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Mattias Andersson ist seit 2008 beim TV Großwallstadt unter Vertrag © getty

Macht die TVG den HSV zum Meister? Die Unterfranken siegen überraschend in Kiel. Der Triple-Gewinner verzweifelt an Andersson.

München - Der deutsche Meister THW Kiel hat bei seiner Aufholjagd in der Toyota HBL einen schweren Rückschlag erlitten.

Der Champions-League-Sieger kassierte am 27. Spieltag eine überraschende 25:28 (12:12)-Niederlage gegen Altmeister TV Großwallstadt und liegt damit acht Runden vor Schluss sechs Zähler hinter dem HSV Hamburg. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Damit wird der erste Titelgewinn des HSV immer wahrscheinlicher, am 20. April kommt es in Kiel noch zum Aufeinandertreffen der beiden Top-Klubs. (STENOGRAMME: 27. Spieltag)

Vielmehr sitzt den Kielern die Konkurrenz die dicht im Nacken. Die Füchse Berlin kamen durch den 24:20 (12:7)-Erfolg über den VfL Gummersbach bis auf zwei Zähler heran. Auch die Rhein-Neckar Löwen liegen aussichtsreich im Rennen.

Gislason enttäuscht

Alfred Gislason zeigte sich im Gespräch mit SPORT1 von der Vorstellung seiner Mannschaft enttäuscht.

"Wenn man nicht gut spielt, kann man in der Bundesliga gegen jeden Gegner verlieren. Das war heute der Fall. Wir haben weder in der Abwehr noch im Angriff zu unserer Leistung gefunden", erklärte der THW-Coach:

"Natürlich hat Mattias Andersson daran einen großen Anteil, aber wir haben uns auch sehr viele Abspielfehler und Fehlwürfe geleistet. Deshalb ist das ein gerechtes Ergebnis."

Die Frage, ob durch die Pleite eine Vorentscheidung in der Meisterschaft gefallen sei, beantwortete Gislason ausweichend: "Keine Ahnung. Wir konzentrieren uns jetzt auf die nächsten Spiele und schauen mal wie es am Ende der Saison aussieht."

"Die Meisterschaft ist entschieden"

"Es ist umso taruriger, weil wir in den letzten Wochen sehr guten Handball gespielt haben. Vielleicht haben wir uns vor dem Spiel zu sicher gefühlt", sagte Welthandballer Filip Jicha:

"Jeder sollte aber erstmal bei sich selbst anfangen. Ich habe heute eine katastrophale Leistung gebracht und konnte meiner Mannschaft nicht helfen, das Spiel zu gewinnen."

[kaltura id="0_q9pxt5td" class="full_size" title="Kiel mit bitterer Niederlage"]

"Wir waren selbst schuld, wir haben die Tore in der Abwehr zu einfach bekommen", erklärte Cristian Zeitz: "Es wid sehr schwer Hamburg jetzt noch einzuholen. Ich glaube, die Meisterschaft ist entschieden, aber ich werde auf jeden Fall nicht gratulieren, sondern erst, wenn es soweit ist."

Fernandez verlässt den THW

Am Rande des Spiels wurde außerdem bekannt, dass der französische Welt- und Europameister Jeromme Fernandez die Kieler am Saisonende verlassen und in seine Heimat zu Toulouse Handball zurückkehren wird.

Der französische Klub teilte am Dienstag mit, dass man sich mit dem 34-Jährigen "nach mehrmonatigen Verhandlungen" auf einen Vertrag über vier Jahre geeinigt habe.

Duo mit sieben Treffern

Für den THW endete gegen Großwallstadt, das mit 26:28 Zählern im Tabellenmittelfeld liegt, eine Serie von neun Siegen in Folge.

Beste Werfer bei den Gästen waren in der Kieler Ostseehalle Steffen Weinhold und Michael Spatz mit je sieben Toren.

Überragender Akteur bei der TVG war aber Torhüter Andersson, der die Gastgeber mit zahlreichen Paraden zur Verzweiflung trieb.

Start nach Maß für Kiel

Dabei hatten die Kieler einen Start nach Maß erwischt, bereits nach vier Minuten stand es 3:0.

Doch der TVG kam immer besser ins Spiel, ging nach 13 Minuten erstmals in Führung und zog schließlich in der zweiten Halbzeit davon.

Für Kiel war Christian Zeitz achtmal erfolgreich.

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