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Rückraum-Stratege Iker Romero wechselte 2003 von Ciudad Real zu Barca © imago

Die Berliner werben Superstar Iker Romero von Barca ab - "für die besonderen Momente". Der Spanier geht in Vorleistung.

Von Michael Spandern

München - Die Füchse Berlin haben den Transfer des Jahres gelandet: Der Tabellendritte der Toyota HBL sichert sich zur nächsten Saison und für drei Jahre die Dienste von Barcas Rückraum-Star Iker Romero.

Romero ist im spanischen Handball das, was Xavi bei den Fußballern verkörpert: Er ist ein Titelgarant, auf seine Weise genial, ein Vorbild, eine Ikone. (Auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Der Weltmeister von 2005 hat auch im Verein für Valladolid, Ademar Leon, Ciudad Real und den FC Barcelona alles gewonnen - allein für die Katalanen waren das in den vergangenen sieben Spielzeiten 13 Trophäen.

"Ein sehr gutes Projekt"

"Iker war in Spanien bei allen großen Klubs, hat dort alles gewonnen und weiß, wie man Titel holt", sagte Berlins Geschäftsführer Bob Hanning.

Der hatte es "am Anfang gar nicht so recht glauben" wollen, als sich die Wechselgerüchte verdichteten und Romeros Berater per Telefon das Interesse des 30-Jährigen bekundete. 126233(DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse)

Im Februar folgten der Medizincheck bei Mannschaftsarzt Dr. Jürgen Bentzin und ausführliche Gespräche mit Dagur Sigurdsson. "Ich habe mit dem Trainer gesprochen und mich über die Füchse informiert, das ist ein sehr gutes Projekt", lässt sich Romero zitieren.

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"Uns fehlen die einfachen Tore"

In Berlin "passt er gut ins Konzept", glaubt Hanning, eine Lücke zu schließen. "Wir haben zwar eine sensationelle Hinrunde gespielt, aber all zu oft sieht man auch, dass uns die einfachen Tore fehlen." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Er ist ein Mann für die besonderen Momente", schwärmt der Manager.

Romero dagegen gibt sich, ganz wie Xavi, bodenständig und bescheiden - trotz aller Meriten: "Ich hatte das Glück die Liga und die Pokale in Spanien mehrfach zu gewinnen, die Champions League und mit der Nationalmannschaft auch den Weltmeisterschaftstitel."

Sechs Wochenstunden Deutschunterricht

Und er ist seiner neuen Liga gegenüber voll des Lobes: "Ich denke, sie ist die stärkste Liga."

"Man hat in all seinen Bestrebungen gemerkt, dass er zu uns möchte", freut sich Hanning. Auch darüber, dass der 1,96-Meter-Mann aus Vitoria bereits in Vorleistung gegangen ist und seit geraumer Zeit sechs Stunden pro Woche Deutschunterricht nimmt.

Zudem ordne sich der Siebenmeter-Spezialist ins Berliner Gehaltsgefüge ein - an welcher Stelle, ließ Hanning selbstredend offen.

Lob von Stephan

SPORT1-Experte Daniel Stephan beglückwünschte die Füchse zu ihrem Coup: "Vom Namen hört sich das natürlich sehr gut an. Ein spanischer Nationalspieler und Weltmeister vom FC Barcelona kommt zu den Füchsen. Mit seiner Urgewalt bietet er natürlich etwas, was nicht viele können."

"Er muss allerdings auch sportlich passen. Bei der letzten Weltmeisterschaft hat er keine überragende Leistung gezeigt und auch nicht viel gespielt. Nur die Siebenmeter hat er sicher verwandelt, das war natürlich gut", sagte Stephan: "Ich bin gespannt, wie er sich hier verkauft. Vom Typ und vom Charakter ist er einwandfrei, dennoch kann man nicht voraussagen, ob er hundertprozentig einschlägt."

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