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Torhüter Thierry Omeyer kam 2006 von Montpellier HB nach Kiel © getty

Mit dem Sieg im Spitzenduell versöhnt Rekordmeister Kiel sein Publikum. Hamburgs Jansen wird bei der Meisterfrage ausfallend.

Kiel - Ein Sieg, zwei Erfolgserlebnisse - nach dem 38:35 (19:18)-Triumph gegen Tabellenführer HSV Hamburg (Spielbericht) war man beim THW Kiel wieder im Reinen, mit sich, aber auch mit dem Publikum.

Schon als noch drei Minuten zu spielen waren, erhoben sich 10.000 Fans in der THW-Halle an der Ostsee und klatschten sich die Hände wund.

Zwar ist die Mission Titelverteidigung in der Toyota HBL trotz des Erfolges gegen den Nordrivalen so gut wie gescheitert, aber die zwei Punkte streichelten die Seele - bei Spielern und Zuschauern.

Und so sogen die "Zebras" die schwer erkämpften Glücksgefühle geradezu gierig in sich hinein (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Omeyer erleichtert

"Es macht mehr Spaß, nach so einem Sieg durch die Stadt zu laufen, als sich nach einer Niederlage zu Hause zu verstecken", sagte Ex-Nationalspieler Christian Zeitz, dem allein sieben Tore - alle im zweiten Durchgang - gelangen.

Auch Torhüter Thierry Omeyer, der in kritischen Momenten die entscheidenden Bälle hielt, war spürbar erleichtert. "Wir wollten natürlich zeigen, dass wir noch da sind - auch wenn es dieses Jahr wohl zu spät ist", sagte Omeyer bei SPORT1.

Denn vor dem Bundesliga-Gipfel hatte sich der Rekordmeister zwei Heimniederlagen hintereinander geleistet, eine höchstwahrscheinlich zu schwere Hypothek.

Weiterhin liegen die Hanseaten mit fünf Minuspunkten Vorsprung komfortabel an der Tabellenspitze, und von den vier letzten Kieler Spielen finden drei in fremden Hallen statt.

Daher gab auch Trainer Alfred Gislason den Realisten: "Wir wollten gegen den HSV unser wahres Gesicht zeigen, im Kampf um die Champions League ist jeder Punkt wichtig. Dennoch bin ich mir sicher, dass der HSV Meister wird, er hat es auch verdient."

"...dem hau' ich direkt aufs Maul"

Die permanenten Erkundigungen, ob und wann die deutsche Meisterschaft in der Hansestadt gefeiert werden kann, waren für die Gäste offenkundig weitaus ärgerlicher als die Niederlage an der Förde, immerhin erst die zweite der laufenden Bundesliga-Saison.

"Wenn mich noch einer nach der Meisterschaft fragt, dem hau' ich direkt aufs Maul. Da könnt ihr mich beim Wort nehmen, ehrlich", giftete Linksaußen Torsten Jansen.

[kaltura id="0_hs8hk95q" class="full_size" title="Ein F nkchen Hoffnung f r Kiel"]

Da trifft es sich für den HSV ganz gut, dass der Ligabetrieb für knapp zwei Wochen ruht, wenngleich von einer Verschnaufpause überhaupt keine Rede sein kann.

Barcelona fordert Kiel

In zwei Begegnungen mit dem russischen Titelträger Medwedi Moskau geht es um den Einzug in das Finalturnier der Champions League Ende Mai in Köln.

Das gleiche Ziel haben auch die Kieler, die zweimal auf Spaniens Renommierklub FC Barcelona treffen.

Daher war HSV-Trainer Martin Schwalb auch nicht bereit, noch ausführlich über die Niederlage beim Vorjahresmeister zu reden: "Wir gucken nur nach vorn, es geht weiter."

Duvnjak sieht Rot

Im Spitzenspiel hatte der HSV schon nach einer Viertelstunde Regisseur Domagoj Duvnjak verloren. Der Kroate sah die Rote Karte, nachdem er Zeitz in den Wurfarm gegriffen hatte ? eine harte, aber vertretbare Entscheidung.

Beide Trainer hatten die strittige Szene nach eigener Aussage nicht gesehen.

Schwalb meinte dennoch nach dem Spiel: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine rote Karte war. Domagoj Duvnjak hat in seinem ganzen Leben noch kein böses Foul gemacht."

Löwen und Füchse auf der Jagd

Im Gegensatz zu Schwalb muss sein Kollege Gislason hin und wieder in den Rückspiegel schauen, denn nach Minuspunkten liegen die Rhein-Neckar Löwen punktgleich auf der Rang drei der Tabelle, mit zwei Minuszählern mehr belastet folgen die Füchse Berlin.

Gislason: "Wir wollen auf jeden Fall mindestens den dritten Platz." Das wäre die direkte Qualifikation für die Königsklasse.

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