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Für Per Carlen ist der HSV die zweite Trainerstation in der Toyota HBL © getty

Dem neuen Coach der Hanseaten genügen nationale Titel nicht. Er setzt vor allem auf schnelles Umschalten seiner Profis.

München - Neuer Trainer, neuer Schwung, neue Ziele - mit Per Carlen als verantwortlichem Coach will der HSV Hamburg auch im internationalen Vereinshandball ganz an die Spitze.

"Vom HSV werden Titel erwartet, daran will ich arbeiten. Auch in der Champions League", sagte der 50-jährige Schwede bei seiner Präsentation am Freitag beim Tabellenführer der Toyota HBL.

Der Harley-Fan und Hobbygärtner, der bis zum vergangenen November den Hamburger Nordrivalen SG Flensburg-Handewitt betreut hatte, unterschrieb an der Elbe einen Dreijahresvertrag und löst damit im Sommer seinen Kollegen Martin Schwalb ab. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der ehemalige Nationalspieler wechselt zum Saisonende ins Management und wird Geschäftsführer beim deutschen Pokalsieger.

Gille-Brüder vor Vertragsverlängerungen

Carlen darf sich Hoffnungen machen, bei seinem neuen Arbeitgeber mit den aktuellen Schlüsselspielern zu arbeiten.

Höchstwahrscheinlich wird er weiter auf die Dienste des französischen Brüderpaars Guillaume und Bertrand Gille zählen können. HSV-Kapitän Guillaume (34) steht vor einer Vertragsverlängerung bis 2012, der zwei Jahre jüngere Weltmeister Bertrand sogar bis 2013.

Anschließend ist eine weitere Karriere im operativen Geschäft bei den Hanseaten nicht ausgeschlossen. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Trainer-Sohn muss zuschauen

Verzichten müssen die Norddeutschen hingegen zu Beginn der neuen Spielzeit noch auf Oscar Carlen.

Der Sohn des neuen Coachs zog sich im Bundesligaspiel der Flensburger am Mittwoch gegen den TSV Hannover-Burgdorf (36:26) einen Kreuzband- und Meniskusriss im rechten Knie zu und wird in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommen.

Der 22-jährige Rückraumspieler hatte schon im vergangenen Jahr in Hamburg einen Vertrag bis 2014 unterschrieben.

Carlen: "Gegenstöße wichtig"

"Ich bin mit Oscar im täglichem Kontakt. Er wird alles dafür tun, schnell gesund zu werden und verspricht den Fans, im September in die Hamburger Arena einzulaufen", sagte der neue HSV-Coach, der an der Spielphilosophie seines Vorgängers "nur ganz kleine Änderungen" vornehmen will: "Schnelle Gegenstöße sind mir sehr wichtig."

Quasi im Gegenzug zu Vater und Sohn Carlen könnte der noch amtierende HSV-Geschäftsführer Dierk Schmäschke zurück an die Förde wechseln.

Der langjährige Flensburger Bundesligaspieler verhandelt mit den Schleswig-Holsteinern über eine Rückkehr an die alte Wirkungssstätte.

Wer folgt auf Rudolph?

Carlen war im November in Flensburg entlassen worden. Schon zuvor hatten Gerüchte über einen Wechsel des Schweden zum Nordkonkurrenten die Runde gemacht.

Sollte Schmäschke tatsächlich den HSV verlassen, bleibt vorerst offen, wer am 30. Juni zum Nachfolger des noch amtierenden Präsidenten Andreas Rudolph gewählt wird.

Der millionenschwere Medizin-Unternehmer hatte schon vor mehreren Monaten angekündigt, sich aus der allerersten Linie zurückziehen zu wollen.

Als Sponsor und Mäzen dürfte Rudolph dem HSV allerdings erhalten bleiben. Es ist sogar denkbar, dass der 55-Jährige seine Anteile an der Spielbetriebsgesellschaft von derzeit 49 auf juristisch zulässige 75 Prozent erhöht.

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