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Alexander Petersson (l.) spielt seit 2007 für die SG Flensburg-Handewitt © getty

Der HSV gelobt nach den Rücktrittsdrohungen von Präsident Andreas Rudolph vor der Partie gegen Flensburg Besserung.

Von Felix Götz

München - HSV gegen Flensburg-Handewitt - es hätte ein Gipfel der Titelaspiranten in der Color Line Arena werden sollen. Nun tritt der Tabellendritte beim Zehnten an - und für letzteren ist es wohl eine letzte Chance.

Die Gastgeber sind nach der 26:28-Pleite gegen Balingen abermals um Wiedergutmachung bemüht. Die vierte Saisonschlappe hatte auch Präsident und Mäzen Andreas Rudolph auf die Palme gebracht.

Rudolph drohte gar mit Rücktritt. Doch vor der Begegnung stärkt er seinem Team den Rücken: "Ich stehe hinter dem HSV und hinter dem Projekt. Ich bin nicht nur mit Geld, sondern auch mit Herzblut dabei", sagte er dem DSF.

"Haben Scheiße gebaut"

Mit seinen Drohungen hat er die Hamburger wachgerüttelt: "Wir haben so viel Scheiße gebaut. Es ist verständlich, dass der Boss sauer ist", gab sich HSV-Kapitän Guillaume Gille vor der Partie (ab 19.10 Uhr LIVESCORES / ab 19 Uhr Live im DSF) gegenüber der "Hamburger Morgenpost" selbstkritisch.

Und sein Coach Martin Schwalb fügte hinzu: "Alle Beteiligten sind aufgerufen, noch eine Schippe draufzulegen."

Am Wochenende sammelten sowohl der HSV als auch Flensburg Selbstvertrauen. Beide Mannschaften sicherten sich den vorzeitigen Gruppensieg in der Champions League.

Auf Tuchfühlung mit dem THW

Während der HSV in der Slowakei bei Tatran Presov mit 35:26 nicht all zu große Mühe hatte, kämpfte Flensburg das ungarische Spitzenteam von MKB Veszprem mit 32:29 nieder.

Auf nationaler Ebene aber steht auch Flensburg unter Druck, obwohl die SG bisher eine gute Saison spielt und nur einer Niederlage auf dem Konto hat.

Mit nur drei Minuspunkten sind die Schleswig-Holsteiner zwar das einzige Team, das noch auf Tuchfühlung mit dem ungeschlagenen THW Kiel ist. Aber: "Wenn wir verlieren, dann ist das wie eine Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft", sagt Flensburgs Manager Fynn Holpert Sport1.de.

Jetzt müssen Taten folgen

Doch der HSV hat gravierendere Sorgen. Dabei schienen sich die Hamburger nach dem schwachen Saisonstart mit drei Siegen in Folge auf dem Weg der Besserung zu befinden.

Aber das Team von Trainer Schwalb bekommt einfach keine Konstanz in sein Spiel - das Resultat war die Pleite bei Balingen-Weilstetten.

Der erste Schritt ist mit der Selbstkritik getan, jetzt müssen Taten folgen. Denn Fakt ist: Für den HSV, der auf Nationalspieler Stefan Schröder (Außenbandriss) verzichten muss, ist ein Sieg gegen Flensburg Pflicht, sonst geht nach oben nichts mehr (Datencenter: Ergebnisse).

Christiansen auch mit 36 spitze

Pascal Hens, der in der Champions League nach dreimonatiger Verletzungspause sein Comeback feierte und gegen die SG erstmals in dieser Saison in der Bundesliga spielen wird, bestätigt bei Sport1.de: "Die Flensburger sind ein direkter Konkurrent. Da müssen wir zu Hause auf jeden Fall gewinnen. Auch um dem Präsident ein gutes Spiel zu zeigen."(Interview mit Pascal Hens)

Dabei müssen die Hanseaten vor allem einen Mann stoppen: Lars Christiansen. Der mittlerweile 36-jährige Däne ist nach wie vor einer der besten Linksaußen der Welt.

In der Liga steht er mit 91 Treffern auf Platz zwei der Torschützenliste, in der Champions League führt er diese Wertung mit 41 Toren sogar an.

Petersson erfolgreich operiert

Eine ganz besondere Partie dürfte das Nordderby für Blazenko Lackovic und Marcin Lijewski werden. Beide wechselten vor der Saison aus Flensburg nach Hamburg.

Verzichten muss Trainer Kent-Harry Anderson auf Alexander Petersson. Der isländische Rückraumspieler, der seit den Olympischen Spielen über Schmerzen in der Schulter geklagt hatte, wurde am Dienstag erfolgreich operiert.

Trotzdem sind die Flensburger guter Dinge. "Den Druck hat der HSV. Wir können befreit aufspielen und wollen wie im letzten Jahr in Hamburg gewinnen", sagte Holpert. Damals siegte Flensburg in einem Krimi mit 33:32.

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