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Grzegorz Tkaczyk (l.) kam 2007 aus Magdeburg zu den Löwen © imago

In Großwallstadt wollen die Rhein-Neckar Löwen die jüngsten Negativ-Schlagzeilen vergessen machen und ihre Siegesserie fortsetzen.

Von Tobias Wiltschek

München/Mannheim - Fan-Attacke gegen den Mäzen (Bericht) und drohende Spielerflucht (Bericht):

In der vergangenen Woche machten die Rhein-Neckar Löwen allerhand Negativ-Schlagzeilen.

Von der imposanten Serie von sieben Bundesliga-Siegen sprach plötzlich niemand mehr. In den Blickpunkt rückte stattdessen der Abschied von Geldgeber Jesper Nielsen als Aufsichtsratsboss. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der Däne darf laut einer Entscheidung der Europäischen Handball-Föderation (EHF) nicht mehr für zwei Champions-League-Klubs der bestimmende Geldgeber sein. Daraufhin entschloss er sich für Kopenhagen und gegen die Löwen.

Gudmundsson: "Gut in Schuss"

Nach dem Hickhack um Nielsen dürfte die Freude in Mannheim nun umso größer sein, dass es nach der Länderspiel-Pause am Wochenende endlich wieder auf dem Parkett zur Sache geht.

Beim Tabellenzehnten TV Großwallstadt (ab 19.45 Uhr LIVE im TV) wird sich zeigen, wie die Spieler die Ereignisse der letzten Tage verarbeitet haben.

"Wir haben sehr gut und intensiv trainiert und sind gut in Schuss", sagt Trainer Gudmundur Gudmundsson vor der Partie bei den Mainfranken.

Leistungsträger fraglich

Der Isländer bangt vor dem Auswärtsspiel um die angeschlagenen Henning Fritz und Börge Lund. Ebenfalls kurzfristig entscheidet sich, ob Uwe Gensheimer und Bjarte Myrhol ihre Muskelverletzungen rechtzeitig auskurieren können.

Gegen die Mainfranken könnten die Löwen jeden Leistungsträger gebrauchen. Denn Großwallstadt hat sich zuletzt als Favoritenschreck erwiesen haben.

Beim Branchenprimus THW Kiel siegte der Außenseiter sensationell mit 28:25 und beim derzeitigen Tabellenführer HSV Hamburg ließ der TVG mit einem Unentschieden aufhorchen.

Trainer Peter David hofft bereits auf die Vollendung des Beutezugs gegen die großen Drei: "wir können auch in dieses Spiel mit breiter Brust gehen, da wir auch gegen die Rhein-Neckar Löwen nichts zu verlieren haben. Wir spielen vor eigenem Publikum und ich hoffe, dass unsere Fans kräftig für Stimmung sorgen werden."

Sigurdsson übt Kritik und geht

[kaltura id="0_jr56bjyo" class="full_size" title="Kiel vs L wen Fernduell um Platz zwei"]

"Mit Mattias Andersson verfügen die Großwallstädter über einen sehr guten Torhüter und treten außerdem immer als geschlossene Mannschaft auf", weiß Gudmundssson.

Diese Einheit zeigte sein Team zuletzt nicht immer. Trotz des jüngsten 41:31-Erfolgs über die SG Flensburg-Handewitt übte Kapitän Gudjon Valur Sigurdsson öffentlich Kritik.

"Es gibt Probleme, wenn ständig die halbe Mannschaft ersetzt wird", ärgerte sich der Isländer im "Mannheimer Morgen". "In jedem Sommer kamen zuletzt fünf, sechs neue Spieler, was ich nicht immer verstanden habe."

Auch zur neuen Saison wird sich das Gesicht der Mannschaft einmal mehr verändern. Und Kapitän Sigurdsson trägt seinen Teil dazu bei, indem er die Rhein-Neckar Löwen verlassen wird. Er folgt Nielsen und seinem Teamkollegen Olafur Stefansson nach Kopenhagen.

Kiel in Reichweite

Davor aber wolle man sich noch möglichst mit Titeln verabschieden, erklärte Nielsen in der "Rhein-Neckar-Zeitung". Im DHB-Pokal steht das Team aus Mannheim im Halbfinale, in der Champions League in der Runde der letzten Acht.

In der Toyota HBL wird es nach Lage der Dinge nicht mehr zur Meisterschaft reichen. Dafür sind die Hamburger sechs Spieltage vor Schluss mit sieben Punkten Vorsprung schon zu weit enteilt.

Bei einem Sieg in Großwallstadt und einer Niederlage des THW gegen den HSV am Mittwoch könnten die Rhein-Neckar Löwen aber zumindest auf Rang zwei klettern.

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