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Magnus Wislander (l.) wurde zum Welthandballer des Jahrhunderts gewählt © imago

Erneut trommelm Toyota HBL-Spieler in den USA, für den Handball. Das Interesse steigt, Liga-Boss Bohmann dämpft die Erwartungen.

New York/München - Sogar Michael Bloomberg weiß inzwischen, dass in Manhattan Handball gespielt wird - jene Sportart mit deutschen Wurzeln, nicht das in den USA gleichnamige Rückschlagspiel.

Bloomberg also verfasste kürzlich einen Brief und ließ ihn an Shkumbin Mustafa schicken.

Der Bürgermeister der Stadt New York lobte darin das Engagement des Präsidenten des New York City Handball-Clubs in höchsten Tönen.

"Es zeigt einfach, dass es ein Feedback gibt. Das war toll", berichtete Mustafa und kündigte an: "Wir werden unseren Weg konsequent fortsetzen. Und wir werden weitere Erfolge haben."

Bundesliga-Stars werben für den Handballsport

Vielleicht auch dank der Entwicklungshelfer aus Deutschland.

Sie kamen bei ihrem wiederholten Einsatz in Manhattan sogar in den Genuss der berühmten Silversterparty am Times Square.

Bereits im zweiten Jahr in Folge warben Bundesligastars wie Ex-Weltmeister Henning Fritz (Rhein-Neckar Löwen) oder Nationalspieler Stefan Schröder (HSV Hamburg) im Rahmen eines Hobby-Turniers für den Handballsport.

"Genau der richtige Sport für die Amerikaner"

In einem Showspiel gegen eine Weltauswahl um den Jahrhunderthandballer Magnus Wislander setzten sich die von Michael Roth und Christian Fitzek gecoachten Ligaspieler vor 1000 Zuschauern mit 32:31 (18:16) durch.

"Handball ist mit seiner Dramatik, der Spannung und dem Kampf eigentlich genau der richtige Sport für die Amerikaner. Wir haben versucht, das im kleinen Rahmen zu zeigen", sagte Fritz, der bereits im Rahmen der ersten Pionieraktion im Januar 2010 im "Big Apple" dabei gewesen war.

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Mitte Juli hatte die deutsche Nationalmannschaft nachgezogen und auf Wunsch der Toyota HBL in Chicago ein Spiel gegen Polen (27:26) absolviert. HBL-Aufsichtsratsmitglied Ralf Uhding hatte die Aktion damals sogar als Startschuss für die "größte Revolution im US-Sport seit Jahrzehnten" bezeichnet.

Frank Bohmann: USA Vermarktungsziel

HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann möchte die Gastauftritte im Land der unbegrenzten Möglichkeiten dagegen nicht überbewerten.

"Die USA und Südamerika sind ein Markt, der sehr interessant für die Sportvermarktung ist, aber für den Handball bislang absolut unbedeutend war. Es ist ein sehr mittel- bis langfristiges Ziel, dort Fuß zu fassen", sagte Bohmann.

Immerhin können in Übersee Bundesligaspiele mit Hilfe eines Satelittenprogramms empfangen werden.

Kooperation zwischen Liga und US-Verband

Derzeit spielen in den USA rund 2500 Personen regelmäßig Handball. Knapp 50 Klubs und 120 Spielgemeinschaften sind offiziell beim Verband gemeldet.

Die Motivation der Toyota HBL ist es, langsam in den lukrativen amerikanischen Sportmarkt einzudringen und im besten Fall sogar Fernseh- und Lizenzrechte dorthin zu verkaufen.

Seit Anfang 2009 gibt es eine Kooperation zwischen Liga und dem US-Verband. Diese umfasst einen kontinuierlichen Transfer von Know-how in Bereichen wie Marketing und Marken-Kommunikation, Organisation sowie die Ausbildung von Trainern, Schiedsrichtern und Nachwuchsspielern.

"Immer größeres Interesse"

Wachstum ist beim Projekt Handball in New York bereits zu erkennen. Während im vergangenen Jahr in der Sporthalle der Park West High School gespielt worden war, flog diesmal der Ball im größeren Riverbank State Park.

"Mit der neuen Halle wurden wir dem immer größeren Interesse an unserer Veranstaltung gerecht", sagte Reise-Unternehmer Karl Gladeck. Er hatte das Turnier ins Leben gerufen und zum zweiten Mal organisiert.

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