vergrößernverkleinern
Volker Zerbe wurde als Spieler mit Lemgo zweimal Meister und dreimal Pokalsieger © getty

Lemgos Geschäftsführer Volker Zerbe spricht bei SPORT1 über das dürftige Abschneiden, die Vereinsphilosophie und Volker Mudrow.

Von Jakob Gajdzik

München - In Lemgo pfeifen es die Spatzen von den Dächern: Zum zweiten Mal nach 2007 kündigt der TBV seinem Trainer Volker Mudrow.

Der Coach selbst war es, der nach der Pleite in Magdeburg davon sprach, dass sein bis 2013 laufender Vertrag zum Saisonende vorzeitig aufgelöst werden soll.

Es wäre sein erneuter Rausschmiss in Lemgo, wo er schon einmal im Januar 2007 seinen Hut nehmen musste.

Der Bonus vom EHF-Cup-Triumph aus der Vorsaison ist aufgebraucht, der Deutsche Meister von 1997 und 2003 ist nach 18 Spieltagen in der Toyota HBL mit ausgeglichenem Punktekonto nur Neunter (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Eine Situation, die den Geschäftsführer Sport des TBV, Volker Zerbe, zum Handeln auffordert.

Mudrows Nachfolger wird Dirk Beuchler vom SV Post Schwerin. Im Interview mit SPORT1 spricht Volker Zerbe über die Gründe für das dürftige Abschneiden in dieser Saison und den geplanten Jugendstil.

SPORT1: Sie haben das von Ihnen angekündigte Big-Point-Match in Magdeburg mit 30:37 verloren und haben nun fünf Punkte Rückstand auf Platz sieben. War's das mit der Europapokal-Qualifikation?

Volker Zerbe: Als Sportler geben wir nie vorzeitig ein Ziel auf. Wir werden weiterhin versuchen, jede Möglichkeit zu nutzen, doch wir wissen um die Schwere der Aufgabe, diesen Abstand nach der Niederlage in Magdeburg zu verringern. Doch Aufgeben wäre im Sport der schlechteste Ratgeber.

SPORT1: Was macht ihnen noch Hoffnung?

Zerbe: Wir haben phasenweise immer wieder gezeigt, dass wir zu guten Leistungen fähig sind. Allerdings fehlt es uns an Konstanz. Dieses Manko tragen wir schon die ganze Saison mit uns herum. Gegen Magdeburg waren wir nur 15-20 Minuten ein ebenbürtiger Gegner. Danach haben wir aber keine gute Deckungsarbeit zustande gebracht. Unsere 30 Tore sind zwar okay, aber 37 Gegentreffer sind bei weitem zu viel.

SPORT1: Um diese Minimalchance am Leben zu erhalten, ist also gegen Hannover-Burgdorf ein Sieg Pflicht? (Auch um 12 und 13 Uhr: die News im TV auf SPORT1)

Zerbe: Ganz klar, zu Hause gegen Hannover müssen wir doppelt punkten.

[kaltura id="0_j0g2fqk7" class="full_size" title=" Das muss man akzeptieren "]

SPORT1: Hat das Spiel ihre Meinung bestätigt, die Mannschaft würde nervös und verunsichert auftreten?

Zerbe: Das habe ich nicht nur auf die Partie in Magdeburg bezogen. Wir haben es einfach nicht geschafft, Konstanz reinzubringen. Auch in Magdeburg hat es sich gezeigt, wir hatten sehr gute Phasen, aber auf der anderen Seite auch nicht zu erklärende Fehler in unserem Spiel.

SPORT1: Der Verein hat verkündet, zukünftig auf ein Konzept mit jungen deutschen Spielern zu setzen. Können Sie das etwas näher erläutern?

Zerbe: Da der bisherige Weg, nur mit Starspielern Erfolge erzielen zu wollen, nicht von Erfolg gekrönt war, haben wir uns Gedanken gemacht. Jetzt wollen wir eine gesunde Mischung mit gestandenen und jungen Spielern forcieren. Diese Philosophie wollen wir verstärkt umsetzen. Dafür haben wir hier im Lemgo eine gute Basis. Wir haben bereits einige junge Spieler verpflichtet, aber der Kader ist noch nicht fertig.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel