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Börge Lund (l.) und die Löwen gewannen das Hinspiel gegen Göppingen mit 28:26 © imago

FrischAuf will die "Festung Göppingen" auch gegen die Löwen verteidigen. Flensburg will sich in Magdeburg rehabilitieren.

Von Marc Ellerich

München - Es ist Derbyzeit in Baden-Württemberg, und entsprechend groß ist die Aufregung kurz vor dem Jahreswechsel.

FrischAuf Göppingen empfängt die Rhein-Neckar Löwen zum Verfolgerduell der Toyota HBL (ab 19.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1), und nicht nur wegen des schwäbisch-badischen Kräftevergleichs messen beide Teams der Partie kurz vor Silvester jede Menge Bedeutung bei.

Beide Mannschaften haben bisher eine starke Saison gespielt, als Ergebnis bekommen die Zuschauer ein richtiges Spitzenspiel präsentiert: Vierter sind die Löwen derzeit, nur eine Position dahinter lauert FrischAuf (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Das wäre das Tüpfelchen aufs i"

Wie wichtig beiden der Sieg ist, daran lassen die jeweiligen Vertreter keinen Zweifel.

"Wenn wir an der Spitze dranbleiben wollen, müssen wir dort gewinnen", sagt Löwen-Coach Gudmundur Gudmundsson: "Mit einem Sieg in die lange Pause (die WM-Unterbrechung, d. Red.) zu gehen, wäre doppelt wichtig."

Die Göppinger, die mit 26:8 Punkten die beste Vorrunde seit ihrem Wiederaufstieg 2001 gespielt haben und nur zwei Punkte hinter dem badischen Rivalen liegen, wollen ihre spektakuläre Bilanz mit einem Sieg krönen.

"Das wäre das Tüpfelchen aufs i", findet Manager Gerd Hofele.

Stärker mit Kaufmann

Die reichlich knappe Niederlage im ersten Aufeinandertreffen dieser Spielzeit und die Rückkehr von Linkshänder Michael Thiede machen Göppingens Coach Velimir Petkovic Hoffnung: "Ich hoffe, dass wir sie besiegen können."

Die Löwen zollen ihrem Gegner - vor eigenem Publikum bis dato unbezwungen - vorab schon mal höchsten Respekt.

"Mit der Rückkehr von Lars Kaufmann sind die jetzt noch stärker geworden", lobte Nationalspieler Uwe Gensheimer Göppingens starken Rückraum: "Das wird eine ganz heiße Kiste." Nur wer Göppingens Rückraum in den Griff kriege, könne dort gewinnen.

Roggisch-Einsatz im Dunkeln

So sieht es auch Löwen-Coach Gudmunsson. "Göppingen ist besonders zuhause nur sehr schwer zu schlagen. Wir treffen auf einen körperlich starken Gegner, der von den eigenen Fans getragen wird."

Unklar ist, ob die Badener ihren National-Verteidiger Oliver Roggisch einsetzen können.

Die Liga hatte die Rotsperre des Abwehr-Schranks aus der Partie gegen Lemgo am 21. Dezember um ein Spiel reduziert, Roggisch hätte demnach auflaufen können.

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Doch der Deutsche Handball-Bund legte sein Veto ein und besteht auf der Einhaltung der Sperre.

"Roggisch wird nicht spielen, wenn wir nicht eindeutig wissen, dass uns im Nachgang keiner am grünen Tisch bestrafen kann", kündigte Löwen-Manager Thorsten Storm an.

Flensburg sinnt auf Revanche

Auf Revanche sinnt die SG Flensburg-Handewitt beim SC Magdeburg (ab 17.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1). 29:33 verlor das Team von Trainer Lubomir Vranjes das Hinspiel, diesmal soll es anders werden.

"Damals hatten wir keine Chance, die Abwehr stand nicht gut, und vorne haben wir zuviel verworfen", erinnerte sich der SG-Coach.

Damit es diesmal besser klappt, quälte der Trainer die Flensburger mit den schlimmsten Szenen auf Video.

Respekt vor dem Angriff

Nach wie vor hat Vranjes vor den Magdeburgern, in der Tabelle als Siebter nur einen Platz schlechter als Flensburg, enorme Achtung.

"Von der Struktur im Angriffsspiel ist Magdeburg eine der besten Mannschaften der Liga. Der SC spielt einen guten Ball und hat Geduld. Das wird schwer."

Hoffen lässt ihn, dass sein Team in Bestbesetzung auflaufen kann und er beim Gegner, der vier Punkte zurückliegt, aufkommende Müdigkeit erkannt haben will: "Auch für die Magdeburger ist die Saison lang." Zumal die Sachsen-Anhaltiner fast immer mit der gleichen Mannschaft aufliefen.

Stiebler in die Hall of Fame

Dennoch ahnt er: "Die werden gegen uns noch einmal richtig heiß sein." Womit er offenbar nicht falsch liegt.

Magdeburgs Bartosz Jurecki fiebert der letzten Partie des Jahres jedenfalls entgegen. "Die Bördeland-Halle ist nahezu ausverkauft. Und das ist für mich wie für jeden Spieler etwas ganz Besonderes. Wir werden alles geben, um das Spiel zu gewinnen."

Emotionen sind also auch in Magdeburg garantiert. Zumal obendrein Ex-Kapitän Steffen Stiebler in die Hall of Fame aufgenommen werden soll.

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