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Die DHC Rheinland ging 2010 als TSV Dormagen in der Bundesliga an den Start © imago

Die DHC will den Spielbetrieb vorerst aufrecht erhalten, hat aber wenig Hoffnung. Die Berlin-Reise ermöglicht der Gegner.

Dormagen - Der deutsche Handball hat nach der WM-Schmach von Schweden den nächsten Tiefschlag kassiert.

Der DHC Rheinland hat am Dienstag beim Amtsgericht Düsseldorf einen Insolvenzantrag gestellt und steht damit als erster Absteiger aus der Toyota HBL fest.

"Das ist bedauerlich. Aber das ist das Risiko in der Sportart Handball, die sich aus Sponsoring-Erträgen finanziert", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann.

Rheinlands Geschäftsführer Heinz Lieven meinte: "Der Spielbetrieb wird zunächst aufrechterhalten. Ich habe aber wenig Hoffnung, dass sich ein neuer Sponsor findet."

Talente anderer Klubs zum DHB?

Manager Bob Hanning von den Füchsen Berlin regte an, aus der traurigen Situation das Beste zu machen und hat eine revolutionäre Idee.

"Die Bundesligaklubs könnten dem DHC bis zum Saisonende kostenfrei ihre eigenen talentierten Spieler schicken, damit der Spielbetrieb aufrechterhalten werden kann. Und die Talente bekommen Spielpraxis", schlug Hanning vor.

Bohmann will über diesen Vorschlag unter anderem mit dem Insolvenzverwalter sprechen.

Neueste Baustelle im deutschen Handball

Die Insolvenz der Rheinländer ist die neueste Baustelle im deutschen Handball.

Abgesehen vom schwachen Abschneiden bei der WM in Schweden und der ungeklärten Brand-Personalie steht die Verlängerung des Grundlagenvertrages zwischen HBL und dem DHB weiter in den Sternen.

Die Liga hatte diesen fristgerecht gekündigt, die dritte Gesprächsrunde findet am 11. März statt. (Die Toyota HBL am Dienstag LIVE im TV auf SPORT1: ab 18.30 Uhr Gummersbach-Göppingen)

Probleme bei Hallen-Namensgeber

Beim Lizenzierungsverfahren war der DHC Rheinland nicht auffällig geworden.

Alle wesentlichen Verbindlichkeiten und Versicherungsträger konnten nach Informationen der HBL bislang gedeckt werden. Ausschlaggebend für die wirtschaftliche Misere ist wohl die Pleite des Hallen-Namensgebers.

Dadurch fehlt dem DHC Rheinland eine Summe von geschätzten 350.000 Euro. Zuletzt waren Gespräche mit vier japanischen Unternehmen gescheitert. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Man kann nichts machen"

Bohmann zeigte sich von der Entwicklung in Dormagen überrascht, sieht aber "keine Versäumnisse" im Lizenzierungsverfahren der HBL.

"Man kann nichts machen, wenn ein Sponsorpartner ausscheidet und seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann", sagte Bohmann.

Derzeit ist noch nicht klar, ob die Mannschaft am Mittwoch bei den Füchsen Berlin und am Sonntag gegen MT Melsungen überhaupt noch antritt. Der Mannschaftsbus steht wegen des Insolvenzverfahrens ab Dienstag nicht mehr zur Verfügung.

Gegner möchte Bus stellen

Allerdings werden die Füchse ihrem Gegner einen Bus zur Verfügung stellen.

"Der Ausfall des Spiels würde uns zwischen 80.000 und 100.000 Euro kosten, der Bus 2000 Euro. Außerdem wollen wir dem DHC Zeit geben, die Dinge zu ordnen", sagte Hanning.

Die Spieler des DHC Rheinland, die erst am Montag informiert wurden, erhalten fortan statt ihres Gehalts ein Insolvenzgeld. Sie können sich zudem in der Wechselfrist bis zum 15. Februar einen neuen Verein suchen. Die Lizenzunterlagen für die kommende Saison müssen bis zum 1. März eingereicht werden. Auch eine Meldung für die zweite Liga ist nach derzeitigem Stand der Dinge kein Thema.

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