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Pascal Hens kam 2003 von der SG Wallau-Massenheim nach Hamburg © getty

Im Interview mit Sport1.de spricht Pascal Hens über sein Comeback, die Probleme des HSV Handball und die Nationalmannschaft.

Von Felix Götz

München - Kollektives Aufatmen beim HSV Handball: Pascal Hens ist nach dreimonatiger Verletzungspause wieder dabei.

Der Nationalspieler feierte in der Champions League beim lockeren 35:26-Sieg über den slowakischen Meister Tatran Presov sein Comeback nach einer Schienbeinkopffraktur.

Bei der vorzeitigen Qualifikation für die zweite Gruppenphase und dem gleichzeitigen Gruppensieg gelangen dem 28-Jährigen gleich drei Tore.

Viel wichtiger für die Hamburger ist allerdings, dass Hens in der Bundesliga wieder am Ball ist (Datencenter: Ergebnisse). Mit Platz zehn in der Liga liegt Hamburg weit hinter seinen Ansprüchen zurück. Zudem sorgt Präsident Andreas Rudolph mit Rücktritts-Überlegungen für Unruhe.

Im Interview mit Sport1.de spricht Weltmeister Hens über sein Comeback, die Krise des HSV, die Nationalmannschaft und verrät, dass er nicht an einen Rücktritt von Rudolph glaubt. (HSV-Präsident droht mit Rücktritt)

Sport1.de: Herr Hens, was war Ihnen am Sonntag wichtiger? Der Sieg des HSV, oder die Tatsache, dass Sie endlich wieder spielen konnten?

Pascal Hens: Beides! Der Sieg war sehr wichtig, weil wir sicher weiter sind. Und natürlich war ich sehr froh darüber, wieder spielen zu können. Ich habe mich sehr lange darauf vorbereitet. Jetzt bin ich froh, dass es endlich geklappt hat.

Sport1.de: Sind Sie wieder völlig schmerzfrei?

Hens: Sonst würde ich nicht spielen. Der Bruch ist gut verheilt. Anfangs war es problematisch, weil ich sehr viel Muskulatur verloren hatte. Aber mittlerweile bin ich soweit, dass ich ohne Probleme spielen kann.

Sport1.de: Waren die drei Monate ohne Handball sehr hart?

Hens: Am Anfang war es nicht ganz so schlimm, auch wenn es natürlich schmerzhaft war, Olympia nicht zu Ende zu spielen. Aber es war für mich auch wichtig, mal wieder richtig durchzuschnaufen. Nach drei Monaten hofft man dann schon, dass bald alles wieder so läuft, wie man sich das erhofft.

Sport1.de: Ist es besonders schwierig, wenn es beim Team nicht läuft und man nicht helfen kann?

Hens: Ich habe versucht, die Jungs zu unterstützen, weil einige Neue dabei sind. Deshalb bin ich zu jedem Spiel mitgefahren. Dabei habe ich leider auch sehr schmerzhafte Niederlagen erleben müssen. Ich bin froh, dass ich jetzt wieder da bin. Ich glaube, dann ist es auch für die Jungs ein bisschen einfacher.

Sport1.de: Zuletzt hatte die Formkurve nach oben gezeigt, dann kam die Partie in Balingen. Warum bekommt der HSV keine Konstanz in sein Spiel?

Hens: Gute Frage. Wir haben gedacht, wir wären wieder auf dem richtigen Weg - dann kommt so ein Spiel. Gegen Balingen und Dormagen zu verlieren, darf uns als Topmannschaft nicht passieren. Es ist sehr schwer zu sagen, woran das liegt. Wir haben bereits sechs Minuspunkte gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte kassiert. Das ist zu viel. (Beim HSV brennt der Baum)

Sport1.de: HSV-Präsident Andreas Rudolph droht mit Rücktritt. Was sagen Sie dazu?

Hens: Er war beim Spiel in Balingen und war sauer. Das ist sein gutes Recht. Ich hoffe nicht, dass er zurücktritt, weil er zu diesem Verein gehört. Er ist der Boss und wir brauchen Ihn. Er wird am Mittwoch in der Halle sein und ich hoffe, dass wir Ihm dann ein sehr gutes Spiel bieten können und er dem HSV treu bleibt. Davon gehe ich auch aus.

Sport1.de: Glauben Sie, dass er mit den Drohungen einfach nur alle wachrütteln möchte?

Hens: Ja. Aber wir müssen so weit sein, dass wir diese Drohungen nicht brauchen. Wir müssen in die Köpfe bekommen, dass wir alle 1000 Prozent geben müssen.

Sport1.de: Sie liegen derzeit auf Platz zehn in der Liga. Was ist aus ihrer Sicht in der Bundesliga überhaupt noch drin?

Hens: Über die Deutsche Meisterschaft müssen wir nicht mehr sprechen. Wir müssen stabile Leistungen bringen und es ist für uns ein Muss, die Qualifikation zur Champions League zu schaffen. Ich hoffe, wir können bald ein Ausrufezeichen setzen und zeigen, dass wir wieder da sind.

Sport1.de: Am Mittwoch folgt die Partie gegen Flensburg. Ist da ein Sieg bereits Pflicht, um überhaupt noch eine Chance zu haben, oben anzugreifen?

Hens: Ja, das muss man so sagen. Es ist zwar noch eine lange Saison und es kann noch viel passieren. Aber Flensburg ist für uns ein direkter Konkurrent, der oben dabei ist. Zu Hause müssen wir auf jeden Fall gewinnen. (ab 19.15 Uhr LIVESCORES)

Sport1.de: Hatten Sie während Ihrer Verletzungszeit eigentlich viel Kontakt zu Heiner Brand?

Hens: Wir haben ab und zu miteinander telefoniert. Er hat sich erkundigt, wie es mir geht. Vor dem ersten Spiel hat er mir eine SMS geschrieben und mir viel Glück gewünscht.

Sport1.de: Wie sieht Ihre Zukunft im Nationalteam aus?

Hens: Ich gehe davon aus, dass Heiner mit mir rechnet. Ich habe Lust, in der Nationalmannschaft zu spielen.

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