zehnter spüren diesen mit bisher vier Heimniederlagen aber deutlich mehr als die Spielgemeinschaft aus dem hohen Norden.(DATENCENTER: Ergebnisse Tabelle)

Bei Lemgo passt derzeit einiges nicht zusammen: Der Etat wurde gekürzt, die Fans bleiben aus, die Erwartungen müssen zurückgeschraubt werden.

Kehrmann: "Knoten muss platzen"

"Der Knoten muss endlich platzen. Ich will zu Hause mal wieder gewinnen", betont daher Florian Kehrmann bei SPORT1.

Seine Hoffnung liegt im jüngsten Champions-League-Spiel der Gäste: "Sie hatten am Donnerstag ein schweres Spiel. Wir treten mit breiter Brust an."

Für Lemgo ist die "Königsklasse" hingegen in weite Ferne gerückt.

Auch Glandorf geht

Geschäftsführer Volker Zerbe gab bereits zu, dass "die Champions League mittelfristig nicht realistisch" ist.

Nicht leichter machen es dem Verein die Spieler. Michael Kraus und Abwehrchef Daniel Kubes wechselten vor der Spielzeit nach Hamburg und Kiel.

Für den Nationalspieler Holger Glandorf ist es das letzte Jahr beim zweimaligen deutschen Meister.

Kehrmanns Zukunft offen

Der 27-Jährige geht ausgerechnet nach Flensburg. 126233(DIASHOW: Die Toyota-HBL-Wechselbörse)

Doch Kehrmann glaubt nicht, dass der Wechsel zur SG seinen Teamkollegen am Sonntag hemmen wird: "Er wird besonders motiviert sein."

Auch er selbst macht sich derzeit Gedanken um seine Zukunft - der Vertrag läuft am Saisonende aus: "Mit 33 Jahren bin ich nicht in dem Alter, wo ich komplett aufhöre."

Der TBV sei nach mehr als elf gemeinsamen Jahren sein erster Ansprechpartner - erste Gespräche hätten bereits stattgefunden.

Etat gekürzt

Dabei gehe es ihm nicht in erster Linie um den Einzug in den Europapokal. "Wichtig ist, dass wir den Verein wieder ins positive Licht rücken. Da ist es egal, welcher Platz am Saisonende herausspringt", sagt Kehrmann.(STENOGRAMME 14. Spieltag)

Dennoch weiß auch er, dass Lemgo einen Umbruch anstrebt.

Bereits vor der Saison musste der Etat um rund 1,2 Millionen Euro gekürzt werden.

Zerbe fordert Heimsieg

Nachdem man im DHB-Pokal schon in der dritten Runde am TSV Hannover-Burgdorf scheiterte, erreichte das Team immerhin im EHF-Pokal das Achtelfinale.

Es geht also. Und so wäre der erste Schritt zur Besserung in der Liga der dritte Heimsieg der laufenden Saison.

"Wir wollen die Lipperlandhalle wieder zu einer echten Festung machen", ist daher das Ziel von Zerbe.

"Ein harter Brocken"

Zerbe, der als Aktiver 20 Jahre für den TBV spielte, weiß aber auch, dass "das Spiel natürlich ein harter Brocken" wird.

"Denn Flensburg hat sich nach den anfänglichen Schwierigkeiten in der Saison gefangen und spielt auf einem konstanten Niveau", so der 42-Jährige.

Die SG ist momentan mit 18:8 Punkten Sechster und hat die Europapokalplätze im Auge.

Drei Siege in Folge

Auch in der Champions League bleibt das Team von Coach Ljubomir Vranjes durch den Sieg bei HCM Constanta auf Kurs. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle der Champions League)

Nach der Entlassung Per Carlens vor knapp drei Wochen im Anschluss an die Niederlage gegen Hamburg - wo Carlen angeblich bereits einen neuen Vertrag unterschrieben hatte - scheint sich an der Förde einiges zum Positiven gewendet zu haben: Zuletzt siegte Flensburg dreimal in Folge.

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