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Pascal Hens war mit dem HSV 2010 und 2006 DHB-Pokalsieger © getty

Nach Kiels Patzer kann Hamburg gegen Großwallstadt den nächsten Big Point im Titelrennen landen. Doch Hens und Schwalb warnen.

Von Jakob Gajdzik undRaphael Weber

München - Für manchen Beobachter gleicht die Partie bereits einem Schaulaufen nach dem Quasi-Titel:

Wenn der HSV Handball sieben Spieltag vor Saisonende auf den TV Großwallstadt trifft (Sonntag, ab 17.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1), könnte das bereits der Auftakt der Ehrenrunde zur ersten deutschen Meisterschaft der Hanseaten sein. (LIVESCORES).

Ungeachtet dessen, dass der (wohl entthrohnte) Verfolger THW Kiel nach der Heim-Pleite auch gegen die Rhein-Neckar Löwen bei der HSG Wetzlar einen 32:24 (16:14)-Erfolg feiern konnte.

Bei einem eigenen Sieg dürfte der HSV den Titel-Sekt wohl kaltstellen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Pommes" feiert Jubiläum

Gleichwohl will Pascal Hens noch nichts von vorzeitigem Jubel wissen.

"Wir haben die Meisterschaft vor Augen, und wir glauben auch daran", sagte der HSV-Kapitän bei SPORT1 nach dem 34:30-Sieg bei der SG Flensburg-Handewitt. "Aber darüber reden und feiern wollen wir erst, wenn wir es wirklich geschafft haben."

Gewissen Grund zum Feiern hat der 31-Jährige aber auch jetzt schon: "Pommes" absolviert gegen den TVG sein 300. Spiel für die Norddeutschen in der Toyota HBL.

Vom kleinen Jungen zum Erwachsenen

Eine besondere Bedeutung hat die Partie auch für Domagoj Duvnjak, der gegen Großwallstadt 2009 sein erstes Spiel im HSV-Trikot bestritt.

"Es ist eine schöne Erinnerung, die Halle war voll, und am Ende haben wir gewonnen", blickt der Kroate in der "Hamburger Morgenpost" zurück.

[kaltura id="0_h2zx2l7q" class="full_size" title="Die Top 5 des 27 Spieltages"]

Lob für seine Leistungssteigerung seit seinem Wechsel aus Kiel bekommt Duvnjak von HSV-Torwart Johannes Bitter: "Aus dem kleinen Jungen, der nach Hamburg kam, ist ein Erwachsener geworden."

Bitter und Lindberg wieder an Bord

Ob Guillaume Gille aktuell mitspielen kann, bleibt dagegen fraglich:

Der französische Nationalspieler laboriert immer noch an Achillessehnen-Problemen, sein Einsatz entscheidet sich kurzfristig.

Grünes Licht für einen Einsatz geben dagegen Bitter, dem Rückenprobleme zu schaffen machten, und Torjäger Hans Lindberg (zuletzt Adduktoren-Probleme).

Schwalb warnt

"Die Verletztenliste geht wie zuletzt zum Glück gegen null", freut sich Martin Schwalb - und warnt vor dem Tabellen-Zehnten: "Gegen den TVG brauchen wir alle Mann, ein Selbstläufer wird das Spiel nicht. Großwallstadts Sieg in Kiel war schon ein Ausrufezeichen."

"Wenn wir jetzt mit weniger Konzentration in das Spiel gehen, wird es ein böses Erwachen geben", so der HSV-Coach in der "Welt".

Schließlich reisen die Gäste nach dem Einzug ins EHF-Pokal-Halbfinale und dem Sieg beim THW mit breiter Brust zum Tabellenführer.

Großwallstadt hat "nichts zu verlieren"

Dementsprechend forsch gibt sich TVG-Rechtsaußen Michael Spatz: "In Hamburg haben wir nichts zu verlieren und können ähnlich wie in Kiel befreit aufspielen. Das hat uns in dieser Saison schon öfter geholfen."

Der mit 173 Treffern beste Torschütze der Gäste freut sich auch auf die Atmosphäre in Hamburg:

"In so einer Halle macht es immer Spaß, Handball zu spielen, und ich denke, dass unser Team wieder heiß sein wird", so Spatz.

"Das zweit-einfachste Spiel der Saison"

Die eigene Außenseiter-Rolle kommt dabei nur zupass: "Wir werden versuchen, den HSV ein wenig zu ärgern, und ich bin gespannt, was am Ende dabei herausspringt", sagt der 28-Jährige.

Peter David gab seinen Schützlingen nach der erfolgreichen Woche zwei Tage frei, um Kraft zu tanken.

Druck verspürt der TVG-Coach offiziell nicht: "Das ist für uns sozusagen das zweit-einfachste Spiel der Saison. Hamburg hat die Meisterschale so gut wie in der Tasche und geht als klarer Favorit in die Begegnung."

Zwei Spielmacher fehlen

Verzichten muss Großwallstadt indes auf seine Spielmacher Oliver Köhrmann (Muskelfaserriss) und Phillip Reuter, der im Rückspiel des EHF-Pokal-Viertelfinales bei St. Raphael Var Handball umgeknickt war.

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