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Trainer Martin Schwalb (r.) kam 2005 aus Wetzlar zum HSV Hamburg © getty

Vor dem brisanten Top-Spiel in Kiel nimmt HSV-Trainer Martin Schwalb bei SPORT1 noch keine Glückwünsche zum Titel entgegen.

Von Philipp Langer, Tobias Wiltschek und Barnabas Szoecs

München - Die Meisterschaft in der Toyota HBL ist für viele längst entschieden.

"Der HSV wird Meister, ganz klar", ist sich auch THW-Coach Alfred Gislason vor dem Top-Spiel zwischen Spitzenreiter Hamburg und den zweitplatzierten Kielern (Mi., ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) sicher. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die Hamburger haben fünf Spieltage vor Schluss fünf Punkte Vorsprung auf Kiel und dazu noch ein Spiel mehr in der Hinterhand als der Konkurrent.

Glaubt man Martin Schwalb, wird es im brisanten Nord-Derby dennoch heiß hergehen.

Schwalb: Tabellenstand nebensächlich

"Wir haben eine große Spannung, denn es handelt sich um das große Duell Kiel gegen HSV. Darauf freuen wir uns alle riesig. Da tut die Tabellensituation überhaupt nichts zur Sache", erklärt der HSV-Trainer bei SPORT1.

Und Glückwünsche zur fast schon sicheren Meisterschaft nimmt der 47-Jährige ohnehin noch nicht entgegen: "Wir werden bis zum letzten Tag um die deutsche Meisterschaft kämpfen", sagt Schwalb.

Zumindest gibt er zu: "Wir wollen Meister werden."

Gislason: "Es geht ums Prestige"

Abgesehen von der Frage nach dem neuen deutschen Titelträger sorgt das Duell im Norden schon aufgrund seines Derby-Charakters für Spannung und Brisanz. Für Gislason geht es "immer auch ums Prestige - und für uns zudem noch um die Champions-League-Qualifikation".

Für genügend Motivation sollte also bei beiden Teams gesorgt sein.

"Wenn ich vor solch einer Partie noch irgendjemanden motivieren muss, dann hören wir auf - dann habe ich die falschen Spieler", brennt Schwalb auf die Partie, die er bei SPORT1 als "eines der leichtesten Auswärtsspiele" der Saison bezeichnet.

Bangen muss Hamburgs Trainer allerdings noch um den Einsatz von Michael Kraus, der an der Schulter verletzt ist.

[kaltura id="0_xlmzz468" class="full_size" title="Kiel l sst Lemgo keine Chance"]

Einsatz von Kraus fraglich

Die Favoritenrolle schiebt Schwalb trotz des klaren Vorsprungs in der Tabelle dem Rekordmeister zu: "Es ist schwer, in Kiel zu bestehen, dennoch werden wir alle Kräfte bündeln um einen Sieg möglich zu machen."

Seine Kräfte ausschließlich für den HSV Hamburg hat zuletzt auch Torwart Johannes Bitter gebündelt. Der Weltmeister von 2007 hat aufgrund der hohen Belastung eine Auszeit von der Nationalmannschaft genommen, um sich ganz auf das Ziel "Deutscher Meister" mit den Hamburgern zu fokussieren.

Eine Entscheidung, die sich bislang für ihn und den Titelaspiranten Nummer 1 ausgezahlt hat. Bitter spielt eine herausragende Saison, pariert über 36,2 Prozent der Würfe. Damit stellt er auch seinen Gegenüber, Kiels Weltklasse-Torwart Thierry Omeyer, in den Schatten.

Schwalb klagt an

"Er ist noch stabiler geworden und ist sich seiner Position noch mehr bewusst", lobt der HSV-Trainer seinen Keeper. Dessen Entscheidung, im Nationalteam zu pausieren, nutzt Schwalb aber auch zu einer Anklage:

"Wenn solch ein Sportler solch einen Schritt machen muss, der ihm bestimmt auch weh getan hat, sollten wir uns Gedanken machen, ob nicht die Belastung insgesamt für solche Spieler viel zu groß ist." Hier seien vor allem die Funktionäre gefordert, Änderungen am Spielkalender vorzunehmen.

Krönender Abschluss winkt

Erst einmal aber gilt die ganze Konzentration dem Spiel beim THW Kiel, wo die Hamburger einen weiteren großen Schritt in Richtung Titel machen können. Es wäre für Schwalb der krönende Abschluss nach sechs Jahre auf der HSV-Trainerbank.

Nach dieser Saison wechselt er bekanntlich auf den Geschäftsführer-Posten.

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