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Die Pleite des Hallen-Namensgebers war der Anfang von Ende für die DHC Rheinland © getty

In Dormagen drohen endgültig die Lichter auszugehen: Die DHC erhält keine Unterhaus-Lizenz, aber der Verein will weiter kämpfen.

München - Der DHC Rheinland wird keine Lizenz für die zweite Handball-Bundesliga erhalten.

Das hat die unabhängige Lizenzierungskommission am Montag entschieden.

Hauptgrund ist das laufende Insolvenzverfahren über das Vermögen des Tabellenletzten der Toyota HBL, das am 1. April durch das Amtsgericht Düsseldorf aufgenommen wurde.

Der Klub kündigte am Dienstag aber bereits an, gegen diese Entscheidung Einspruch einzulegen.

Unverständnis beim DHC

"Eine Lizenzerteilung ist nach den von allen Bewerbern für die zweite Handball-Bundesliga einzuhaltenden Vorgaben nicht möglich, wenn über das Vermögen eines Antragstellers das Insolvenzverfahren eröffnet wurde und damit nach den Lizenzierungsrichtlinien die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht gegeben ist", heißt es in der Erklärung.

Der DHC will sich dagegen wehren. "Ich kann die Entscheidung der Kommission nicht nachvollziehen, weil wir sämtliche Unterlagen und Sponsorenzusagen eingereicht haben", sagte Insolvenzverwalter Dirk Andres.

Demnach hätten alle Sponsoren ihre ausstehenden Zahlungen noch für diese Saison zugesichert, wodurch die Insolvenz am 9. oder 10. Juni beendet sei. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Einspruch binnen einer Woche

"Damit wäre der Verein wirtschaftlich wieder gesund. Wir werden unseren Einspruch schriftlich innerhalb der einwöchigen Frist formulieren", sagte Andres.

Das Präsidium der Liga will sich nach Auskunft von DHC-Pressesprecher Detlev Zenk am 19. April zusammensetzen und über den Einspruch entscheiden.

Sollte diesem nicht stattgegeben werden, behält sich der DHC einen Anruf des HBL-Schiedsgerichts vor.

Ende für den Profi-Handball in Dormagen?

Der Spielbetrieb werde trotz des schon länger feststehenden Bundesliga-Abstiegs und der neuen Umstände bis zum Ende der Saison fortgeführt.

Der Verein war unter anderem durch die Pleite des Hallen-Namensgebers in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten und weist ein Defizit von geschätzten 350.000 Euro auf.

Der Lizenzentzug für die zweite Bundesliga würde das Ende des Profi-Handballs in Dormagen bedeuten, weil mit dem Zwangsabstieg die Dormagener Handballclub Rheinland GmbH und Co.KG automatisch aufgelöst würde.

Die Lizenz ginge dann wieder auf den Hauptverein Bayer Dormagen über. Die Neugründung einer GmbH schloss Sponsor Bayer aus.

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