vergrößernverkleinern
HSV-Star Guillaume Gille (r.) gegen Balingens Wolfgang Strobel © imago

Kiel und Flensburg freuen sich. Beim HSV brennt nach der Niederlage in Balingen der Baum. Der Präsident tobt.

Lemgo - Nach den neuerlichen Patzern der Konkurrenz läuft in der Bundesliga wieder alles auf das große Nordduell zwischen Meister THW Kiel und Vize SG Flensburg-Handewitt hinaus.

Während die ambitionierten HSG Nordhorn und HSV Hamburg am 12. Spieltag überraschende Niederlagen kassierten, konnten sich die spielfreien Topklubs ganz entspannt zurücklehnen.

Sechsmal in den vergangenen zehn Spielzeiten machten Kiel und Flensburg den Titel schon unter sich aus - fünfmal mit dem besseren Ende für Rekordmeister THW.

Das erste direkte Duell in dieser Saison steigt kurz vor Weihnachten am 20. Dezember in Flensburg.

Nordhorn verliert weiter an Boden

Die Nordhorner verloren durch eine 29:30 (13:18)-Niederlage bei den Füchsen Berlin mit nun 17:7 Punkten weiter an Boden auf Spitzenreiter Kiel (21:1).

Der im Titelkampf ohnehin schon fast abgeschlagene HSV Hamburg (13:9), nach einer Serie von sieben Pflichtspielsiegen zuletzt aber auf dem Vormarsch, leistete sich eine völlig unerwartete 26:28 (10:14)-Niederlage bei HBW Balingen-Weilstetten.

Nur Lemgo hält mit

Einzig der wiedererstarkte TBV Lemgo (19:5), der allerdings zuletzt in Kiel eine Lehrstunde erhielt, scheint derzeit noch mithalten zu können und liegt nach einem 31:25 (15:15) gegen Frisch Auf Göppingen zumindest nach Pluspunkten noch vor den Flensburgern (17:3).

Sorgen bereitet in der Mannschaft von Trainer Markus Baur derzeit allerdings Weltmeister Florian Kehrmann, der wegen einer Ellbogenverletzung nur beim Aufwärmen dabei war.

Beim HSV mochte der zuletzt schon kritisierte Trainer Martin Schwalb nicht nach Ausreden für die schwache Vorstellung vor 2350 Zuschauern suchen: "Wir haben zwar zahlreiche Ausfälle, aber auch genügend Hochkaräter im Kader, um so ein Spiel noch für uns zu entscheiden."

Gille sieht die Rote Karte

Doch erst nach sieben Minuten gelang dem Kroaten Blazenko Lackovic das erste HSV-Tor am Mittwoch, und Olympiasieger Guillaume Gille kassierte in der 28. Minute wegen grober Unsportlichkeit auch noch die Rote Karte.

Am Ende halfen dann auch sechs Tore von Dimitri Torgowanow nicht mehr weiter.

"Das war eine desolate Leistung von jedem einzelnen Spieler", tobt HSV-Chef Andreas Rudolph in der "Mopo". Der Präsident hat allerdings schon im Vorfeld für Demotivation gesorgt, als er feststellte, der Titel sei für den HSV nicht mehr zu gewinnen.

Unerwartet gut liegt dagegen weiter der SC Magdeburg, der mit 700.000 Euro Verbindlichkeiten aber auch als ein Sorgenkind der nach der beantragten Insolvenz von TuSEM Essen sowie der drohenden Zahlungsunfähigkeit des Stralsunder HV mit Imageproblemen kämpfenden Liga gilt.

Liga befasst sich mit Finanzproblemen

Der SCM kam zu einem 30:21 (14:10)-Erfolg über GWD Minden und festigte mit 17:7 Zählern den fünften Platz.

Der Liga-Verband HBL beschäftigte sich unterdessen auch am Donnerstag mit den Finanzproblemen.

Die Lizenzierungskommission um HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann traf sich in Dortmund, um die Situation aufzuarbeiten und künftig ähnliche Fälle zu vermeiden zu können.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel