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Christian Fitzek (l.) war bereits von 2004 bis 2011 beim HSV Handball
Christian Fitzek (l.) war vor seiner Hamburg-Zeit Trainer bei Frisch Auf Göppingen © getty

Der Sportchef erhält über Weihnachten seine Kündigung - um zwei Tage später noch einen hochkarätigen Neuzugang zu präsentieren.

Von Annette Bachert

München - Es ist ein turbulenter Tag beim HSV Hamburg: Erst wird bekannt, dass Sportdirektor Christian Fitzek über Weihnachten die Kündigung erhalten hat.

Dann wird ein hochkarätiger Neuzugang präsentiert - von dem eben gekündigten Christian Fitzek.

Der Neuzugang ist Oscar Carlen, der zur neuen Saison wie erwartet von der SG Flensburg-Handewitt kommt - und damit einen weiteren, deutlichen Hinweis in der noch ungeklärten Trainerfrage gibt.

Und zu allem Überfluss stiftet der Klub vor dem letzten Spiel des Jahres bei Ahlen-Hamm (Dienstag, ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) noch neue Verwirrung in einer anderen, gerade erst scheinbar geklärten Personalfrage.

Kündigung in der VIP-Loge

Am Anfang war die Nachricht der Fitzek-Trennung - wie so viele Meldungen um den HSV nicht vom Klub bestätigt - wohl aber von Fitzek selbst.

Am ersten Weihnachtsfeiertag, während des 30:25 (14:12)-Heimerfolges gegen Frisch Auf Göppingen in der Toyota HBL, wurde dem 49-Jährigen die Kündigung im VIP-Raum der O2 Arena vom Aufsichtsratsversitzenden Uwe Wolf mitgeteilt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Fitzeks Amtszeit läuft nun noch bis zum 30. Juni 2011 und hätte sich am Jahresende um ein weiteres Jahr automatisch verlängert.

Der Betroffene gab sich tapfer: "Ich bin natürlich enttäuscht, werde aber den Job jetzt bis zum Saisonende weitermachen", so Fitzek im "Hamburger Abendblatt".

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Carlen schon in den Startlöchern?

Wahrscheinlicher Hintergrund der Trennung: Cheftrainer Martin Schwalb wird bekanntermaßen in der kommenden Saison ins Management wechseln und damit einige von Fitzeks derzeitigen Aufgaben übernehmen.

Andere gehen wohl an den neuen Trainer - der, so wie es aussieht, Per Carlen heißen wird. HSV-Präsident Andreas Rudolph bestätigte bei Oscar Carlens Vorstellung laufende Gespräche mit dessen Vater, der bei der Präsentation auch anwesend war.

Der Schwede wurde im November von seinem Chef-Trainer-Posten bei der SG Flensburg-Handewitt beurlaubt - als das Gerücht über einen angeblich feststehenden Wechsel nach Hamburg schon in der Welt war. Angeblich erfolgte die Trennung im beiderseitigem Einvernehmen, Gründe wurden aber nie genannt.

Flensburg-Trio nach Hamburg?

Sicher ist, dass Oscar Carlens Zukunft in Hamburg liegt. Der 22-Jährige erhält einen Drei-Jahres-Vertrag.

"Es ist schön, dass wir vor der Weltmeisterschaft noch einen Meilenstein vermelden können. Er ist unser Wunschspieler auf der halbrechten Seite" freute sich Rudolph über den schwedischen Nationalspieler.

"Ich bin froh, dass ich bei der besten Mannschaft der Liga einen Vertrag erhalten habe. Für mich ist der Wechsel ein weiterer Schritt nach vorne und eine sportliche Herausforderung", meinte Carlen selbst.

Beutler-Deal noch nicht sicher

Dass Torwart Dan Beutler mit Carlen kommt, ist dafür wiederum laut Rudolph noch unsicher - obwohl Flensburg-Manager Holger Kaiser eben erst bei SPORT1 erklärte: "Uns hat er gesagt, dass er nach Hamburg gehen wird."

Rudolph sprach derweil nur von "guten Gesprächen".

Die gebe es auch mit Guillaume und Bertrand Gille, "sehr intensive und sehr positive Verhandlungen", um genau zu sein: "Es gibt Anlass zur Hoffnung, dass die Gille-Brüder nicht ihre letzte Saison beim HSV Handball spielen."

Zweite Kündigung für Fitzek

Die Gespräche mit den beiden gehören zu den letzten Amtshandlungen Fitzeks, für den nun am Saisonende ein wendungsreiches Angestelltenverhältnis endet.

Fitzek war seit 2004 für den HSV tätig. Zuerst als Co-Trainer unter Bob Hanning, später als Chef-Trainer. Nur wenige Monate später wurde er beurlaubt, durch Schwalb ersetzt und sieben Tage später als Sportchef, dieser Posten wurde extra für Fitzek geschaffen, wieder eingestellt.

Vor zwei Jahren war dann Fitzek schon einmal gekündigt worden. HSV-Präsident Andreas Rudolph wollte damals den eingeschlagenen Sparkurs untermauern.

Die Kündigung wurde nur wenige Tage später allerdings widerrufen.

Dieses Mal wird es für den 109-maligen Nationalspieler wohl nicht so glimpflich ausgehen. Denn, auch wenn der Verein die Trennung noch nicht bestätigen will, stehen alle Zeichen auf Abschied und vor allem Veränderung.

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