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Bester deutscher Werfer gegen Norwegen: Der Gummersbacher Adrian Pfahl © imago

Obwohl ersatzgeschwächt schlägt Deutschland im ersten Test Norwegen klar und nimmt WM-Revanche. Gummersbachs Pfahl überragt.

Rostock - Der zweite Anzug sitzt:

Die ersatzgeschwächten deutschen Handballer haben im ersten von zwei Länderspielen gegen Norwegen einen deutlichen 33:25 (17:13)-Sieg gefeiert.

Damit gelang auch die Revanche für die bittere Niederlage in der WM-Hauptrunde (25:35).

Bester Werfer der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) beim 33. Sieg im 47. Vergleich (10 Niederlagen) gegen den WM-Neunten war der Gummersbacher Adrian Pfahl mit sieben Treffern.

Zukunft? Brand mauert

Am Sonntag trifft die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand in Schwerin (15 Uhr) erneut auf die Norweger.

"Wir haben gegen eine junge norwegische Mannschaft verdient gewonnen. Es war ein wichtiger Test. Wir hatten einige gute Angriffssituationen, aber auch einige leichte Ballverluste", sagte Brand, der seine Zukunft als Bundestrainer weiter offen ließ.

Brand, der beim DHB noch einen Vertrag bis 2013 besitzt, erklärte aber, dass er sich vielleicht schon im Mai äußern werde.

B-Elf auch ohne Hens

Vor 3900 Zuschauern in der Rostocker Stadthalle schickte Brand notgedrungen ein B-Team aufs Feld.

Kapitän Pascal Hens, Kreisläufer Sebastian Preiß, Rechtsaußen Christian Sprenger, Linksaußen Uwe Gensheimer, Rückraumspieler Holger Glandorf und Spielmacher Michael Kraus hatten teils wegen Verletzungen teils aus persönlichen Gründen ihre Teilnahme abgesagt.

Allerdings mussten auch die Gäste einige Leistungsträger ersetzen. So fehlten die verletzten Bjarte Myrhol und Börge Lund vom Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen.

Ausfälle gut kompensiert

Die DHB-Auswahl verkraftete die Ausfälle besser. Nach einigen Startproblemen gingen die Gastgeber durch Pfahl in der siebten Minute erstmals in Führung (4:3).

Mit zunehmender Spieldauer gewann der Weltmeister von 2007 in Abwehr und Angriff immer mehr an Sicherheit. Der Lohn: Die erste Vier-Tore-Führung des WM-Elften in der 18. Minute (11:7).

Brand nutzte die Begegnung, um im Hinblick auf die entscheidenden EM-Qualifikationsspiele in Österreich (8. Juni) und gegen Lettland (12. Juni) einige Varianten zu testen.

Brand wechselt munter durch

Schon im ersten Durchgang wechselte der Bundestrainer munter durch. "Wir haben einige Abwehrvarianten im Hinblick auf das Spiel in Österreich ausprobiert, das hat schon ganz gut funktioniert", meinte der Göppinger Lars Kaufmann.

Nach der Halbzeit kam Torhüter Martin Ziemer ("eine große Ehre für mich") vom Bundesligisten HBW Balingen-Weilstetten zu seinem Länderspiel-Debüt.

Ziemer löste den Berliner Silvio Heinevetter im deutschen Tor ab und bot eine gute Leistung. So bauten die Gastgeber ihren Vorsprung immer weiter aus und kamen zu einem ungefährdeten Erfolg.

Noch drei Punkte bis Olympia

In den beiden abschließenden Qualifikationsspielen benötigen die deutschen Handballer mindestens drei Punkte, um das Ticket für die Endrunde in Serbien im Januar 2012 sicher zu lösen.

Die EM bietet für die Brand-Truppe zudem die letzte Chance, sich einen Platz bei einem Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 2012 in London zu sichern.

Im Stenogramm:

Deutschland - Norwegen 33:25 (17:13)

Deutschland: Heinevetter, Ziemer, Lichtlein - Roggisch, Klein, Pfahl (7 Tore/ 5 Siebenmeter), Heinl (5), Herth (3), Christophersen (6), Groetzki (2), Allendorf, Wienczek, Späth (3), Richwien (2), Kaufmann (3), Weinhold (2), HaaßTrainer: BrandNorwegen: Tovas, Medhus, Dahl - Reinkind (1), Kristensen, Egeland, Hansen (2), Tönnesen (1), Medhus, Jöndal, Gullerud (2), Lindboe (5), Koren (6), Stegavik (5), Spanne, Paulsen (1), Dahl, Tangen (2)Trainer: HedinSchiedsrichter: Michael Johansson, Jasmin Kliko (Schweden)Zeitstrafen: Roggisch - Gullerud, Stegavik, TangenZuschauer: 3600

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