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HSG-Manager Bernd Rigterink (l.) mit Trainer Ola Lindgren © imago

Nordhorns Manager Rigterink reagiert bei Sport1.de auf den Punktabzug. Er deutet einen Verdacht zur Motivation der Liga an.

Von Martin Hoffmann und Jessica Pulter

München - Bernd Rigterink versteht die Welt noch immer nicht.

Und der Manager des HSG Nordhorn ist nicht allein mit seinem Unverständnis, warum seinem Team wegen Lizenzierungs-Verstößen vier Punkte abgezogen bekommt.

"Den Spielern habe ich es nach dem Europapokal-Spiel gesagt", schildert Rigterink gegenüber Sport1.de: "Die Meinungen sind unterschiedlich, aber im Großen und Ganzen herrscht Kopfschütteln."

Einigkeit herrscht allerdings darüber, "dass wir uns die Punkte eben auf dem Platz wiederholen müssen". Am besten gleich am Samstag, wenn Nordhorn den Tabellen-Zweiten TBV Lemgo empfängt (ab 15 Uhr LIVESCORES ).

"Wir werden schon richtig entscheiden"

Eine Trotzreaktion würden sich da wohl die meisten wünschen. Aber Rigterink mag dieses Wort nicht: "Ach was, Trotzreaktion. Wir wollen jedes Spiel gewinnen." (DATENCENTER: Spielplan und Tabelle)

Rigterink, im Hauptberuf Speditionsunternehmer, hat die schriftliche Begründung der Liga noch nicht erhalten - und man merkt, dass er sich solange bedeckt hält.

"Ich will warten, bis ich den Bescheid sehe. Dann werden wir schon die richtige Entscheidung treffen", lautet seine Antwort auf die Frage, wie er auf den Abzug reagieren will.

Erinnerungen an 2002

Die Strafe der HBL ist ein weiterer Nackenschlag, nachdem Nordhorn vor sechs Wochen knapp die Insolvenz abgewendet hat.

Eine Deckungslücke zwischen 500.000 und 700.000 Euro brach der HSG fast das Genick. Nur die Gründung einer neuer Spielgesellschaft und die Entscheidung, künftig ins nahegelegene Lingen zu ziehen, verhinderte den Super-GAU.

Die Situation weckt Erinnerungen an 2002, als Nordhorn erst in zweiter Instanz, unter strengen Auflagen und Protesten der Konkurrenz, die Lizenz erhielt - ebenfalls wegen Finanzproblemen.

"Nordhorn steht gut da"

Den Vorwurf, nichts daraus gelernt zu haben, weist Rigterink zurück.

Die Kritik, dass Nordhorn über seine Verhältnisse lebe, lässt er an sich abperlen: "Sicherlich ist es immer mal knapp gewesen mit der Lizenz, aber ich glaube Nordhorn steht momentan gut da."

Der Manager kann es sich vorstellen, dass die Liga jetzt gegen Nordhorn durchgreift, weil sie selbst wegen des Lizenzierungsverfahrens in die Kritik geraten ist: "Das kann man mutmaßen", meint er.

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