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Noka Serdarusic trainierte von 1993 bis 2008 den THW Kiel © getty

Beim Sieg der Kieler über Lemgo sorgt der langjährige THW-Coach "Noka" Serdarusic mit seinem Besuch für eine Überraschung.

Von Felix Götz

München - Die Fans des THW Kiel feierten schon vor dem überzeugenden 33:23-Sieg ihrer Mannschaft über den TBV Lemgo.

Der Grund: Zum ersten Mal nach seiner Entlassung im Juni diesen Jahres kehrte der ehemalige Trainer "Noka" Serdarusic als Zuschauer in die Sparkassen-Arena zurück.

Als die 10.250 Zuschauer den Mann, der dem THW in 15 Jahren 25 Titel bescherte, erkannten, war ihnen das anstehende Spiel für einige Zeit egal.

Die THW-Anhänger bevorzugten es, Serdarusic mit ohrenbetäubendem Applaus willkommen zu heißen.

Ungewohnter Sitzplatz stört

"Warum sollte ich nicht kommen? Ich habe hier lange erfolgreich gearbeitet und niemandem etwas getan", erklärte der Bosnier gegenüber den "Kieler Nachrichten" seinen überraschenden Besuch.

Um kurz darauf zu beweisen, dass er seinen Humor auch kurz nach seiner Bandscheibenoperation nicht verloren hat.

"Die Sitze sind nicht schön. Da unten auf den gepolsterten Trainerplätzen, das wäre für meinen Rücken besser gewesen", sagte der Bosnier mit einem Lächeln.

Ahlm und Lövgren überragend

Er war auch gekommen, um "endlich wieder Handball live und nicht im TV" zu sehen. Und das, was sein ehemaliges Team ihm präsentierte, dürfte Serdarusic gefallen haben.

Angeführt von den beiden überragenden Schweden Marcus Ahlm (10 Tore) und Stefan Lövgren (7 Tore) überrumpelte der THW die hilflosen Lemgoer.

Dazu vernagelte der sich seit Wochen in Galaform befindende Torhüter Thierry Omeyer seinen Kasten.

Auch ohne Karabatic stark

Lediglich in den Anfangsminuten konnte das Team von Markus Baur mithalten, dann rollte der THW-Express einfach über die Lemgoer hinweg.

"So wie es das Ergebnis auch ausdrückt, war es eine klare, verdiente Sache, die auch in der Höhe verdient war", sagte Baur. Und das, obwohl Kiels Superstar Nikola Karabatic verletzt ausfiel. Bei einem top besetzten Kader wie ihn die Kieler haben, springen dann eben andere in die Bresche.

Die Abwehr stand sicher und im Angriff gelang es vor allem dem Schweden-Duo Lövgren und Ahlm immer wieder, die Deckung der Gäste zu überlisten. "Wir haben heute sehr gut gespielt, es war vielleicht das beste Spiel in dieser Saison", war THW-Coach Alfred Gislason hoch zufrieden.

Das Maß aller Dinge

In der Bundesliga bleiben die Kieler somit als souveräner Tabellenführer das Maß aller Dinge. Die letzten zehn Spiele hat der THW gewonnen.

Der einzige Punktverlust beim Remis am ersten Spieltag gegen Aufsteiger Dormagen war also definitiv nur ein Ausrutscher.

Serdarusic sah, dass der Trainerwechsel von ihm zu Gislason reibungslos verlaufen ist.

Serdarusic heiß umworben

Auf der THW-Trainerbank hat Serdarusic ausgedient, bei anderen Vereinen ist er als Coach aber nach wie vor heiß umworben.

Neben einem Engagement als norwegischer Nationaltrainer wird auch über eine Rückkehr in die Bundesliga spekuliert.

Die Rhein-Neckar-Löwen und die Füchse Berlin gelten dabei als mögliche Kandidaten. "Ich will wieder als Trainer arbeiten. Aber wo, steht absolut nicht fest", sagte Serdarusic.

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